Warum ist es so schwierig, Einkäufe zurückzugeben? Wenn das Internet ein Problem ist, scheint das Einkaufserlebnis im Geschäft noch schlimmer zu sein

Es gibt mehrere Faktoren, die die Wahrnehmung einer Marke beeinflussen: vom Erlebnis im Geschäft über die Geschwindigkeit der Online-Oberfläche bis hin zu Markenidentität und Marketingstrategien. Unter diesen bleibt das Kundenerlebnis jedoch einer der wichtigsten Kontaktpunkte, da es sich direkt darauf auswirkt, wie Verbraucher eine Marke bewerten. Für viele Fast-Fashion-Marken (und ähnliche Marken) stellen Einzelhandelsumsätze angesichts des hohen täglichen Transaktionsvolumens den unmittelbarsten Test für diese Erfahrung dar. Allerdings enden nicht alle Käufe erfolgreich: Frustration über einen falschen Artikel oder einfach Bedenken können zu einer Rückgabe führen, ein wichtiger Schritt, insbesondere für große internationale Modemarken. Retouren sind nicht nur ein logistischer Aspekt, sondern auch eine entscheidende Chance für die Kundenbindung. Sie beeinflussen sowohl die Loyalität als auch die Wahrnehmung der betrieblichen Effizienz einer Marke. Eine eingehende Analyse von 4.541 Bewertungen, einschließlich Rückmeldungen, die auf Yelp (der wichtigsten Plattform, die in den USA für die Bewertung von Unternehmen und Geschäften verwendet wird) an 29 Filialen in New York veröffentlicht wurden, zeigt deutlich, dass einige Ketten die Kunst der reibungslosen Verwaltung von Rücksendungen beherrschen, während andere Schwierigkeiten haben, Ineffizienzen einzudämmen, da Wartezeiten die Geduld der Kunden auf die Probe stellen. Die von Classy Leather Bags durchgeführte Studie zeigt signifikante Unterschiede in der Effizienz der Rückgabeprozesse auf: Während einige Geschäfte ihre Systeme optimiert haben, gibt es in anderen noch Verbesserungspotenzial.

Eines der auffälligsten Ergebnisse ist UNIQLO, das mit 1.722 analysierten Bewertungen — von denen sich 120 auf negative Rückkehrerfahrungen bezogen — eine außergewöhnlich niedrige Unzufriedenheitsrate von nur 6,97% beibehielt. Dies ist besonders beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Wartezeit bei etwa 16,71 Minuten liegt. Im Vergleich dazu verzeichnete Zara eine negative Bewertungsrate von 27,60% (mit 353 Beschwerden von 1.279 Bewertungen) und eine durchschnittliche Wartezeit von 18,34 Minuten. Nordstrom hatte trotz seines Rufs als erstklassiger Kundenservice mit 22,81 Minuten die längste Wartezeit unter den analysierten Marken mit einer negativen Rücklaufquote von 12,53%. H&M gab sich mit einer Unzufriedenheitsrate von 8,67% zufrieden (durchschnittliche Wartezeit 16,84 Minuten), während American Eagle mit einer durchschnittlichen Wartezeit von nur 10,58 Minuten trotz einer Unzufriedenheitsrate von 11,06% am schnellsten war. Kundenberichte machen die Daten noch menschlicher: Ein Zara-Käufer beschrieb den Service als „einfach katastrophal“, während bei Nordstrom trotz längerer Wartezeiten die Rezensenten kleine Gesten der Freundlichkeit lobten, wie z. B. vom Personal angebotene Brownies oder kostenlose Schönheitsproben während der Wartezeit. Dies deutet darauf hin, dass die Preis- oder Marktpositionierung nicht unbedingt kürzere Wartezeiten oder einen einwandfreien Service garantiert. Die Studie bezeichnet dies als das „Premium-Paradoxon“ und zeigt, wie selbst High-End-Einzelhändler mit betrieblichen Ineffizienzen konfrontiert werden können.

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Die Studie entlarvt auch einen weiteren Einzelhandelsmythos: die Annahme, dass ein höheres Verkaufsvolumen zwangsläufig zu längeren Wartezeiten führt. Während UNIQLO die meisten Bewertungen insgesamt verarbeitet und gleichzeitig eine der niedrigsten negativen Rücklaufquoten beibehält, weist Zara trotz eines geringeren Volumens eine deutlich höhere Unzufriedenheitsquote auf. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen (die National Retail Federation schätzt, dass Retouren US-Einzelhändler jährlich rund 816 Milliarden US-Dollar kosten), fallen auch erhebliche Umweltkosten an. Transport, Verpackung und Wiederauffüllung tragen alle zu einem hohen CO2-Fußabdruck bei. Lange Wartezeiten oder ineffiziente Rückgabeprozesse erhöhen nur den Energieverbrauch, die Emissionen und den Abfall. Im vergangenen November wurde berichtet, dass die Situation bei Online-Retouren so dramatisch geworden war, dass Startups und Marktplätze vom Weiterverkauf zurückgegebener Artikel profitierten, um Überbestände zu reduzieren und Verschwendung zu vermeiden.

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Laut der Studie konzentrieren sich die Lösungen auf vereinfachte Rückgabeprozesse (wie American Eagle gezeigt hat, das bei der Bearbeitungsgeschwindigkeit führend ist), transparente Richtlinien und den Einsatz digitaler Technologien, um Fehler zu reduzieren und die Kommunikation mit Kunden zu verbessern. Daten bestätigen, dass ein strukturiertes Retourenmanagement unabhängig von der Marktpositionierung einer Marke einen echten Unterschied macht. Während UNIQLO mit einer negativen Feedback-Rate von 6,97% den Standard setzt, hat Zara mit 27,60% noch viel Verbesserungspotenzial. Unabhängig davon, wie „hochwertig“ eine Marke ist, bleibt der effiziente und einfühlsame Umgang mit Retouren ein wichtiger Erfolgsindikator, da er sich sowohl auf die Kundenzufriedenheit als auch auf die Nachhaltigkeit des Einzelhandelsbetriebs auswirkt. Schließlich erinnern sich Menschen eher an menschliche Interaktionen als an die Tatsache, dass sie fünf Minuten länger gewartet haben.

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