Vier neue Marken, die dem Haute Couture-Kalender beitreten? Alaïa, The Row, Tom Ford und Zimmermann

Das suggeriert zumindest ein etwas kryptischer Tweet eines X-Users. Während auf dem geteilten Screenshot deutlich das offizielle Logo der Fédération de la Haute Couture et de la Mode zu sehen ist, bleibt es auf der Website der Organisation totenstill. Was die vier beteiligten Modehäuser angeht, herrscht absolute Funkstille. Also, ist das eine echte Information oder eine gut gemachte Fake News?

Diese Information muss mit Vorsicht genossen werden. Wenn sich dies jedoch als wahr herausstellt, was würde diese Integration für diese Marken bedeuten? Was ist die drakonische Checkliste, um diesem ultraexklusiven Club beizutreten, und garantiert diese Nominierung automatisch eine Runway-Show im nächsten Januar? Hier ist eine Aufschlüsselung eines Gerüchts, das noch nicht verifiziert werden kann, aber eines, das wir absolut gerne bestätigt sehen würden.

Teilnahmebedingungen: The Antichamber of Excellence

Der Beitritt zum offiziellen Haute Couture-Kalender erfolgt nicht aus einer Laune heraus und basiert auch nicht ausschließlich auf einem tiefen Bankkonto. Der Titel ist eine rechtlich geschützte Bezeichnung, die von der Kontroll- und Klassifikationskommission „Couture Création“ verliehen wird, die seit 1945 unter der Ägide des französischen Industrieministeriums tätig ist. Weit mehr als nur ein weiteres Modeereignis, es ist ein echtes Label, ein Garant für absolute Qualität und ein französisches Kulturzeichen.

Um sich für diesen äußerst exklusiven Kreis zu qualifizieren, in dem historische Säulen wie Chanel, Dior oder Givenchy an erster Stelle stehen, müssen Häuser strenge Kriterien erfüllen. Sie müssen ein Atelier in Paris haben, in dem sowohl die Abteilungen Flou (Drapieren) als auch Tailleur (Schneiderei) untergebracht sind. Dieser Raum muss ein Ökosystem künstlerischer Berufe aufrechterhalten und mindestens zwanzig qualifizierte, hauptberufliche Handwerker beschäftigen. Schließlich muss jedes Stück ein originelles Design sein, das vollständig von Hand gefertigt und für den Kunden maßgeschneidert ist, was Konfektionsware, auch von höchstem Luxus, völlig ausschließt. Das Tempo ist ebenso anspruchsvoll, da Marken im Januar und Juli zwei Kollektionen pro Jahr präsentieren müssen.

Ständige Mitglieder vs. Gäste

Hier wird der rätselhafte Tweet besonders interessant. Von den vier genannten Marken sind drei ausländische Marken, da The Row und Tom Ford Amerikaner sind, während Zimmermann Australier ist. Die französischen Vorschriften sind in diesem Punkt jedoch unflexibel, sodass diesen Häusern der Status eines ständigen Mitglieds völlig verwehrt ist.

Folglich würden sie wahrscheinlich den Status eines „korrespondierenden Mitglieds“ anstreben, der etablierte ausländische Strukturen wie Valentino oder Viktor&Rolf bezeichnet, oder den Status eines „Gastmitglieds“. Letzteres, das flexibler und zu jeder Jahreszeit erneuerbar ist, ermöglicht es internationalen Häusern wie Thom Browne, während der Haute Couture Week auszustellen, ohne die offizielle Bezeichnung zu tragen. In beiden Fällen ermöglicht diese internationale Eröffnung der Fédération, das französische Savoir-faire unter Beweis zu stellen, indem sie von globalen Giganten profitiert und gleichzeitig alle daran erinnert, dass Paris der wahre Schwerpunkt der Mode bleibt.

Was kann man von diesen vier Marken auf den Runways erwarten?

Sollte sich das Gerücht im nächsten Januar bewahrheiten, würde die Ankunft dieser vier Giganten einen Teil der Erwartungen an die Fashion Week neu definieren, dank starker Identitäten, die die traditionellen Couture-Codes in Frage stellen würden.

Für Alaïa wäre es eine fast organische Rückkehr zu den Wurzeln, da ihr Gründer, Azzedine Alaïa, der absolute Meister des Schnitts und der weiblichen Form war. Unter der kreativen Leitung von Pieter Mulier (seit Januar erhältlich) führte das Haus eine Handwerkskunst fort, die so streng ist, dass ihr Platz im Kalender offensichtlich erscheint. An seinem Ende verkörpert The Row, das Label von Mary-Kate und Ashley Olsen, die ultimative Form von ruhigem Luxus. Die Marke, die für ihre tadellosen Schnitte und kostbaren Materialien bekannt ist, würde beweisen, dass sie ihre Liebe zum Detail auf das Niveau der exklusivsten Maßanfertigungen heben kann und einen markanten Kontrast zur üblichen Opulenz der Couture-Laufstege bildet.

Unterdessen sucht das Haus von Tom Ford unter der kreativen Leitung von Haider Ackermann nach neuem Prestige. Haute Couture würde somit zur idealen Bühne werden, um den Hollywood-Glamour, die scharfen Schneidereien und die theatralische Sexyness, die in seiner DNA verankert sind, zu bekräftigen. Schließlich sticht Zimmermann als Überraschung auf dieser Liste hervor. Die australische Marke, berühmt für ihre böhmischen Kleider und Blumendrucke, würde für eine beispiellose Frische und romantische Leichtigkeit sorgen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie ihre Ateliers diese sonnenverwöhnte Ästhetik in die ultraanspruchsvolle Sprache der Pariser Handwerkskunst übersetzen werden. Es wird gewettet, aber die bloße Tatsache, dass diese Namen im Umlauf sind, beweist, dass die Haute Couture nichts von ihrer Faszination verloren hat.

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