Die chinesische Regierung fordert Shein auf, die Produktion nicht ins Ausland zu verlagern Die US-Zölle erschüttern selbst die stärksten Fundamente des Landes

Nach den hohen Zöllen von Trump auf chinesische Importe hat der Fast-Fashion-Riese Shein eine Strategie gestartet, seine Produktionszentren außerhalb Chinas, dem Ursprungsland des Unternehmens, zu verlagern. Die chinesische Regierung lehnte den Vorschlag jedoch entschieden ab, da sie befürchtete, dass die Verschiebung die Arbeitslosenquote und damit die Wirtschaft der Republik stark beeinflussen könnte. Laut Bloomberg kontaktierte das chinesische Handelsministerium Shein und andere Unternehmen und riet dringend davon ab, mit Beschaffungs- und Produktionsstätten in anderen Ländern zusammenzuarbeiten. Dem Sender zufolge kam die Anfrage jedoch nur wenige Tage vor der Ankündigung der neuen Tarife durch Trump, und auf Anfrage der Regierung hat Shein vorerst die Inspektionen eingestellt, die es bei seinen chinesischen Lieferanten von Fabriken in Vietnam und anderen südostasiatischen Ländern durchgeführt hat. Shein vertritt eine der größten Wirtschaftsmächte des Landes, daher könnte die Verlagerung von Produktionszentren Chinas Wirtschaft in einer für das Land äußerst sensiblen Zeit stark belasten.


Die von Trump auf den gesamten internationalen Handel verhängten Zölle sind für China, den wichtigsten wirtschaftlichen Konkurrenten der Vereinigten Staaten und ein riesiges Exportzentrum, besonders schwerwiegend: Das Land wird mit Importzöllen von 54% rechnen müssen, eine praktisch untragbare Zahl. Die Positionierung von Shein und Temu auf amerikanischem Boden könnte ebenfalls stark beeinträchtigt werden: Eine der Hauptstärken der beiden Marken in den USA war die Möglichkeit, ihre Produkte zollfrei zu versenden, aber die „Abkürzung“ läuft am 2. Mai in weniger als einem Monat aus, sodass die Unternehmen möglicherweise gezwungen sein könnten, ihre Preise noch weiter zu erhöhen. Da es sich um Fast-Fashion-Unternehmen handelt (also Kleidung, die schnell und kostengünstig hergestellt wird), könnte der Preisanstieg Shein und Temu dauerhaft von den amerikanischen Verbrauchern wegtreiben — der US-Markt ist zusammen mit dem europäischen Markt einer ihrer größten Verkaufsstellen.

Nach Trumps Drohungen, die Zollbefreiungen für Kleinverpackungen aufzuheben, begann das Unternehmen ab Februar, wichtigen Lieferanten Anreize zu bieten, sich auf Produktionsstätten in Vietnam zu verlassen. Und jetzt tut die chinesische Regierung alles in ihrer Macht Stehende, um die Blutung zu stoppen, bevor es zu spät ist. Gegenwärtig steht die chinesische Wirtschaft unter Druck von allen Seiten: Neue amerikanische Zölle bedrohen die internationale Macht des Landes, während im Inland die Regierung und die Hersteller miteinander kollidieren, wobei erstere befürchten, die lokale Produktion zu verlieren, und letztere versuchen, sich an externe Fabriken zu klammern, nur um die Produktionskosten zu sparen. Viele chinesische Unternehmen hatten bereits während Trumps erster Amtszeit damit begonnen, ihre Verarbeitungszentren ins Ausland zu verlagern, insbesondere nach Kambodscha, sodass weitere Änderungen der chinesischen Produktion einen letzten Schlag versetzen könnten. Die Frage der Zölle ist ein ernstes Problem für Shein, das sich seit etwas mehr als einem Jahr auf den Börsengang an der Londoner Börse vorbereitet. Zwischen Trumps Zöllen und den Bedenken der chinesischen Regierung könnte das Unternehmen wichtige Investitionen verlieren. Vielleicht versucht es gerade deshalb, sein Image in Europa zu verbessern, mit Veranstaltungen und Initiativen in der gesamten Region, auch bei kleinen italienischen Unternehmen.

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