
Die Formen und Farben der FW25-Kollektion von Alaïa Die skulpturale und zeitlose Vision von Pieter Mulier fiel erneut auf.
Nach seiner schillernden und dynamischen Präsentation seiner SS25-Kollektion im Guggenheim Museum in New York im vergangenen September kehrt Alaïa nach Hause zurück und präsentiert seine FW25-Kollektion im Herzen seines Pariser Ateliers. Die kalten und rohen Betonwände des neuen Hauptsitzes der Marke machten keineswegs einen strengen oder rauen Eindruck, sondern dienten eher als perfekte Kulisse für den Wirbelwind von Formen und Farben, der sich vor unseren Augen entfaltete. Von schwerelosen Winterkleidern bis hin zu dicken Kokonmänteln nahm uns Pieter Mulier mit auf eine Zeitreise, durch verschiedene Epochen, vor allem aber in die skulpturale Welt der Maison, die aus Kurven und Kunst besteht — Azzedine Alaïas erste Liebe. Nach seinen neuesten Kollektionen zu urteilen, scheint Bewegung der rote Faden in der Arbeit des belgischen Designers für Alaïa zu sein. Nach einer pulsierenden und lebendigen Frühjahr-Sommer-Kollektion kehrt Mulier für den Herbst-Winter mit derselben turbulenten Atmosphäre zurück und präsentiert 44 Looks in ständiger Bewegung.
Die Ausstellung beginnt und endet auf die gleiche Weise, mit Silhouetten, die fast als zurückhaltend bezeichnet werden könnten, wären da nicht die umhüllenden und avantgardistischen Kapuzen, die die Gesichter der Models umrahmen. Wenn die Röcke um den Körper zu schweben scheinen, als ob sie von einer unsichtbaren und unerklärlichen Kraft in die Höhe gehalten würden, sind die Oberteile dagegen so eng anliegend, dass man glauben könnte, sie enthüllen den Herzschlag der Models, deren Körper scheinbar mit den Kleidungsstücken verschmelzen und umgekehrt. Doch dieser einfache Anfang ist nur von kurzer Dauer, da Komplexität schnell Einzug hält — zusammen mit Farben, von Senfgelb über Himmelblau bis hin zu tiefem Burgunderrot, die bereits im dritten Look auftauchen und fast der gesamten Kollektion einen Hauch von Freude verleihen. Die Formen folgen diesem Beispiel: Die imposanten Kapuzen der Eröffnungslooks verwandeln sich im Verlauf der Show in voluminöse Schultern und aufwendig gehäkelte Westen, die mit großen röhrenförmigen Details verziert sind. Die Kollektion ist vielseitig, unbestreitbar winterlich, aber alles andere als schwer oder überwältigend. Ausgewogenheit findet sich in kontrastierenden, aber sich ergänzenden Silhouetten. Hohe Ausschnitte gehen Hand in Hand mit freiliegenden Zwergen. Der luftige Stoff der Faltenröcke kollidiert mit der Steifigkeit von Leder. Die Silhouetten, die fast den gesamten Körper der Models bedecken, scheinen die zarten und leichten Kleider herauszufordern, die an die Kleider erinnern, die in den 1920er Jahren für eine Nacht auf der Tanzfläche getragen wurden. Trotz der markanten Formen und Volumen fällt der starke Kontrast zwischen Schwarz und Farbe auf, und das Zusammenspiel zwischen dem Gewicht verschiedener Looks ist offensichtlich. Dennoch bleibt die Sammlung unweigerlich weich — eine zurückhaltende Kraft, die keine Spur von Feindseligkeit enthält. Es ist eine Ode an Frauen, an ihre Körper und an die Kunst, sie wie Marmor zu formen — so wie es Azzedine Alaïa einst mit der Mode tat.
„Diese Alaïa-Sammlung entstand aus einer Reflexion über Geschichte, Geografie, Bildhauerei und immer über Frauen. Sie sind alle Teil der Kleidungsstücke, eingebettet in sie.“ Mulier bestätigte. Der weibliche Körper ist der Ausgangspunkt für Muliers Entwürfe, genau wie für Azzedine Alaïa, der mit seinem Hintergrund als Bildhauer besser als jeder andere wusste, wie man den Körper umarmt, anstatt ihn zu verbergen. Die Hommage an die Bildhauerei findet sich nicht nur in den Kleidungsstücken, sondern auch in der Umgebung wieder, verstärkt durch die Werke des Bildhauers Mark Manders, dessen Kunst Mulier auch für die FW25-Kollektion inspirierte. „Diese Idee der Nichtlinearität — von Raum und Zeit — hat mich inspiriert. Die Vorstellung von Schönheitscodes jenseits jeder Epoche oder Geografie, ohne Grenzen, ist untrennbar mit Alaïas Philosophie verbunden, mit unserer Identität.“ Diese jüngste erfolgreiche Kollektion von Pieter Mulier für Alaïa bestätigt nur noch einmal das Talent des jungen Designers, seine einzigartige Vision von Modernität mit der tief verwurzelten DNA der Maison zu verbinden. Muliers Alaïa-Frau in all ihren Formen und Farben strahlt weiterhin — im Sommer wie im Winter.

























































































