
Im Garten der irdischen Freuden mit der FW26-Kollektion von Dior Jonathan Anderson entwirft die bisher fokussierteste und klarste Kollektion für die Maison
Jonathan Anderson hatte den Führungskräften von LVMH bereits gesagt, als er die Rolle bei Dior annahm, dass er vier oder fünf Kollektionen benötige, um die Identität der Marke auf den Punkt zu bringen und sie optimal zum Ausdruck zu bringen. Heute, nachdem er seine fünfte Kollektion für die Marke erreicht hat (die siebte, wenn wir auch die Lookbooks mitzählen), scheint das Versprechen erfüllt zu sein. Die Schau für die Damen-Kollektion FW26 von Dior, die in einem großen Pavillon über dem Wasser in den Jardins des Tuileries gezeigt wurde, war präzise, perfekt fokussiert und ziemlich einfallsreich, da sie eine Reihe von äußerst tragbaren Designs präsentierte, die immer noch die verspielte und avantgardistische Sensibilität ausstrahlten, die wir in den letzten zehn Jahren von Anderson gewohnt sind.
Das Thema der Show war blumig, wie es bei Dior oft der Fall ist. Maiglöckchen, Callalilien, Engelstrompeten, Lotusblumen und Seerosen: Wäre die Landebahn eine Wiese gewesen, wären die Vorbilder diese Blumen gewesen. Doch dieses praktisch allgegenwärtige botanische Thema — selbst die Kristalldekorationen auf den Jeans erinnerten an Lorbeerkränze — wurde konzeptionell und alles andere als naheliegend entwickelt. Es waren die Silhouetten und die Stoffeffekte, die an die Struktur von Blumen erinnerten: So zeigten zum Beispiel die sich öffnenden „zerknitterten“ Strickjacken aus Stoff deutlich, dass sowohl die Silhouette der Jacke an die Blütenkrone erinnert als auch der strukturierte Effekt auf dem Stoff an eine Ansammlung von Blütenblättern erinnert.
Die Silhouette war wirklich der stärkste Punkt der Kollektion. Hatten wir in seiner ersten Damenausstellung sehr unterschiedliche und übertriebene Formen gesehen, so fühlte sich ihre Vielfalt in der heutigen Kollektion viel kohärenter an. Wie bereits erwähnt, gab es zweifellos einen Trend zu tragbareren Stücken, aber insgesamt wirkte die Palette der Silhouetten viel disziplinierter und prägnanter. Natürlich gab es die neue Bar Jacket, enger geschnitten und mit einer sehr hohen Taille; aber auch die abgerundeten, länglichen Formen der Hosen und bestimmte Oberbekleidung und Bademäntel, die eine Art Kokon bildeten. Asymmetrisch befestigte Röcke und Kleider sowie Jacken, deren Rückenstruktur den Schwung einer Tournure aus dem 19. Jahrhundert reproduzierte.
Neben den einzelnen Stücken und ihrer mehr oder weniger unkonventionellen Konstruktion ist der Archetyp dieser neuen Dior-Frau ein weiteres Element, das in dieser Kollektion weitaus stärker in den Mittelpunkt gerückt ist als in den vorherigen. Weit davon entfernt, Krinoline wie eine Dame aus einer anderen Zeit zu tragen, hat sie eine Garderobe, die sehr für das zeitgenössische Leben konzipiert ist, auch wenn sie nicht ohne gewisse nostalgische Verführungen aus der alten französischen Aristokratie ist. Sie ist zweifellos elegant, sie schätzt ihre exquisiten Jacken, ihre opulenten Seidenhemden und sie hat ein einfaches Gespür dafür, sich in Kleidung zu kleiden, die dennoch kompliziert ist. Gerade in der Lücke zwischen der Einfachheit der Konzeption und der Raffinesse der Konstruktion kann man sowohl die Originalität des Geistes als auch die Eleganz dieser Frau messen.
Gerade die Entscheidung, sich auf eine harmonischere Palette von Silhouetten zu konzentrieren, auf eine sorgfältig gewählte Farbpalette ohne allzu abrupte Verschiebungen und auf ein ausgeglicheneres und beruhigenderes Gefühl von Eleganz, ermöglichte es der zerebralen Qualität der Designs (selbst in den surrealsten Fällen, wie dem gelben Look oder den mit großen Blumen verzierten Kleidern), den Betrachter direkter und reiner zu erreichen. Mit dieser Show zeigte Anderson nicht nur, dass er die Dior-Frau verstanden hat, sondern auch, dass er es verstanden hat, sie mit der exquisiten Exzentrik zu kleiden, die wir von ihm erwarten.














































































































