Im Jahr 2025 wird der Kaffeepreis sprunghaft ansteigen Sogar in Italien, wo ein Espresso an der Bar bis zu 2 Euro kosten konnte

Unsere morgendliche Kaffeeroutine könnte sich bald ändern, da die Kosten für Kaffeebohnen auf den internationalen Rohstoffmärkten erneut steigen. Im Dezember 2024 erreichte der Preis von Arabica 3,47 USD pro Pfund, den höchsten Stand seit 1977. Gleichzeitig hat sich der Preis von Robusta im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Prognosen für 2025 deuten auf einen weiteren Anstieg hin, wobei die Preise ein Niveau erreichen, das in den letzten Jahren nicht erreicht wurde. Laut einem Bericht von Statista wurde 2018 ein Kilogramm Arabica, das als die beste Kaffeebohne gilt, für 2,93 USD pro Pfund verkauft. Es wird geschätzt, dass der Preis bis 2025 auf 4,35 USD pro Kilogramm steigen wird. Für Robusta, eine Pflanze, die für ihre Fähigkeit bekannt ist, in verschiedenen Höhen und Temperaturen zu wachsen, lag der Preis 2018 bei 1,87 USD pro Kilogramm und wird voraussichtlich bis 2025 auf 2,8 USD steigen.

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Die steigenden Kaffeepreise in diesem Jahr werden sich zweifellos auf die Kosten für Kaffeegetränke in Cafés weltweit auswirken. Laut Assoutenti konsumieren Italiener jährlich etwa 6 Milliarden Tassen Kaffee, wobei die gesamten Konsumausgaben 7,26 Milliarden Euro pro Jahr erreichen. Derzeit liegt der Durchschnittspreis einer Tasse bei 1,21 Euro, was einem Anstieg von 18,1% in den letzten drei Jahren entspricht. Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg hin, mit deutlichen Höchstwerten in einigen Städten. In Bozen beispielsweise liegt der Durchschnittspreis für einen Espresso bei 1,38 Euro, der höchste in Italien, gefolgt von Trient (1,35 Euro) und Pescara, wo der Durchschnittspreis 1,34 Euro beträgt. Umgekehrt ist Catanzaro die günstigste Stadt, wo eine Tasse immer noch 1 Euro kostet, während es in Rom rund 1,12 Euro sind. Die Zeiten, in denen ein Espresso an der Bar nur einen Euro kostete, scheinen lange vorbei zu sein, und die Möglichkeit, dass sich der Preis 2025 auf 2 Euro verdoppelt, wird immer wahrscheinlicher.

Warum steigen die Kaffeepreise?

Die Hauptursachen für den Preisanstieg sind auf den Klimawandel zurückzuführen. Laut einem wissenschaftlichen Artikel von Climate.gov „gehören zu den optimalen Bedingungen für den Kaffeeanbau tropische Klimazonen mit kühlen bis warmen, nährstoffreichen Böden und minimalen Schädlingen oder Krankheiten“. Die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete, ein Äquatorgürtel, der Mittel- und Südamerika, die Karibik, Afrika, den Nahen Osten und Asien umfasst, sind mit extremen Wetterereignissen konfrontiert. In Brasilien, dem weltweit größten Kaffeeproduzenten, verwüstete eine schwere Dürre im Sommer 2024 die Ernte, die normalerweise von Mai bis September läuft, und gefährdete auch die Produktion für das folgende Jahr, wie die New York Times berichtete. In Vietnam, dem weltweit größten Robusta-Produzenten, beschädigte eine Dürre, gefolgt von sintflutartigen Regenfällen, die weltweit größten Reserven der Pflanze.

Eine im März 2024 in der Zeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlichte Studie ergab, dass der Klimawandel die Lebensmittelpreise in den nächsten zehn Jahren um 0,9 bis 3,2 Prozent erhöhen könnte, je nachdem, um wie viel wärmer wir den Planeten werden lassen. In den am stärksten betroffenen Regionen, nämlich den tropischen Klimazonen, können die Auswirkungen verheerend sein: weniger Rohstoffe, höhere Preise. In einem Interview mit der Financial Times erklärte Giuseppe Lavazza, Präsident der Lavazza Group, deutlich: „Die Kaffeelieferkette steht dramatisch unter Druck [...] Der Klimawandel hat sich auf die Produktion in den wichtigsten Robusta-Erzeugerländern der Welt, insbesondere in Vietnam und Indonesien, ausgewirkt und die Verfügbarkeit dieser Sorte erheblich eingeschränkt.“ Obwohl die Prognosen nicht ermutigend sind, bleibt Kaffee in Italien eine unersetzliche Tradition. Selbst im Jahr 2025 wird es immer noch möglich sein, einen guten Espresso zu relativ erschwinglichen Preisen zu genießen, ein Beweis für eine Kultur, die trotz der Herausforderungen Bestand hat.

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