
Sind eine Rolex und eine Birkin die neuen Safe-Haven-Anlagen? Ein neuer Bericht zeigt, dass ultraluxuriöse Accessoires zu besseren Investitionen geworden sind als Gold
Der Rat war lange Zeit immer derselbe: Gold und Eigentum sind die einzig sicheren Investitionen, wenn Sie Ihren Kindern oder Enkelkindern etwas Greifbares hinterlassen möchten. Das Edelmetall schlechthin ist seit Generationen das Symbol für umsichtige Investitionen — es ist in der Lage, Wirtschaftskrisen, Inflation und geopolitische Instabilität zu überstehen, ohne seine Rolle als sicherer Hafen zu verlieren.
In den letzten Jahren wurden jedoch Uhren, Taschen und ikonische Accessoires gekauft, um sie zu tragen, weiterzugeben und im Laufe der Zeit zunehmend an Wert zu gewinnen. Ein neuer Bericht, der von FashionICA, einer auf Vintage-Luxus spezialisierten Plattform, veröffentlicht wurde, hat die Leistung einiger der begehrtesten Accessoires des letzten Jahrzehnts mit der von Gold verglichen — und die Ergebnisse zeichnen ein ganz anderes Bild, als man es erwarten würde.
Eine Rolex als Investition
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An der Spitze der Rangliste steht die Rolex GMT-Master II, die in den letzten zehn Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 17,8% verzeichnete — eine Performance, die deutlich über den 10,4% liegt, die Gold im gleichen Zeitraum verzeichnete. Diese Zahl hat noch mehr Gewicht, wenn man sie mit der allgemeinen Entwicklung der Marke vergleicht: Betrachtet man den Durchschnitt aller Rolex-Modelle, berechnet der Bericht ein jährliches Wachstum von 18,6%, eine Zahl, die zeigt, wie fest sich die Schweizer Marke als stabiler Maßstab auf dem internationalen Markt für Sammlerstücke etabliert hat.
Die Rangliste bestätigt diesen Trend auch weiter unten auf der Liste. Die Rolex Submariner, die Datejust und die Patek Philippe Nautilus 5711/1A sind allesamt mit Modellen vertreten, die seit Jahren zu den gefragtesten Stücken auf dem Vintage-Markt gehören, was auf die konstante Nachfrage, begrenzte Verfügbarkeit und einen im Laufe der Zeit aufgebauten Ruf zurückzuführen ist.
Bei den Taschen ist das Bild weitaus selektiver. Das einzige Modell, das Gold übertreffen kann, ist die Hermès Mini Kelly II, die um durchschnittlich 13,5% pro Jahr gewachsen ist, während ikonische Modelle wie die Louis Vuitton Neverfull MM und die Chanel Medium Classic Flap ihre hohe Wertbeständigkeit unter Beweis stellen, ohne jedoch die gleiche Leistung wie Uhren zu erreichen.
Luxus-Sammeln im Jahr 2026
Der Bericht wird besonders überzeugend, wenn er zusammen mit den aktuellen Entwicklungen im gesamten Luxussektor gelesen wird. 2025 und 2026 waren herausfordernde Jahre für die großen internationalen Konzerne, die mit einer Verlangsamung der chinesischen Nachfrage, zunehmend preisbewussten Verbrauchern und einer längeren Phase von Preiserhöhungen zu kämpfen hatten, die den Kreis der potenziellen Käufer zunehmend eingeschränkt hat. Die Ergebnisse vieler Konglomerate deuten auf ein viel langsameres Wachstum und einen Umsatzrückgang hin.
Gleichzeitig hat sich der Sekundärmarkt nach seiner eigenen Logik weiterentwickelt, die auf Knappheit, internationaler Nachfrage und Sammeln beruhte, was wiederum für den Elitismus des klassischen Luxus spricht. Die Objekte, die dieses Wachstum vorantreiben, gehören zu einer ganz bestimmten Kategorie: Stücke, die seit Jahrzehnten existieren, in begrenzten Mengen produziert werden und auch viele Jahre nach ihrem ersten Kauf noch eine hohe Liquidität aufweisen. Genau aus diesem Grund verhalten sich eine Rolex oder eine Patek Philippe am Ende viel mehr wie ein Kunstwerk, ein Vintage-Ferrari oder ein Designklassiker als wie ein schlichtes Luxus-Accessoire. In der Zwischenzeit verzeichnen weitaus trendigere Schmuckstücke — wie das Cartier Love Bracelet oder die Van Cleef & Arpels Vintage Alhambra — ein sehr bescheidenes Wachstum, und selbst ein prestigeträchtiges Modell wie die Audemars Piguet Royal Oak 15400ST schließt den untersuchten Zeitraum mit einer negativen Wertentwicklung ab.
Die Generation Z schreibt auch die Regeln des Sammelns um
found a vintage bulova watch that has a secret compartment for a photo and someone put a photo of hedy lamarr pic.twitter.com/kmnXc2xpyH
— ana (@pelicinema) January 7, 2026
Ein weiteres Element, das zur Kontextualisierung dieser Daten beiträgt, ist der Generationswechsel, der den Uhrenmarkt derzeit umgestaltet. In den letzten Jahren hat die Generation Z den Reiz von Vintage-Uhren und gebrauchten Luxusuhren entdeckt und dazu beigetragen, die Sammlerbasis weit über traditionelle Enthusiasten hinaus zu erweitern. Wiederverkaufsplattformen, soziale Netzwerke und Online-Communities haben Referenzen wie die Rolex GMT-Master II, die Daytona und die Patek Philippe Nautilus zu Objekten der Begierde für ein viel jüngeres Publikum gemacht und die Nachfrage angeheizt, die auch weiterhin den Sekundärmarkt stützt.
Untersuchungen von Watchfinder zeigen, dass das Interesse von unter 30-Jährigen an Luxusuhren zunimmt. Eine von YouGov und Chrono24 durchgeführte Umfrage zeigt, dass Verbraucher im Alter von 18 bis 24 Jahren fast doppelt so häufig eine solche kaufen wie die durchschnittliche Person. Dies ist auch einer der Gründe, warum sich einige Ikonen der Uhrmacherkunst trotz einer Phase des Abschwungs traditioneller Luxusgüter weiterhin wie Sammlerstücke verhalten, getragen von einer Nachfrage, die sich von einer Generation zur nächsten ständig erneuert.










































