Was ist, wenn Jacquemus Chanels neuer Creative Director wird? Eine plausible Hypothese, die jedoch zur Diskussion steht

Gerüchte darüber, wer der neue Creative Director von Chanel sein könnte, werden immer dringlicher. Immer mehr Insider-Nachrichtenexperten untersuchen die Hintergründe des Auswahlverfahrens, und eine von ihnen ist Lauren Sherman von Puck, einer gut informierten und einfallsreichen Quelle. Vor Kurzem erwähnte Sherman im Zusammenhang mit einem möglichen bevorstehenden Termin bei Chanel unter anderem den von Simon Porte Jacquemus, dem Schöpfer einer der beliebtesten Marken der zeitgenössischen Szene. Aber was würde passieren, wenn Jacquemus wirklich der neue Kreativdirektor des historischen Pariser Hauses würde? Alles begann, als Virginie Viard, seit 2019 Kreativdirektorin von Chanel, im Juni 2024 plötzlich ihre Position verließ. Laut Sherman war die etwas plötzliche Nachricht von ihrer Abreise nicht geplant, und sie sollte weniger abrupt kommen. Schließlich ist Viard ein Veteran der Marke mit über 30 Jahren Erfahrung. Dank ihres starken Markenwerts und der Wiedererkennbarkeit ihrer Produkte, die sich über zahlreiche Kategorien erstrecken, lässt sich das Markenmanagement verständlicherweise Zeit. Eine von Sherman vorgelegte Information, die sehr plausibel erscheint, ist, dass die Wertheimers, die Eigentümer der Marke und das gesamte Management nach einer langfristigen Figur suchen, nach jemandem, der jahrzehntelang bleiben wird. Sie sind nicht an einer schnellen Fluktuation interessiert — daher wird ihre Wahl sehr durchdacht sein, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zu besetzende Stelle von größter Bedeutung ist. Und laut Sherman war Simon Porte Jacquemus einer der am meisten diskutierten Namen.

@immaculate.style Simon Porte Jacquemus is reportedly the front runner for the Chanel creative director position. This was reported by Lauren Sherman in her fashion newsletter last night. While other candidates like Thom Browne and Peter Mulier are still in the running, Simon makes logical sense when thinking long term - he’s young, recognizable, and Karl Lagerfield himself was quite fond of him. #jacquemus #chanel #karllagerfeld #simonportejacquemus #fashionnews original sound - Antonio Padilla

Von Sherman zitierte anonyme Quellen behaupten, Bruno Pavlovsky, derzeitiger Präsident der Modeabteilung von Chanel, habe Jacquemus von Anfang an unterstützt und gleichzeitig andere Optionen in Betracht gezogen. Nichtsdestotrotz scheint die inoffizielle „Kandidatur“ zumindest teilweise überzeugend gewesen zu sein, und Jacquemus hatte bereits ein Interview sowohl mit Pavlovsky als auch mit Chanels globaler CEO, Leena Nair. Der nächste Schritt sollte ein entscheidendes Treffen mit Chanels Besitzer Alain Wertheimer in London sein. Aber wie bereits erwähnt, wird die Wahl nicht überstürzt sein, und alle anderen Optionen liegen noch auf dem Tisch. Sherman nennt andere Designer wie Thom Browne und Pieter Mulier von Alaïa als potenzielle „Konkurrenten“, die von der Schweizer Firma Egon Zehnder identifiziert wurden, die das Auswahlverfahren für eine so begehrte und doch komplexe Position abwickelt. Es gibt jedoch theoretische Gründe, warum Jacquemus eine gute Wahl sein könnte: Erstens ist der Designer jung, bekannt und wird von einem jüngeren Publikum geliebt, ein Ziel, das für große Luxusmarken immer wichtiger wird. Noch wichtiger ist, dass Jacquemus seine Fähigkeit unter Beweis gestellt hat, seine Shows mit relativ wenigen Ressourcen unvergesslich zu machen (wenn nicht sogar viral in den sozialen Medien) — oft dank seiner spektakulären Kulissen, wie den Lavendelfeldern in der Provence oder der Casa Malaparte auf Capri. Eine Fähigkeit, die Lagerfeld mit hohen Budgets maximierte, die Jacquemus aber auf seine Art zweifellos besitzt. Man könnte auch hinzufügen, dass Jacquemus bereits in Bad Bunnys Outfit für die von Lagerfeld gewidmete Met Gala auf Chanels Codes verwiesen hatte, was seine Fähigkeit unter Beweis stellte, die Codes der Maison zu verwalten und zu interpretieren.

Eine der Fragen, die diese Eventualität aufwirft, ist, was mit der Marke Jacquemus passieren würde, wenn Chanel ihn auswählen würde. Damals war Lagerfeld in der Lage, Chanel, Fendi und seine eigene persönliche Linie gleichzeitig zu leiten, sodass das Szenario einer doppelten Ernennung (ähnlich wie bei Jonathan Anderson) nicht ungewöhnlich war. Tatsächlich geht Sherman davon aus, dass die Familie Wertheimer die Marke Jacquemus sogar finanziell unterstützen könnte, deren Eigenkapital und Gewinne erheblich steigen könnten, wenn ihr Gründer eine so prestigeträchtige Position innehaben würde. Es ist jedoch noch nichts sicher. Wer erinnert sich an die vielen Spekulationen rund um Virgil Ablohs Nachfolger? Fast niemand sagte voraus, dass Pharrell Williams am Ende ausgewählt werden würde, eine Ernennung, die nach einer langen Zeit kam, aber letztendlich geklappt hat, was zeigt, wie wichtig eine vorsichtige Wahl ist. Aber wenn Louis Vuitton nur einen Kreativdirektor für Herrenmode bräuchte, wird jeder, der Viards Platz einnimmt, die gigantische Aufgabe haben, eine der ikonischsten Marken der Geschichte, die immer unabhängig geblieben ist, in eine neue Ära zu führen. Daher ist es von größter Bedeutung, wer auch immer diese Person sein mag, sie sorgfältig auszuwählen.

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