„Black Bag“: Lieber deine Heimat oder deine Frau verraten? Michael Fassbender und Cate Blanchett spielen die Hauptrollen in einem neuen Spionagefilm

In den ersten vier Minuten des Films erklärt Steven Soderbergh alles über Black Bag: Double Game. Mit einem Titel, der auf den Ausdruck verweist, der zur Beschreibung verdeckter Spionagemissionen verwendet wird, beginnt der Film damit, dass die Kamera hinter der von Michael Fassbender gespielten Figur George folgt, was uns sofort in das Dilemma eintauchen lässt, das ihn während des gesamten Films quälen wird, da er zwischen der Loyalität gegenüber seinem Land und seiner Frau Kathryn, der Co-Protagonistin Cate Blanchett, hin- und hergerissen ist, die des Verrats verdächtigt wird. Allein im Prolog seines Spionagefilms — wie jedes Mal, wenn Soderbergh jedes Genre in Angriff genommen hat und es geschafft hat, es unverwechselbar und vor allem persönlich zu machen — fasst der Regisseur die Charaktervorstellungen, den Ton des Films, das Ziel des Protagonisten und das, was er untersuchen muss, in nur wenigen Minuten zusammen. Ein ungewöhnlicher, zusammenfassender Ansatz in einer Zeit, in der Filme selbst über eine halbe Stunde oft nicht ausreichen, um die gesamte Struktur ihrer Geschichten aufzubauen, die Zeitleiste in die Länge zu ziehen und oft weit weniger zu sagen haben als angenommen, wodurch Erzählungen, die die Gabe der Prägnanz verloren haben, in die Länge gezogen werden, während Black Bag von Anfang an eine erfrischende Note bietet. Und das ist Steven Soderberghs Modus Operandi, wenn man bedenkt, was passiert, wenn man einen seiner Filme sieht — er beweist, dass selbst neunzig Minuten ausreichen können, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen, wenn man eine solide Handlung, klar definierte Charaktere und eine Erzählung hat, die genau weiß, wo sie beginnen und wo sie enden muss — auch dank David Koepp, der sein drittes Drehbuch für den Regisseur geschrieben hat.

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A world of espionage, a marriage of spies. Cate Blanchett and Michael Fassbender star in Steven Soderbergh’s #BlackBagMoviePH. Exclusively at Ayala Malls Cinemas May 7.

original sound - Universal Pictures Philippines

Der amerikanische Regisseur lässt keine Gelegenheit aus, seine Arbeit in Abschlussarbeiten umzusetzen, und versucht diesmal, seine eigene Version von „Spiel und Spaß“ zu inszenieren — wie die von seinen Charakteren organisierten Dinnerpartys —, um die Seele von Spionagefilmen und seine Vorstellung davon, was Unterhaltung ist, in einen einzigen Behälter zu packen. Oder was ein Spionagefilm wirklich ist: ohne Action, wie immer konzentriert er sich auf die Psychologie der Menschen und die Allgegenwart der Technologie. Schließlich haben sogar George und Kathryn jedes Mal einen Zweck, wenn sie ihre Freunde/Kollegen/möglichen Verräter zum Abendessen einladen, und ihre Vorstellung von Freizeit ist nicht genau dieselbe wie die anderer Gäste. Das Gleiche gilt für Soderbergh, der sich innerhalb der Dualität bewegt, durch die sich ein paar Spione bewegen müssen, um ihre Ehe intakt zu halten, und dabei eine Gratwanderung macht, die bis zur Auflösung des Films hauchdünn bleiben muss, sodass sich das Publikum fragen kann, was das Doppelspiel sein könnte, das die Charaktere aufdecken müssen.

In einem geschlossenen und präzisen Behälter wie der obsessiven Denkweise eines jeden Spions trifft Black Bag ins Schwarze mit einer Tödlichkeit, die keinen Raum für Fehler lässt, und schafft ein Dilemma, in dem Soderbergh oft Risse in seiner Filmografie entdeckt hat. Doubt kehrt ins Kino des Regisseurs zurück, manchmal gepaart mit Genres, die nicht so eng miteinander verwandt sind, die aber ihr natürliches Ökosystem in der Spionage finden — so wie in seinem Kimi von 2022, der ebenfalls von Koepp geschrieben wurde. Beziehungen sind ein Mysterium, ein Spion zu sein ist ein Mysterium, zu wissen, wie man eine Ehe zusammenhält, ist ein Mysterium. Und die Mechanik hinter dem zu enthüllen, was als unkonventionell angesehen wird, war schon immer die innovativste treibende Kraft hinter Steven Soderberghs Fähigkeit, jedes Mal anders zu sein, sowohl von sich selbst als auch von den Genres, die er in seiner Karriere in Angriff genommen hat, und gleichzeitig seinem filmischen Charakter unglaublich treu zu bleiben. Genau wie der Protagonist George, der trotz der Krise in den Ermittlungen, die ihn dazu bringen könnte, seine Frau zu belasten, eine solche Hingabe empfindet, dass jedes Misstrauen gegenüber Kathryn ausgeschlossen ist. Ein Glaube, der Soderberghs gegenüber dem Kino widerspiegelt — in dem Wissen, dass er es niemals verraten könnte, auch wenn er seine Form jedes Mal ändert und mit neuen Inhalten experimentiert. Denn das hat er immer getan und wird es auch weiterhin tun: das Publikum in Geschichten mitzunehmen, die sich jedes Mal von den zuvor erzählten unterscheiden, und nutzt dabei jede verfügbare Software, jeden Satelliten und jede verfügbare menschliche Beziehung. Eine Mission, die Soderbergh sehr ernst genommen hat und zu erfüllen weiß.

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