Auf indischen Baumwollplantagen gibt es immer noch Fälle von Kinderarbeit Eine neue Untersuchung beschuldigt ein Unternehmen, das mit Inditex, Amazon, der H&M-Gruppe und Gap Inc. zusammenarbeitet.

Nach einem Jahr 2024, das stark von der Krise und Skandalen im Zusammenhang mit der Lieferkette geprägt war, stehen im neuen Jahr neue Untersuchungen zu den fragwürdigen Produktionsmethoden der Modeindustrie an. Im Mittelpunkt der neuen Berichterstattung stehen diesmal einige der führenden westlichen Fast-Fashion-Unternehmen, darunter Inditex, Eigentümer von Zara, die H&M-Gruppe, Gap Inc. und Amazon. Nach Enthüllungen der gemeinnützigen Organisation Transparentem von letzter Woche wurden in den Baumwollplantagen von Pratibha Syntex, das nach eigenen Angaben Indiens größter Hersteller nachhaltiger Kleidung ist, mehrere Fälle von Kinderarbeit festgestellt. Die Organisation gibt an, dass Kinder im Alter von sechs Jahren auf Baumwollfeldern arbeiten, um die Schulden ihrer Eltern zurückzuzahlen. Die Nachricht ist für die Branche besonders schockierend, da Pratibha Syntex behauptet, ethisch gegenüber der Umwelt und den Landwirten zu handeln, aber offenbar ist dies nicht der Fall: Zusätzlich zu den Vorwürfen der Kinderarbeit stellte Transparentem fest, dass einige Felder sowohl lokal als auch international mit illegalen synthetischen Pestiziden bewirtschaftet wurden.

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Um die Ergebnisse zu dokumentieren, sprach Transparentem mit einigen der Kinder, die auf den Baumwollplantagen von Pratibha Syntex arbeiteten: Ein 13-jähriges Mädchen wurde von ihrem Vater ins Krankenhaus gebracht, nachdem sie synthetische Pestizide verwendet hatte, während die Mutter einer 11-Jährigen berichtete, dass sich ihre Tochter aufgrund giftiger Dämpfe übergeben habe. Die Felder von Pratibha Syntex befinden sich im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, der zweitgrößten Baumwollanbauregion der Welt. Das in den Skandal verwickelte Unternehmen Remei, das von BoF zur Klärung befragt wurde, warf der gemeinnützigen Organisation vor, bei ihren Ermittlungen an Transparenz gefehlt zu haben, während die von der Publikation kontaktierten Lieferanten naturgemäß behaupteten, es lägen keine ausreichenden Daten vor, um sie mit Fällen von Kinderarbeit oder anderen illegalen Aktivitäten in Verbindung zu bringen. Transparentem war aus Datenschutzgründen nicht in der Lage, die Namen der befragten Arbeiter oder der untersuchten Plantagen preiszugeben. Andere Marken gaben an, dass sie zusammenarbeiten werden, um die Arbeitsbedingungen bei Pratibha Syntex zu verbessern. Das Unternehmen ist zusammen mit Amazon, Gap Inc., der H&M-Gruppe und Inditex der Fair Labour Association beigetreten, einer Organisation, die zum Schutz von Arbeitern in 32 Dörfern in Madhya Pradesh gegründet wurde. Transparentem betont, dass das Programm auf einen kleinen Bereich beschränkt ist, während das Problem der Kinderarbeit systemisch ist und nicht auf das beschuldigte Unternehmen beschränkt ist. 

 

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