Gen Z hat ein Faible für Halluzinogene Jung, schön, nüchtern und distanziert

Über die Generation Z und ihre Lebensgewohnheiten, die sich so sehr von früheren Generationen unterscheiden, wurde viel gesagt. Vom frühen Zubettgehen bis hin zum Verzicht auf alkoholische Getränke — in der öffentlichen Vorstellung spricht das entstehende Porträt von einer Vielzahl junger Menschen, die introvertiert, gehemmt, von wirtschaftlicher Unsicherheit und einem zunehmend komplexen gesellschaftspolitischen Panorama betroffen sind. Aus einer internationalen Studie, die in der Fachzeitschrift Social Science & Medicine veröffentlicht wurde, geht hervor, dass unter den Verhaltensweisen von Jugendlichen in Ländern mit hohem Einkommen zwischen 1999 und 2019 ein drastischer und allmählicher prozentualer Rückgang der sogenannten „riskanten Verhaltensweisen“ zu verzeichnen war, der sich mehr oder weniger gleichmäßig auf alle analysierten Länder verteilt. Im Vergleich zu den späten Neunzigern rauchen Jungen und Mädchen weniger, konsumieren weniger Alkohol, nehmen weniger Cannabis zu sich, machen später ihre ersten sexuellen Erfahrungen und begehen weniger Verbrechen. Obwohl das Thema psychische Gesundheit zu einem generationenübergreifenden Manifest geworden ist, wissen die Jugendlichen von heute immer noch, wie man Spaß hat, sie machen es einfach anders und oft sind Drogen im Spiel. Während des Lockdowns wurde in mehreren Studien betont, dass jüngere Menschen Alkohol durch psychedelische Substanzen ersetzten, während jeder Fünfte mit Mikrodosierungen experimentierte. Halluzinogene, die oft als „antisoziale“ Medikamente bezeichnet werden, erlebten während der Entbindung ihren Höhepunkt, aber der Konsum von Pilzen, LSD, 2C-B, DMT und Ketamin nahm auch nach Abklingen des COVID-Notfalls weiter zu und übertraf MDMA und Ecstasy in der Rangliste der am häufigsten konsumierten Medikamente.

@elevatewithelliestiles Replying to @Jessica Fenty #mushrooms #consciousness original sound - Ellie Stiles

Mia Levitin in The Spectator fragt sich, ob der wissenschaftliche Fortschritt bei Psychedelika das Stigma solcher Substanzen im Laufe der Jahre nicht ausgehöhlt hat. Einerseits gibt es ein besseres Wissen über das Thema und die Normalisierung von Drogen, die einst Symbole der Gegenkultur der sechziger Jahre waren, heute alltäglicher und zugänglicher erscheinen. Sogar Elon Musk hat erklärt, dass er alle zwei Wochen „kleine Dosen“ Ketamin zur Behandlung von Depressionen auf ärztliche Verschreibung einnimmt. Mikrodosierung ist ein Phänomen, das zunehmend generationsübergreifend ist und nicht den Konsum einer bestimmten Kategorie von Medikamenten voraussetzt: Laut LifeSearch praktiziert derzeit jeder zehnte Erwachsene Mikrodosierung, was einem Anstieg von 43% seit Beginn der Pandemie entspricht. Aber der Freizeitkonsum von Halluzinogenen wird im Vergleich zu den Clubbing- und Raving-Erlebnissen der Generation Z zu einem entscheidenden Merkmal. Insbesondere die LSD-Konsumraten haben den höchsten Stand seit 1982 erreicht, Daten, die fünfmal höher sind als die Mitte der 2000er Jahre.

Die Generation Z ist eine zunehmend abstinensische Generation, die versucht, den Kanon des Spaßes neu zu definieren oder neue Wege einzuschlagen, um ihn zu erreichen. Ein greifbares Zeugnis dafür ist der drastische Rückgang der Beliebtheit von Alkohol: Unter Erwachsenen in den USA hat die Gallup-Website gezeigt, dass die Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren häufiger dazu neigt, Alkohol zu trinken (70%) als die Generation Z (60%) und die Boomer (52%). War Alkoholkonsum für Millennials eine unverzichtbare Freizeitform, mit verächtlichen Blicken auf die wenigen, die es wagten, sich Abstinenzler zu nennen, so gibt sich die Jugend von heute nicht nur mit einer Verringerung der Hemmungen zufrieden. Spaß für Gen Z beinhaltet auch Dissoziation. Das gegenkulturelle Mantra der 60er Jahre lautete „Tune in, turn on, drop out“ von Timothy Leary, einem amerikanischen Schriftsteller, Psychologen und Schauspieler, der für sein Eintreten für den Konsum psychedelischer Drogen bekannt ist. Aber fMRT-Scans, Untersuchungen, die die Zusammenhänge zwischen der Gehirnaktivierung und den Aufgaben des Probanden erkennen, haben gezeigt, dass psychedelische Substanzen dem Geist eher eine „Dissoziation“ ermöglichen, anstatt sich einzuschalten“. Wenn das DMN (das Netzwerk aus kortikalen und subkortikalen Regionen, das aktiviert wird, wenn das Individuum in vollem Wachzustand ist) offline geht, kann sich ein Patient von wiederkehrenden Denkmustern befreien, einschließlich Ideen und Überzeugungen über die Welt und das eigene Selbstbewusstsein, wodurch das Gehirn neue Verbindungen aufbauen kann. Für die Generation Z ist Spaß nicht nur eine Sehnsucht nach Leichtigkeit, sondern vor allem ein Versuch, einer Realität zu entkommen, die oft zu sehr von ihren Erwartungen abweicht.

Was man als Nächstes liest