
Kommt der Space Age-Stil zurück in unsere Häuser? Das neue Weltraumrennen beeinflusst die Innenarchitektur
Die Innenarchitektur erlebt die Rückkehr der Ästhetik des Weltraumzeitalters, die auf die Ära der Weltraumforschung in den fünfziger und sechziger Jahren zurückgeht. Dieser Stil, der für die damalige Zeit von innovativen Materialien geprägt war, wollte durch Formen und ästhetische Lösungen Optimismus für die Zukunft vermitteln. Eine zeitgenössische Interpretation dieses Ansatzes der Innenarchitektur heißt California Space Age und wurde kürzlich von Designern wie dem Mailänder Giampiero Tagliaferri und der Amerikanerin Kelly Wearstler und vielen anderen übernommen. In diesem Stil entworfene Häuser verfügen über Elemente wie glänzende weiße Wendeltreppen — „die in Stanley Kubricks Film 2001: A Space Odyssey von 1968 nicht fehl am Platz gewesen wären“, schreibt die BBC — oder ikonische Stücke des 20. Jahrhunderts, darunter das berühmte Soriana-Sofa und die Chaiselongue von Afra und Tobia Scarpa sowie den Digamma-Sessel von Ignazio Gardella. Die Wiederbelebung des Weltraumzeitalters zeigt sich auch im Kino. Der Marvel-Film Fantastic Four — The Beginning, der im Juli veröffentlicht wird und in dem Pedro Pascal die Hauptrolle spielt, stützt sich in seinem Bühnenbild ebenfalls stark auf retro-futuristische Ästhetik.
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Dieser Trend spiegelt sich aber auch in Kunst- und Designausstellungen wider. Im renommierten Vitra Design Museum in Weil am Rhein, Deutschland, können Besucher bis Mai 2026 die Ausstellung Science Fiction Design: From Space Age to Metaverse erkunden, die den Einfluss von Science-Fiction auf das Design untersucht und ikonische Stücke wie die Sitzserie Djinn von Olivier Mourgue, den Tomato Chair von Eero Aarnio und den Ribbon Chair von Pierre Paulin zeigt. Die Ausstellung zeigt auch, wie genau diese Einrichtungsgegenstände in Filmen verwendet wurden, die sich stark an retro-futuristische Ästhetik orientierten, wie Men in Black und Blade Runner 2049. Der Space Age-Stil entstand aus Ereignissen wie dem Start des Sputnik-Satelliten oder dem Apollo-Programm der NASA, das die öffentliche Fantasie in seinen Bann zog — mit offensichtlichen kulturellen Auswirkungen. „Es schien nur natürlich, dass Objekte und Räume dies widerspiegeln sollten“, erklärte Peter Martin, Autor des Buches Space Age Design — Icons of the Movement. In dieser Zeit schufen Designer wie Eero Aarnio, Joe Colombo und Verner Panton Möbel mit innovativen Formen und verwendeten Materialien wie Kunststoff und Glasfaser. Der Ball Chair von Eero Aarnio, der auch für das Set von Men in Black verwendet wurde, basierte beispielsweise auf einem bewusst futuristischen Design. Das Gleiche gilt für den Panton Chair von Verner Panton, der für seine S-Form berühmt ist.
Space age chairs by Finnish designer Eero Aarnio pic.twitter.com/VFcdF5QnxE
— lusso (@luusssso) April 29, 2025
Heute wird das Interesse am Design des Weltraumzeitalters auch durch einen neuen Wettlauf ins All geweckt, an dem verschiedene Länder und private Unternehmen an ehrgeizigen Mondforschungsprogrammen beteiligt sind. Die chinesische Mission Chang'e 6 zielt beispielsweise darauf ab, Bodenproben von der anderen Seite des Mondes zu sammeln, einer Region, die für diese Art von Operation noch nie zuvor erreicht wurde. Das Projekt ist Teil des 2007 gestarteten Weltraumprogramms CNSA (China National Space Administration) und stellt angesichts des wachsenden Wettbewerbs mit den Vereinigten Staaten eine der ehrgeizigsten unbemannten Missionen dar, die China je unternommen hat. In diesem Zusammenhang will China, das seine Weltraumaktivitäten erheblich erhöht und eine eigene Orbitalstation gebaut hat, bis 2030 eine Besatzung zum Mond schicken. Gleichzeitig arbeitet das asiatische Land mit Russland an einem Projekt zur Schaffung einer Internationalen Mondforschungsstation (ILRS) zusammen — eine Initiative, die auch anderen Ländern offen steht, an der der Westen jedoch noch wenig beteiligt ist. Russland selbst hat fast 50 Jahre seit seiner letzten Mondmission das Luna-25-Projekt gestartet, das darauf abzielt, den Südpol des Mondes zu erkunden, ein Gebiet, von dem angenommen wird, dass es Eis enthält. Das Design des Landers — einer Art Raumschiff, das auf der Oberfläche eines Himmelskörpers landet und Experimente durchführt und Bodenanalysen durchführt — erinnert an die sowjetischen Sonden der siebziger Jahre. Neben wissenschaftlichen Zielen hat Luna-25 einen starken symbolischen Wert für Putins Regierung. Vor dem Hintergrund der internationalen Isolation aufgrund der Invasion der Ukraine und der daraus resultierenden westlichen Sanktionen zielt die Mission darauf ab, Russlands technologische Autarkie zu demonstrieren. In der Zwischenzeit ist die NASA mit ihrem Artemis-Programm aktiv, das die nächste menschliche Mondlandung frühestens 2026 plant, obwohl Projektverzögerungen den Fortschritt nichtwestlicher Länder begünstigen könnten.











































