Julie Kegels ist die Gewinnerin des LVMH-Preises 2026 Junge Mode zwischen Forschung, Identität und neuen Luxusformen

Die belgische Designerin Julie Kegels ist Gewinnerin des LVMH-Preises für junge Designer, einer der renommiertesten internationalen Auszeichnungen für aufstrebende Modetalente. Die Ankündigung fand in Paris in der Fondation Louis Vuitton vor einer Jury statt, die sich aus einigen der einflussreichsten Persönlichkeiten der LVMH-Gruppe und der internationalen Modewelt zusammensetzte.

Der Preis wurde symbolisch von der amerikanischen Schauspielerin Jennifer Lawrence, einer Dior-Botschafterin, überreicht. Für Kegels ist die Auszeichnung ein wichtiger Meilenstein in der Karriere sowie eine bedeutende finanzielle Unterstützung. Der Hauptpreis ist mit 400.000€ dotiert und wird durch ein einjähriges Mentoring-Programm mit Spezialisten der LVMH-Gruppe ergänzt. Die Unterstützung deckt verschiedene Aspekte des Aufbaus eines Modeunternehmens ab und ermöglicht es dem Gewinner, Fachwissen einzubringen, das von der Produktion über die Kommunikation bis hin zum Markenmanagement und der internationalen Entwicklung reicht.

Die zweite Auszeichnung des Abends ging an Zane Li, einen chinesischen Designer an der Spitze des Labels Lii. Sein Projekt erhielt den mit 200.000€ dotierten Karl-Lagerfeld-Sonderpreis der Jury. Diese Auszeichnung wird auch ein jährliches Beratungsprogramm beinhalten. Schließlich ging eine weitere Auszeichnung an Yoshita 1967, das Projekt des Designers Anil Padia, der den Savoir-Faire-Preis erhielt, der mit demselben Preisgeld und jährlichem Mentoring dotiert ist. Diese letzte Auszeichnung ist bedeutsam, da sie die Fähigkeit würdigt, Designforschung mit Wissen über Produktionstechniken zu verbinden.

Die diesjährige Auswahlliste der Finalisten spiegelte jedoch eine außergewöhnlich vielfältige Kreativszene wider, sowohl geografisch als auch kulturell. An dem Wettbewerb nahmen neben den drei Gewinnern auch Designer aus Europa, Asien und den USA teil. Zu den Finalisten gehörten Petra Fagerström aus Schweden, der französische Designer Gabriel Figueiredo mit seiner Marke De Pino, der britische Designer Harry Pontefract mit Ponte, der spanische Designer Daniel del Valle mit The Vxlley, Galib Gassanoff, ursprünglich aus Georgia, mit Institution und die amerikanische Designerin Colleen Allen.

Kegels Sieg kommt zu einer Zeit, in der das Überleben unabhängiger Labels eines der dringendsten Probleme der Modeindustrie ist. Die Kluft zwischen einer originellen kreativen Vision und deren erfolgreicher Umsetzung in ein finanziell nachhaltiges Unternehmen kann in der Tat riesig sein. Aus diesem Grund zeichnete die Preisverleihung ein Bild aufstrebender Mode, das über neue Kleidung oder neue Marken hinausgeht und neue Produktionsmodelle, kreative Identitäten und Strategien zur Gestaltung der Zukunft der Branche umfasst. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Julie Kegels: eine neue Designerin, auf die sich die internationale Aufmerksamkeit nun stark konzentrieren wird.

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