
Im Sand der Wüste für Zegnas SS26-Show Eine Geschichte von Materie, Erinnerung und Metamorphose in Dubai
Auf einer Reise, die Landschaften, Identitäten und Sensibilitäten verbindet, präsentierte Zegna gestern die SS26-Kollektion zum ersten Mal außerhalb von Mailand und Italien und verwandelte die Dubai Opera in eine beispiellose kreative Bühne. Eine Woche lang fand in dem historischen Gebäude das FORMAT VILLA ZEGNA statt, eine lebendige Metapher für eine Brücke zwischen scheinbar fernen Welten: der Oasi Zegna im Biella-Gebirge und den goldenen Dünen der arabischen Wüste. Hier, in dieser zwischen Natur und Architektur schwebenden Umgebung, orchestrierte der künstlerische Leiter Alessandro Sartori eine Mode-Performance, die Mode, Musik und die Philosophie des Kleidens verband, live begleitet von einer eindrucksvollen Musikpartitur, die von James Blake kuratiert und aufgeführt wurde. Die SS26-Kollektion verkörperte eine transversale Denkweise, die in der Lage war, Epochen, Orte und Genres zu überschreiten. Es ging nicht nur um Kleidungsstücke, sondern um vielschichtige Erfahrungen, die in das Material eingeprägt waren und die Geschichte des täglichen Lebens anhand abgenutzter Oberflächen und sonnengebleichter Farben erzählten. Die Kleidungsstücke wurden zu einer äußeren und auserwählten Haut, zu Trägern persönlicher, intimer und universeller Geschichten. Für Sartori ist Mode in der Tat „ein Labor, in dem die Alltagserfahrung das Kleidungsstück selbst formt“. Eine Idee, die in einer Kollektion zum Leben erweckt wurde, bei der jedes Stück einer Wasch- und Manipulationsbehandlung unterzogen wurde, die den Effekt der sengenden Hitze Dubais hervorrief: Volumen, die vom Körper geformt wurden, Stoffe verblassten wie Erinnerungen auf der Haut.
Die Show selbst war ein immersives Erlebnis: Der Sound von James Blake begleitete jeden Schritt der Models in einem emotionalen Crescendo, das den Laufsteg in eine sinnliche Erzählung verwandelte. Auf der Bühne der Dubai Opera, geschmückt mit Installationen, die an Dünen und Klippen erinnerten, wurde die Geschichte der Reise der Kleidungsstücke von der Oasi Zegna in die Wüste und zurück erzählt. Es war eine Vision, die Kulturen, Epochen und Geografien verband und den Alltag als fruchtbaren Boden für Kreativität in den Mittelpunkt stellte. Die Silhouette der SS26-Kollektion war frei, flüssig und ausgesprochen unkonventionell. Die Jacken waren so leicht wie Hemden, die kastenförmige Neuinterpretation des ikonischen Mantels Il Conte und die doppelten Nehru-Hemden harmonierten mit maßgeschneiderten Shorts, Mini-Blousons, luftigen Pyjamas und Lederjacken, die so leicht wie eine Sommerbrise waren. Die Grenzen zwischen Oberbekleidung und Hemd, Anzug und Freizeitkleidung verschwimmen, bis sie in einem Spiel aus Mehrdeutigkeit und Komfort verschmolzen. Die unstrukturierten Blazer mit zwei Knöpfen, Anorakhemden, Feldjacken mit niedrigen Taschen und bedruckten Accessoires sprachen von einer Eleganz ohne Zumutungen. Die Präsenz weicher Accessoires — von Mokassins, die wie Pantoffeln getragen werden, über geräumige Taschen bis hin zu umlaufenden Sonnenbrillen — vervollständigte das Porträt zeitgenössischer Männer und Frauen, die mit ihrem wirklichen Leben harmonieren.
Die Farbpalette bestand aus einer Abfolge von Farbtönen, die an natürliche Landschaften und verwitterte Pigmente erinnerten: Oasenweiß, Kitt, Bergbutter, Dunst, Seil, mit lebhafteren Einflüssen von Öl, Cognac, Likör, Farn, Alpenveilchen, Anemone, bis hin zu den intensiven Tönen von Rauch, gewaschenem Schiefer und Barolo. Die Texturen standen im Mittelpunkt: Sie reichten von technischen und raffinierten Stoffen wie Summer Shetland in Wolle/Seide/Leinen, Seidenpopeline, Sea Island-Baumwolle, Leinen/Wolljacquard bis hin zu experimentelleren Behandlungen wie Leder mit Jacquardmuster und Schwamm aus Baumwolle/Papier/Wolle. Jede Oberfläche fühlte sich lebendig an, bereit, die Geschichte von demjenigen zu erzählen, der sie getragen hat. „Wir haben uns von einem einfachen Stuhl inspirieren lassen, der mit Kleidung bedeckt war, die nach einem anstrengenden Tag übrig geblieben war“, sagte Sartori. „Dieses Bild hat uns geleitet: Es war das echte Leben, vielschichtig und spontan. Unsere Aufgabe machte die halbe Arbeit aus: Den Rest erledigten diejenigen, die in diesen Kleidern lebten.“ Diese Vision lief auf dem Laufsteg in Dubai, in einer Umgebung, die nicht nur eine Kulisse, sondern ein integraler Bestandteil der Botschaft war.






































































































