
Wenn Luxus Chinas Geld will, muss er in China investieren Sabato De Sarno, Kerings Wette auf Icicle und der neue Investitionstrend
Im vergangenen April erwarb Kering im Rahmen seiner neuen Expansionsstrategie auf dem chinesischen Markt eine Minderheitsbeteiligung an Icicle, einer 1997 in Shanghai gegründeten Konfektionsmarke, die zusammen mit der französischen Maison Carven zur ICCF-Gruppe gehört. Dies ist die jüngste Investition von Kering in China, nach einer weiteren Investition in die Schmuckmarke Borland Ende 2025 und der Übernahme einer weiteren Schmuckmarke, Qeelin, die bereits 2013 erfolgte.
Fünf Monate nach der Investition in Icicle ernannte die ICCF Group Sabato De Sarno — der von Januar 2023 bis Februar 2025 als Creative Director von Gucci tätig war — zum neuen Creative Director der Marke. Seine erste Kollektion wird für Herbst 2027 erwartet. Diese Luxusmarke, die seit dreißig Jahren besteht und seit über einem Jahrzehnt ein Designstudio in Paris besitzt, feierte übrigens erst im März 2025 ihr Debüt auf dem Laufsteg. Eine Entscheidung, die im Nachhinein hätte signalisieren müssen, dass etwas in Bewegung ist.
Icicle bewegte sich in Europa schon immer mit großer Vorsicht: Das erste europäische Geschäft wurde 2019 in Paris eröffnet, sechs Jahre nach der Gründung eines Studios. Im Laufe von sieben Jahren folgten drei weitere Standorte in der Stadt und ein Geschäft in Dublin. Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt nach der Ankunft der Marke auf dieser Seite der Welt, hat sie einen Kreativdirektor: Er ist nicht nur hochkarätig und relativ „neu“ unter den Designern von Luxusmarken, sondern stammt auch aus dem Luxuskonzern, der erst wenige Monate zuvor in die Marke investiert hat. Es ist unmöglich, in dieser Wahl keine Strategie zu sehen. Aber welcher?
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