Ralph Lauren hat gerade die erste KI für Luxusgüter auf den Markt gebracht Es heißt „Ask Ralph“ und gibt Styling-Tipps

Es war nur eine Frage der Zeit, bis große Luxusmarken anfingen, Marken-Chatbots zu entwickeln. Der erste, der einen Schritt unternimmt, scheint Ralph Lauren zu sein, der am Vorabend seiner Show auf der New York Fashion Week Ask Ralph vorstellte, ein Tool für künstliche Intelligenz, das in die offizielle App der Marke integriert ist. Es ist kein generischer Assistent, sondern eine Art virtueller Personal Shopper, der praktische Fragen wie „Womit kann ich diesen Pullover kombinieren?“ beantworten kann? oder „Was soll ich zum Mittagessen anziehen?“ , mit dem Ziel, den Reiz zu vermitteln, den Ralph Lauren seit Jahrzehnten kodifiziert hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Branche versucht, das Einkaufserlebnis auf eine technologische Ebene zu verlagern. Vor einigen Jahren führte Luxottica Augmented Reality auf der E-Commerce-Plattform von Ray-Ban ein, sodass Kunden vor dem Kauf eine Brille virtuell anprobieren können. Ask Ralph passt in dieselbe Richtung, verfolgt aber ein anderes Ziel: nicht nur den Kaufprozess zu vereinfachen, sondern KI in einen exklusiven Styleguide zu verwandeln, der ausschließlich auf den Content der Marke ausgerichtet ist. Ein Ansatz, der, wie David Lauren, Chief Branding and Innovation Officer, gegenüber Vogue Business darauf abzielt, die Autorität der Marke in Bezug auf ihre ästhetische Sprache zu stärken und die redaktionelle Kontrolle darüber zu behalten, wie Kunden Produkte entdecken.

@ralphlauren Introducing #AskRalph: A #PoloRLStyle expert and your newest shopping companion. Available exclusively on The Ralph Lauren App, Ask Ralph serves as your personal #AI stylist—from curating looks for various occasions to gifting advice and style questions. Discover Ask Ralph on The Ralph Lauren App (US only) or via the link in bio. #RalphLauren #PoloRalphLauren original sound - Ralph Lauren

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ralph Lauren erlebt eine Phase starken Wachstums, insbesondere auf dem chinesischen Markt, wo laut Business Insider der Umsatz im letzten Quartal um 20% gestiegen ist, während viele Wettbewerber Probleme hatten. Diese Situation ermöglicht es der Marke, zu experimentieren, ohne sofort nach Ergebnissen zu suchen. Auch, weil die Technologie vorerst an ihre Grenzen stößt, wie ein Business Insider-Journalist demonstrierte, der den Bot nach einem Bürolook fragte und ein tadelloses, aber kaum realistisches Outfit für den Alltag erhielt, darunter einen Blazer mit zwei Knöpfen, der fast 900 US-Dollar kostete. Als der Bot auf die Probe gestellt wurde, schlug er Alternativen vor, aber die Preise blieben weit von dem entfernt, was sich ein Durchschnittsverbraucher leisten konnte.

Und genau hier tauchen die Zweifel auf. Einerseits präsentiert sich Ask Ralph als natürliche Erweiterung der Ralph Lauren-Erfahrung, die in der Lage ist, in Echtzeit jene „amerikanische“ Ästhetik zu vermitteln, die für Generationen von Millennials ein Statussymbol war und die heute auch Teile der Generation Z mit ihrem alten Geldcharakter anspricht. Andererseits besteht die Gefahr, dass es zu einem exklusiven Gerät für eine begrenzte Benutzergruppe wird und nicht zu einem echten Instrument zur Demokratisierung der Marke. Wenn eine KI nicht für jeden konzipiert ist, was nützt es dann? Die erstklassige Kundschaft ist bereits loyal und unterhält direkte Beziehungen zu Verkaufsmitarbeitern in Boutiquen: Sie benötigen kaum einen Chatbot. Sogar Lauren gab gegenüber Business of Fashion zu, dass die erste Version von Ask Ralph alles andere als perfekt ist und dass das Team noch viel Arbeit vor sich hat. Es bleibt abzuwarten, ob es wie Polo.com im Jahr 2000 ein Erfolg wird oder nur eine weitere gescheiterte Strategie wird, die bald vergessen wird.

Was man als Nächstes liest