
Das unerwartete Comeback gedruckter Reiseleiter Trotz Internet verkaufen sie weiter
Um nach Unterkünften, Veranstaltungsorten und Restaurants zu suchen, nutzen Touristen heute hauptsächlich das Internet. Online wird Zeit gespart und aktuelle Informationen finden Sie dank Plattformen wie Tripadvisor und Google Maps, ganz zu schweigen von den zahlreichen Reiseblogger-Profilen in den sozialen Medien. Lange Zeit befürchteten Verlage, die sich auf gedruckte Reiseführer spezialisiert hatten, dass das Internet irgendwann zum Zusammenbruch des Marktes führen würde. Diese Besorgnis wurde zwischen 2020 und 2021 durch die Erfahrung mit der Pandemie verstärkt, die viele Branchenfachleute als den endgültigen Schlag betrachteten, von dem eine Erholung sehr schwierig sein würde. Der Gesundheitsnotstand schränkte nicht nur das Reisen stark ein, sondern machte es auch dringender, die meisten Ausgaben zu aktualisieren, was einige Zeit in Anspruch nimmt. In der Zwischenzeit wurden viele Orte geschlossen und neue eröffnet, während die Autoren verschiedener Reiseführer nicht ins Ausland reisen konnten. Aus diesem Grund konzentrierten sich mehrere Verlage hauptsächlich auf die Veröffentlichung von Ausgaben, die lokalen Zielen gewidmet waren. Seit etwa zwei Jahren konzentrieren sich verschiedene Unternehmen der Branche jedoch wieder auf internationale Reiseziele, die sehr gefragt sind, da Reiseführer unerwartet wieder in Mode gekommen sind — bis zu dem Punkt, dass die Verkäufe fast die gleichen Zahlen wie vor 2020 verzeichnen, was die anfänglichen Befürchtungen der Branchenfachleute zerstreut.
Seit einiger Zeit ist Reisen für viele Menschen eine der beliebtesten Arten, ihr Einkommen auszugeben — auch, weil es mit den sozialen Medien einfacher geworden ist, damit zu prahlen: Waren und Gegenstände früher eher gekauft, um ihren Status online anzuzeigen, ist es heute üblicher, sich einer Auslandsreise hinzugeben. Aus diesem Grund waren 2018 und 2019 zwei sehr positive Jahre für die Reiseführerbranche. Nach der starken Verlangsamung durch die Pandemie, bei der etablierte Akteure wie Lonely Planet einen großen Teil ihres Umsatzes verloren haben, haben Reiseführer wieder an Boden gewonnen. In Italien lag der Gesamtumsatz dieses Marktes 2022 bei 26 Millionen Euro und 2023 bei 30,1 Millionen Euro — knapp unter den Gewinnen von 2019. Wie der Economist berichtete, war derselbe Trend in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich zu beobachten, den beiden Hauptmärkten für englischsprachige Reiseführer.
Warum funktionieren Reiseführer immer noch?
Trotz der Möglichkeiten, die das Internet bietet, kaufen viele Menschen aus verschiedenen Gründen weiterhin Reiseführer. Zu den Vorteilen gehört die Tatsache, dass auf Reisen die Internetverbindung nicht immer verfügbar ist und man es sich nicht leisten kann, den Akku seines Smartphones zu überlasten. Daher ist es bequemer, ein Buch zu lesen. Darüber hinaus bieten viele Verlage heute E-Book-Versionen von Reiseführern an — weniger umfangreich und im Allgemeinen praktischer für lange Reisen. Reiseführer sind jedoch immer noch erfolgreich, da Online-Informationen oft fragmentiert oder nicht vollständig zuverlässig sind und sich nicht einfach zusammenfassen, vergleichen und überprüfen lassen. Aus diesem Grund kaufen viele Touristen Reiseleiter bereits in der Phase der Reiseplanung: Gerade für anspruchsvolle Reisen ist die Vorbereitung sehr nützlich, sodass sie in der Weihnachtszeit beginnen, sie im Vorgriff auf die Sommersaison zu kaufen.
Die Wahrnehmung der in Reiseführern enthaltenen Informationen hat sich ebenfalls geändert, sodass sie für immer mehr Reisende zu einem Synonym für Zuverlässigkeit geworden sind. Es stimmt, dass man ein bestimmtes Restaurant leicht online finden kann, aber wenn es auch in einem gedruckten Führer erwähnt wird, bedeutet das oft, dass der Ort wirklich einen Besuch wert ist. Außerdem glaubte man früher, dass die in Reiseführern aufgeführten Adressen nur die beliebtesten und touristischsten seien, während das Internet immer noch mehr Nischenvorschläge bieten könnte. Heute ist das Gegenteil der Fall. Ein Reisetipp, der in einem Video auf Instagram oder TikTok veröffentlicht wird, kann eine massive Verbreitung erreichen, den Übertourismus anheizen und den Charakter eben dieser Orte verändern, die einst als fast „geheim“ galten. In den letzten Jahren haben einige Verlage jedoch versucht, ihre Veröffentlichungen an die Online-Dimension anzupassen. Aus diesem Grund wird es immer üblicher, eine kuratierte Auswahl an Adressen und Tipps anzubieten, die als Leitfaden für Reisende konzipiert sind, da das Internet oft einen Informationsüberfluss bietet und das Durchsuchen all dieser Inhalte viel Zeit in Anspruch nehmen kann.










































