
Mit IM MEN kehrt Issey Miyake zurück, um Paris zu überraschen Neue Linie, neues Meisterwerk
Gestern feierte die FW25-Kollektion von IM MEN ihr offizielles Debüt in Paris und nahm den Platz ein, den einst Homme Plissé Issey Miyake auf den Mode-Laufstegen innehatte — was nicht bedeutet, dass Homme Plissé Issey Miyake verschwunden ist; sie wird einfach in intimeren Präsentationen auftauchen, während diese avantgardistischere Linie das Rampenlicht übernimmt. Die Ausstellung wurde im stimmungsvollen Rahmen des Réfectoire des Cordeliers, einem ehemaligen Kloster aus dem 16. Jahrhundert, präsentiert und markierte den Beginn eines neuen Kapitels für das Erbe des verstorbenen Meisters Issey Miyake, der, wie man sagen kann, nicht in besseren Händen sein könnte. IM MEN ist die letzte große Kreation des japanischen Genies, die kurz vor seinem Tod im Jahr 2022 auf den Markt gebracht wurde. Die Marke entstand aus der Vereinigung dreier Designer: Sen Kawahara, Yuki Itakura und Nobutaka Kobayashi, die mit Miyake zusammengearbeitet haben, um eine neue und fortschrittlichere Vision von Herrenmode zu entwickeln, die auf dem Kernkonzept seiner Philosophie basiert: „Ein Stück Stoff“, das der Eckpfeiler ist, auf dem der verstorbene Designer, sein riesiges Team und seine Nachfolger die komplexe Struktur der Linien und Angebote der Marke aufgebaut haben. von Mode bis Innenarchitektur. In dieser Kollektion wird Stoff zum Ausgangspunkt für eine Neudefinition von Kleidung, bei der Handwerkskunst, Technik und ein Gefühl kreativer Freiheit kombiniert werden. Wie immer ein Markenzeichen der Marke, stand auch bei der gestrigen Präsentation die freie Bewegung des Körpers in der Kleidung im Mittelpunkt. Models rannten über den Laufsteg, lockerten und schnürten Kleidungsstücke und stellten so ihre leichte und geniale Architektur zur Schau. Die Idee der Bewegung wurde durch eine Installation des Designers Tokujin Yoshioka weiter erforscht, der den Veranstaltungsort mit riesigen Roboterarmen dekorierte, die schwarze Paneele in hypnotischen Bewegungen hochhoben.
Aber lass uns über die Sammlung sprechen. Die während der Ausstellung ausgestellten Arbeiten erkundeten erwartungsgemäß die Grenze zwischen Mode und Skulptur und spielten mit dem leeren Raum zwischen Körper und Stoff, der durch die Bewegung der Modelle — sei es einfaches Gehen, Laufen oder Tanzen — verschiedene Formen annahm und je nach Konstruktion der einzelnen Stücke neue Funktionen enthüllte. Wie immer basiert diese Art der Erforschung des „Flusses“ von Kleidungsstücken im menschlichen Körper auf einer eingehenden technischen Untersuchung von Materialien, von denen viele nachhaltig waren, wie z. B. pflanzliches Polyester und eine Art künstliches Wildleder namens Ultrasuede. Diese Materialien wurden nach multifunktionalen Prinzipien geschnitten und zusammengesetzt. So kamen Wendemäntel, Jacken mit modularen Paneelen und abnehmbarer Polsterung an den Körperteilen der Modelle zum Einsatz. Die verschiedenen Möglichkeiten der Montage und Wiedermontage der Kleidungsstücke sowie ihre allgemeine Anpassungsfähigkeit wurden in mehrere Designserien mit jeweils unterschiedlichen Namen unterteilt. Die bemerkenswerteste hieß „Flat Drape“ und bestand aus Kleidungsstücken aus leichtem Stoff, deren Drapierung von präzisen geometrischen Formen ausgeht, die sich in weiche, fließende Silhouetten verwandeln. Die Stücke der Serie „Wall“ hingegen interpretierten Oberbekleidung neu, indem sie Innenverkleidungen verwendeten, um dreidimensionale Strukturen zu erzeugen, während „Heron“ mit Stücken aus Ultrasuede eine Serie perforierter Kleidungsstücke war. Die Modelle „Switch“ und „Metallic Ultra Boa“ experimentierten mit Nylon- und Metallic-Oberflächen, während die Serie „Kasuri“ die gleichnamige Webtechnik neu interpretierte, indem sie vorgefärbte Baumwollgarne verwendete, um Farbverläufe zu erzeugen.
Es war jedoch unvermeidlich, dass ein Vergleich zwischen den beiden Präsentationen gezogen wurde — dem neuen IM MAN und dem Klassiker Homme Plissé Issey Miyake. Während die Philosophie, die der Marke und ihren verschiedenen Filialen zugrunde liegt, eine unbestreitbare Einheit besitzt, wirkt die neue IM MAN-Linie deutlich strukturierter als Homme Plissé Issey Miyake, wo die Präsentationen der Herrenmode zwar eine gewisse Konkretheit beibehielten, aber mit einem raffinierteren Flair auftraten. Die neue Linie hingegen „schwebt mit Leichtigkeit nach oben“, zeichnet sich jedoch durch ein entschlosseneres und konkreteres Design aus, das jedoch ebenso genial ist. Die Volumen sind sicherlich voller und skulpturaler, während die Art der angebotenen Schichten äußerst faszinierend ist. Ihre komplexe Architektur zeigt sich besonders in den anfänglichen, völlig weißen Looks auf der Landebahn. Zu den Kontinuitätselementen gehörten die Vorliebe für artikulierte und fast abstrakte Drapierungen, die immer sehr evokativ sind, und natürlich die atemberaubende Verwendung einfacher, aber unglaublich satter Farben. Ein weiterer interessanter Aspekt war die Vielfalt der präsentierten Texturen, von den robusteren Ultrasuede-Jacken über die weicheren, gepolsterten Kleidungsstücke bis hin zu den schimmernden, synthetischen Oberflächen bestimmter eckig gestalteter Jacken- und Hosenkombinationen, und die Dichte der beiden schwarz-weißen Looks, bei denen etwas wie eine Decke wie ein Cape über den Arm getragen oder drapiert oder wie ein hybrides Kleidungsstück auf halber Strecke zwischen einer Stola um den Körper gewickelt wird. ein Schal und ein Mantel. Aus dem Reichtum dieser neuen Linie wird deutlich, warum die Marke beschlossen hat, die klassische und immer schöne Homme Plissé Issey Miyake-Präsentation durch diese IM MAN-Präsentation zu ersetzen, die sicherlich eine herausragende Position im weiten Panorama der von Issey Miyake geschaffenen kreativen Welt verdient.



























































































































