
Warum ist es so wichtig zu wissen, für wen Taylor Swift stimmt? Warum sich immer mehr Prominente gezwungen fühlen, ihren politischen Standpunkt mit ihren Fangemeinden zu teilen
Heute werden Prominente gebeten, eine politische Haltung einzunehmen und diese zu teilen, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Jahrzehntelang haben viele berühmte Persönlichkeiten ihre Unterstützung für einen Kandidaten oder eine Partei erklärt, eine Praxis, die in den letzten Jahren noch üblicher geworden ist. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Unterstützung von Prominenten sehr effektiv ist, um die Wahldebatte am Leben zu erhalten und die Menschen daran zu erinnern, sich für die Wahl registrieren zu lassen. Auf diese Weise tragen Prominente auch zum Image einzelner Kandidaten und allgemein der Politik bei, dem insbesondere junge Menschen zunehmend misstrauen. Die Quantifizierung der Wirksamkeit dieser Empfehlungen ist zwar komplex, aber US-Politiker suchen zunehmend die Unterstützung berühmter Sänger oder Schauspieler — und in jüngerer Zeit auch von Influencern. Eine der am meisten erwarteten Empfehlungen in diesem Jahr kam von Taylor Swift. Obwohl sie zuvor demokratische Kandidaten unterstützt hatte, darunter Joe Biden, hatte die amerikanische Sängerin ihre Meinung zu den diesjährigen Wahlen nicht umgehend geäußert. Sie tat dies kurz nach der Debatte zwischen Donald Trump und Kamala Harris im September und postete auf Instagram, um anzukündigen, dass sie für den demokratischen Kandidaten stimmen werde.
In ihrem Werbebeitrag erinnerte Taylor Swift daran, dass Trump kürzlich so getan hatte, als hätte er ihre Unterstützung: Er hatte im sozialen Netzwerk Truth einige KI-generierte Bilder veröffentlicht, die darauf hindeuteten, dass der Sänger seine Kandidatur unterstütze. Der Beitrag wurde von der Überschrift „Ich akzeptiere“ begleitet. Die Bilder wurden entworfen, um Fans des Sängers — bekannt als Swifties — zu zeigen, die Hemden mit dem Slogan „Swifties for Trump“ tragen. In ihrem Instagram-Werbebeitrag meldete sich Taylor Swift auch als Childless Cat Lady ab, ein sarkastischer Hinweis auf die republikanische Kampagne, die demokratische Frauen mit diesem Begriff beschriftete. Es wird angenommen, dass Taylor Swifts Unterstützung Kamala Harris helfen wird, sich als modischere Kandidatin zu präsentieren — etwas, das in Hillary Clintons Image etwas gefehlt hat. Harris schafft es auch, auf diese Weise durch subtilere Empfehlungen aufzutreten, wie die von Charli XCX, die sie als „Göre“ bezeichnete. Beyoncé hingegen erlaubte es, ihren Song Freedom als Soundtrack für Harris' Kampagne zu verwenden — eine Möglichkeit, Unterstützung auszudrücken, ohne zu explizit zu sein. Umgekehrt beantragte das Team von Beyoncé, als Trump denselben Song in einer Wahlkampfwerbung verwendete, sofort dessen Entfernung.
Die Bedeutung von Befürwortungen in der Politik
i’ve never felt so punished just for liking an album pic.twitter.com/O4D6lZq1UF
— carl marks (@lethalrejection) October 19, 2024
Die ersten prominenten Befürwortungen von US-Präsidentschaftskandidaten liegen viele Jahre zurück: Frank Sinatra unterstützte mindestens drei Präsidenten — Franklin D. Roosevelt, John F. Kennedy und Ronald Reagan. Ein neueres und bedeutendes Beispiel ist die Unterstützung, die Barack Obama von Oprah Winfrey, der bekanntesten und einflussreichsten Fernsehmoderatorin Amerikas, erhielt. Obama wurde auch von Beyoncé und LeBron James unterstützt, die noch nie zuvor eine öffentliche politische Erklärung abgegeben hatten. Empfehlungen funktionieren jedoch nicht immer und können manchmal nach hinten losgehen. Dies war bei Hillary Clinton der Fall, deren umfangreiche Unterstützung Hollywood zu ihrer Wahlniederlage 2016 gegen Donald Trump beitrug. Die überwältigende Zahl von Befürwortern ließ ihren Wahlkampf zu elitär und distanziert von den gewöhnlichen Menschen erscheinen, was viele Wähler dazu veranlasste, die Republikanische Partei zu bevorzugen. 2019 teilte Taylor Swift der Vogue mit, dass sie darauf verzichtet habe, Clinton öffentlich zu unterstützen, aus Angst, dass Trump dies zu seinem Vorteil nutzen würde. Für diese Entscheidung wurde sie jedoch kritisiert, und seitdem hat sie bei Präsidentschaftswahlen immer wieder Stellung bezogen. Im vergangenen Januar stellte Margaritis Schinas, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, fest, dass sich im vergangenen Jahr Zehntausende junger Amerikaner dank eines von Taylor Swift auf Instagram veröffentlichten Aufrufs zum Handeln für die Wahlen 2024 angemeldet hatten. Er äußerte die Hoffnung, dass der Sänger in Zukunft mehr Menschen, auch Europäer, dazu ermutigen könnte, sich politisch zu engagieren.













































