
Die Reichen kaufen keine Kleidung mehr, aber sie mögen immer noch Schmuck Die Luxuskrise scheint Richemont nicht getroffen zu haben
Das Jahr 2025 war für die Luxusbranche kein profitables Jahr. Die Analyse der ersten drei Quartale hat die Krise in der Modewelt deutlich gemacht, insbesondere für große Namen wie Kering und LVMH. Und wenn sich die Verkäufe Ende September stabilisiert zu haben schienen, heißt das nicht, dass der Zusammenbruch zu Ende geht — es bedeutet lediglich, dass sich ein prekäres Gleichgewicht gebildet hat. Vor allem ein Name hat es geschafft, sich von der großen Krise zu distanzieren, und befindet sich heute in einer Phase starken Wachstums. Richemont überlebt nicht nur die Luxuskrise — es verwandelt sie in sein eigenes goldenes Zeitalter.
Die Uhrmacherei sparte den Umsatz
Trotz der US-Zölle, geopolitischer Spannungen und des steigenden Goldpreises konnte Richemont im dritten Quartal dieses Jahres einen organischen Umsatzanstieg von 14% verzeichnen — genau das Doppelte dessen, was Branchenanalysten prognostiziert hatten —, was auf die starke Entwicklung der Schmucksparte zurückzuführen war. Der Sektor verzeichnete weltweit ein starkes Wachstum, angefangen mit dem Umsatz in Amerika, der um 20% stieg, in Europa um 11% und schließlich im Nahen Osten und Afrika um 22%.
Während eines Telefonats mit den Medien, über das Vogue Business online berichtete, erklärte Nicolas Bos, der CEO der Schweizer Holding: „Wir beobachten Höhen und Tiefen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung, aber was wir seit Jahrzehnten beobachten, ist, dass die Anziehungskraft außergewöhnlicher Stücke in den Bereichen Schmuck, Uhrmacherei und Accessoires nach wie vor ziemlich konstant ist.“ Kein Wunder also, dass Richemont die Krise erfolgreich überwunden hat: Die Identität der Gruppe wurzelt hauptsächlich in der hochwertigen Uhrmacherei, unter deren Namen Maisons wie Cartier, Van Cleef und Montblanc stehen.
Du brauchst nur einen
Trotz der deutlichen Wachstumssignale für die Schweizer Holding fehlt der Grund für diesen Kurswechsel im Vergleich zu den großen Luxuskonzernen immer noch einer analytischen Erklärung. Bos hat jedoch einen Wandel in der Denkweise seiner Käufer beobachtet, die von der YOLO-Mentalität „Man lebt nur einmal“, die immer mit der Idee der sofortigen Befriedigung verbunden ist, zum neuen YONO übergegangen sind, „man braucht nur einen“.
Diese neue Denkweise konzentriert sich auf die Idee, dass Qualität vor Quantität steht, mit besonderem Augenmerk auf den dauerhaften Wert von Produkten. Die Luxuskrise könnte daher eine ihrer Ursachen in dieser neuen Form des Konsums finden, die die Kunden unweigerlich dazu zwingt, mit ihren Investitionen in den Bekleidungssektor vorsichtiger umzugehen. Der einzige Bereich, der den von YONO eingeführten Standards perfekt entspricht, ist genau Schmuck. Die Qualität und der langfristige Wert der Kollektionen von Richemont waren der „Motor für den Erfolg der letzten Jahre“, wie Bos im Interview erklärte.
Richemont kämpft immer noch darum, Asien zu überzeugen
Just realized, this year Giselle is wearing two brands from Richemont, Buccellati and Maison Alaïa pic.twitter.com/el9d2eweTA
— (@thelattenroyal) August 3, 2025
Während die ganze Welt von Produkten unter dem Namen Richemont fasziniert ist, bleibt der asiatische Kontinent etwas von der Gruppe entfernt. Trotz eines Umsatzanstiegs von 10% im pazifischen Raum, der auf Juweliergeschäfte zurückzuführen ist, gab der Vorsitzende der Holding, Johann Rupert, an, dass es in China erste Anzeichen für eine Verbesserung der Nachfrage gebe, aber er zieht es vor, vorsichtig zu bleiben. Der Trend, der seit mehr als 18 Monaten negativ war, hat sich nun geändert, was jedoch nicht bedeutet, dass eine vollständige Erholung des asiatischen Marktes nahe ist.
Die Herausforderung besteht heute darin, einen Kundenstamm für sich zu gewinnen, der in Bezug auf Luxusprodukte immer wählerischer wird. Richemont sieht in dieser neuen Perspektive eine weitere Wachstumschance und kann nicht anders, als mit den bereits auf dem asiatischen Kontinent erzielten Ergebnissen zufrieden zu sein. Die „fabelhaften Produkte“ — wie CEO Nicolas Bos sie beschreibt — sind ein guter Ausgangspunkt, um die weltweite Anerkennung der Gruppe weiter voranzutreiben, aber der Aspekt, auf den man sich konzentrieren muss, um vorerst einen ausgeglichenen Haushalt aufrechtzuerhalten, scheint eine starke Unternehmensführung zu sein.













































