
Was passiert bei Aeffe? Ein mysteriöser Investor könnte die Gruppe vor den Schulden retten
Für Aeffe, die Muttergesellschaft der Marken Alberta Ferretti, Moschino und Pollini, waren die vergangenen Monate alles andere als einfach. Im Juni wurde bekannt gegeben, dass Adrian Appiolaza nach gerade einmal zwei Jahren die kreative Leitung von Moschino verlassen würde – diese ist nun an die Gründer von Sunnei, Loris Messina und Simone Rizzo, übergegangen. Im Monat zuvor sollen die Schulden der Gruppe auf 101,8 Millionen Euro angewachsen sein, gegenüber 67,7 Millionen zum Ende des Jahres 2024. Der Umsatz von Aeffe soll heute bei 155 Millionen Euro liegen, ein Rückgang von 25,4 % gegenüber den 207,8 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Aus diesem Grund erscheinen die kursierenden Gerüchte über eine mögliche Übernahme der Gruppe nicht allzu unrealistisch.
Wer ist Oxy Capital?
Aeffe soll derzeit in ein ausgehandeltes Krisenbereinigungsverfahren eingebunden sein – ein Verfahren, das Unternehmen in Schwierigkeiten ermöglicht, mit Gläubigern in Dialog zu treten, um eine Lösung zu finden und die Sanierung zu fördern, ohne dass es zu komplizierteren Situationen kommt. In diesem Zusammenhang würde das Interesse von Oxy Capital ins Spiel kommen, einer Gesellschaft mit Sitz in Lissabon und Mailand, die auf die Restrukturierung von Unternehmen in Schwierigkeiten durch finanzielle und organisatorische Maßnahmen spezialisiert ist.
Das Unternehmen soll als Hauptinvestor eines Konsortiums aus Industrie- und Finanzpartnern agieren, das sich noch in der Definitionsphase befindet. Das Angebot sei derzeit vorläufig und unverbindlich, da die erforderlichen wirtschaftlichen, finanziellen und rechtlichen Prüfungen, die für eine etwaige endgültige Einigung notwendig sind, noch laufen.
Zeichnet sich ein potenzieller asiatischer Investor ab?
Mit Unterstützung der Investmentbank Lazard soll Aeffe jedoch auch ein zweites, für den Verwaltungsrat durchaus interessantes Angebot erhalten haben: Es handelt sich dabei um einen Industrieakteur, der hauptsächlich auf dem asiatischen Markt tätig ist und über umfangreiche Erfahrung im Management internationaler Modemarken verfügt, dessen Identität jedoch nicht bekannt gegeben wurde. Berichten zufolge sei der Investor daran interessiert, das gesamte Geschäft von Aeffe zu übernehmen und dabei sämtliche Verbindlichkeiten der Gruppe zu übernehmen, sobald das im Codice della Crisi d'Impresa vorgesehene Restrukturierungsverfahren abgeschlossen ist.
Das Angebot soll auch ein Bridge Loan, also eine Überbrückungsfinanzierung, von bis zu 25 Millionen Euro umfassen, um die operative Kontinuität der Gruppe bis zum 31. Dezember zu sichern. Der Betrag würde in zwei Tranchen ausgezahlt: eine erste von bis zu 16 Millionen zwischen Juli und September und eine zweite in Höhe von 9 Millionen bis Jahresende. Sowohl das Darlehen als auch die etwaige Übernahme würden vollständig aus eigenen Mitteln des Investors finanziert.
Sollte die Transaktion zustande kommen, würde Aeffe von der aktuellen Schuldenlast befreit, wäre jedoch gleichzeitig im Wesentlichen ohne eigene operative Vermögenswerte, die an den neuen Käufer übertragen würden. Die Prüfungen sollen noch andauern, und in den kommenden Wochen könnte Oxy Capital ein verbindliches Angebot vorlegen. In der Zwischenzeit wurde die Anhörung vor dem Gericht in Bologna bezüglich der für die Restrukturierung beantragten Schutzmaßnahmen auf den 15. Juli vertagt. In diesem Zusammenhang könnte sich für Aeffe eine echte Erholungschance eröffnen, die ein vielversprechendes Klima für die neuen kreativen Ansätze schafft, die dazu auserkoren sind, das Schicksal der Gruppe neu zu schreiben.













































