
Die süße Grunge-Melancholie der SS27-Show von Coach Stuart Vevers besteht darauf, wiederholt sich und seltsamerweise funktioniert es
Coach ist eine Marke, die in letzter Zeit immer stärker geworden ist. Ihr Erfolg lässt sich auf zwei Arten erklären: Einerseits gibt es exzellentes Marketing in Kombination mit einer Zugänglichkeit, die der Rest der Mode heutzutage ignoriert; auf der anderen Seite gibt es eine Runway-Ästhetik, die Bonton beiseite gelegt und sich für rauere, grungere Töne entschieden hat, die die Marke unwiderstehlich erwachsen machen. Dieselbe Ästhetik kehrte gestern auf der Coach SS27 Show zurück, die anlässlich des 85-jährigen Bestehens der Marke ausschließlich auf zwei Themen ausgerichtet war: Erinnerungsfeiern und Geburtstagsfeiern. Eine typisch New Yorker Mischung aus Nostalgie und Eleganz, die in jedem Look der Kollektion zum Ausdruck kam.
Die Farben und Silhouetten waren sehr streng. Erstere waren gedämpft, aschgrau und metallisch — eine Kälte, die durch den Beginn der Herbstsaison, die wir gerade erleben, noch reizvoller wurde, obwohl es sich bei der Kollektion theoretisch um eine Sommerkollektion handelte; letztere waren länglich und entschlossen, doch nicht ohne eine gewisse hedonistische Hingabe, die sich sowohl in den nackten Armen vieler Looks als auch in den drapierten, schräg geschnittenen Kleidern ausdrückte. Besonders interessant war das Ärmeldetail, das, wenn überhaupt Ärmel vorhanden waren, grob gestrickt war, als ob die anatomische Struktur der Oberteile erhalten geblieben wäre.
Eine Mischung aus Robustheit und Lässigkeit entstand stattdessen bei Blazern, die wie Pullover um die Taille gewickelt waren, aus den weiten, lockeren Proportionen fast aller Hosen, Oberbekleidung und langen Kleidern sowie aus ärmellosen Lederoberteilen — kurz geschnitten und direkt auf der Haut getragen — und aus einer Reihe maßgeschneiderter Looks, insbesondere Mäntel und Blazer, die von innen nach außen gefertigt wurden und das Seidenfutter auf der Außenseite hatten. Zwei Ketten, die irgendwo zwischen Esoterik und Melancholie lagen, dienten als Accessoires: eine mit einem großen Kristallanhänger, die andere, an der eine trägerlose Armbanduhr hing.
Für einen letzten theatralischen Akzent wurden eine Reihe von Schleifen, wie sie auf Geburtstagsgeschenken zu finden sind, als Boutonniere aus Leder oder Metall am Revers befestigt; kegelförmige Partyhüte, wie man sie bei Kinderfeiern findet; Taschen in Form von Geschenkboxen aus abgenutztem, silbernem Leder; und vor allem ein Staub von künstlichem Konfetti, das sowohl auf den Taschen als auch auf den Körpern der Models angebracht war. Überall herrschten erodierte und gealterte Texturen — ein Gefühl von Zeit, die vergeht und verblasst und hinterlässt Patinas, Falten und Unvollkommenheiten, die dennoch eine Stärke und Faszination ausstrahlten, die absolut hypnotisch waren.
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