Französische Magnaten verlieren viel Geld Das Vermögen von Arnault und Pinault wird schwer beschädigt

Die Luxuskrise betrifft nicht nur große Konzerne, sondern auch deren Besitzer. Nach den Berichten für das dritte Quartal 2024, in denen LVMH und Kering erhebliche Verluste gemeldet hatten, heben die neuesten Aktualisierungen des Bloomberg Billionaire Index die schweren Rückschläge für das Privatvermögen französischer Luxusmagnaten hervor. Zu den Faktoren, die sich auf die Gewinne der drei französischen Luxus-Titanen Bernard Arnault (LVMH), François Pinault (Kering) und Françoise Bettencourt-Meyers (L'Oréal) auswirken, gehören ein Rückgang der chinesischen Nachfrage, der sich auf ihre Unternehmen auswirkt, und eine neue Steuerpolitik in Frankreich, die für die Ultrareichen immer dringlicher geworden ist. Daten zeigen, dass französische Magnaten im vergangenen Jahr zusammen 58 Milliarden US-Dollar verloren haben. Insbesondere Arnaults Vermögen ist um etwa 26 Milliarden US-Dollar (-13%) gesunken, sodass es auf 181 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Dies ist der größte Rückgang unter den Top 500 der Welt in Bloombergs Ranking. Arnault, der einst den ersten Platz innehatte, ist nun auf den 5. Platz gefallen und wurde von Teslas Besitzer Elon Musk und anderen amerikanischen Technologiegiganten überholt: Jeff Bezos (Amazon), Mark Zuckerberg (Meta) und Larry Ellison (Oracle).

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LVMH profit warning

original sound - Michael | UK Stock Trader

François Pinault, Gründer der Kering-Gruppe und auf Platz 91 des Bloomberg-Index, litt am stärksten darunter. Sein Vermögen fiel in den letzten 12 Monaten auf 22 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 13,4 Milliarden US-Dollar (-37,9%) entspricht. Im Vergleich zum Höchststand im August 2021 ist das Vermögen des Besitzers von Gucci und Saint Laurent noch stärker gesunken und belief sich auf insgesamt -63%. Die Kering-Gruppe setzte ihren negativen Trend fort. Der Umsatz fiel in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 12% auf 12,8 Milliarden Euro. Zum dritten Mal in Folge wurde eine Gewinnwarnung ausgegeben. Insbesondere die Leistung von Gucci belastete stark. Der Umsatz sank um 26% auf 1,64 Milliarden Euro, was insbesondere auf die Marktbedingungen in der Region Asien-Pazifik zurückzuführen war. Trotz Verlusten von über 18 Milliarden US-Dollar bleibt die Schönheitskaiserin Bettencourt-Meyers unbeirrt unter den Top 20. Zu den in Schwierigkeiten geratenen französischen Milliardären gehören auch Alain und Gerard Wertheimer von Chanel. Sie belegen die Plätze 30 und 31 des Index und verfügen derzeit über ein Vermögen von jeweils 44,3 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 2,8 Milliarden gegenüber dem Vorjahr entspricht. Chanel, das nach seiner neuesten Kollektion zweifellos Anzeichen eines Wandels gezeigt hat, erwartet derzeit nach dem Ausscheiden der Kreativdirektorin Virginie Viard im vergangenen Juni einen neuen Designer, obwohl das vergangene Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Wachstum und einem Umsatz von 19,7 Milliarden US-Dollar (16%, 18,2 Milliarden Euro) abgeschlossen wurde.

Während der Luxussektor weiterhin Verluste verzeichnet, scheint sich Fast Fashion in einer Phase erheblichen Wachstums zu befinden, was einen starken Kontrast zu High-Fashion-Marken darstellt. Dieses Phänomen zeigt sich besonders in den Finanzdaten von Inditex, dem spanischen Riesen von Amancio Ortega, zu dem Marken wie Zara, Pull&Bear und Massimo Dutti gehören. Ortegas Vermögen ist in den letzten 12 Monaten um 28 Milliarden US-Dollar gestiegen und erreichte 116 Milliarden US-Dollar. Damit liegt er weltweit auf dem 12. Platz unter den Milliardären, wodurch sich die Kluft zwischen ihm und Arnault stetig verringert. Jüngste Kooperationen zwischen großen Modenamen und Zara deuten zunehmend darauf hin, dass das ultimative Ziel von Inditex darin bestehen könnte, ein echter Konkurrent von LVMH zu werden. Das Monopol der Kreativdirektoren, die Unsicherheit der chinesischen Kunden und die Krise unter unabhängigen Marken sind nur Symptome eines tiefgreifenden Problems im Kern der Branche. Vielleicht musste man den Besitzern auf die Tasche greifen, um ihnen einen wohlverdienten „Weckruf“ zu versetzen.

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