
Chanels Lieblingshobby? Kauf der italienischen Lieferkette In weniger als einem Monat erfolgt eine weitere Investition der französischen Maison
Es scheint fast so, als ob jede Woche neue Nachrichten über Chanels Investitionen in die italienische Lieferkette kommen. Nach der Übernahme einer Beteiligung an Leo France — einem langjährigen Partner der Maison in der Schmuckherstellung — und der Übernahme von Grey Mer, einem Schuhunternehmen mit Sitz in der Romagna, konzentriert sich der jüngste Schritt des französischen Riesen mit Mantero auf den Kern der italienischen Seidenproduktion. Laut Il Sole 24 Ore hat Chanel eine 35-prozentige Beteiligung an dem in Como ansässigen Unternehmen übernommen und damit eine professionelle Beziehung gefestigt, die seit über fünfzig Jahren besteht. Dies ist keine Ausnahme, sondern eine zunehmend verbreitete Strategie in der Beziehung zwischen großen internationalen Konzernen und italienischen Fertigungsunternehmen: eine langjährige Zusammenarbeit, die sich zu einer Eigenkapitalpartnerschaft entwickelt. Diese Dynamik wurde wiederholt im Modesystem beobachtet, in dem kleine und mittlere Familienunternehmen aufgrund ihres Fachwissens, ihrer Vision und ihrer Innovationsfähigkeit zu wichtigen Knotenpunkten für diejenigen werden, die Zuverlässigkeit und Qualität in der Produktion suchen.
Chanels Einstieg in Mantero — eine der ikonischen Seidenfabriken im Bezirk Como, die seit 1902 aktiv ist — bestätigt den strategischen Wert, den lokale Lieferketten auch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Kontext weiterhin haben. Wie Franco Mantero, derzeitiger Präsident des Unternehmens und Vertreter der vierten Generation der Familie, gegenüber Il Sole 24 Ore sagte, geht diese Art von Betrieb weit über eine einfache kommerzielle Konsolidierung hinaus: „Ich glaube, Chanel hat unseren strategischen Weg und die von uns eingeführte Managementstruktur erkannt. In einem Familienunternehmen ist es selten, eine so artikulierte und gemeinsame Unternehmensführung zu sehen.“ Chanel seinerseits bestätigte den Deal in einer offiziellen Erklärung und bezeichnete die Übernahme als „natürliche Erweiterung“ seiner historischen Beziehung zu Mantero und als Zeichen seines Engagements für die Unterstützung der Entwicklung. Das französische Unternehmen betonte auch, dass das Unternehmen weiterhin mit all seinen Kunden zusammenarbeiten und dabei die betriebliche Autonomie wahren werde, was dem Ansatz entspricht, den es in ähnlichen früheren Geschäftsbereichen verfolgt hat.
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Über den wirtschaftlichen Aspekt hinaus sendet die Operation ein starkes Signal an das Seidenviertel und allgemein an die gesamte italienische Textilindustrie. In einer Zeit, in der das Produktionsvolumen schrumpft — ein Trend, der sich in den letzten zwei Jahren verstärkt hat — verstärken Partnerschaften wie die zwischen Chanel und Mantero die Wahrnehmung Italiens als zentrale Drehscheibe für hochwertige Fertigung. „Es ist eine Botschaft des Vertrauens“, so Franco Mantero, „und zeigt, dass Unternehmen mit einer klaren Vision und den richtigen Tools auch in komplexen Zeiten den Herausforderungen des Marktes bewusster begegnen können.“ Chanels Entscheidung ist auch von großer strategischer Bedeutung, insbesondere angesichts des aktuellen globalen Szenarios, das vom Handelskrieg geprägt ist. Das Ziel, in Bezug auf die Produktion ein autarkes Unternehmen zu werden, ist ein wichtiger Hebel zur Senkung der Import- und Exportkosten. Vor allem, wenn man zwei Faktoren berücksichtigt: auf der einen Seite die Krise im ostasiatischen Kundenstamm, auf der anderen Seite die zunehmende „rein amerikanische“ Besessenheit, die auf der anderen Seite des Atlantiks die Oberhand gewinnt. In diesem Zusammenhang könnte die wirksamste Strategie für viele Luxusgiganten darin bestehen, zu Hause zu spielen und sich erneut auf den europäischen Markt zu konzentrieren. Gleichzeitig verdeutlicht die immer prominentere Präsenz der französischen Maison ein Paradoxon: Das „Italien“ im Made in Italy wird immer minoritärer. Es ist fast unvermeidlich, sich zu fragen, ob ausländische Investitionen heute die einzige Möglichkeit sind, die italienische Produktionskette zu schützen.













































