Wer wird nach Virginie Viard bei Chanel kommen? Die Auditions für den neuen Creative Director sind offiziell eröffnet

Mit einem Schritt, der viele überraschte, ist Virginie Viard nach fünf Jahren als Kreativdirektorin von Chanel gegangen. Das Unternehmen kündigte an, dass in Kürze eine neue kreative Ausrichtung bekannt gegeben wird. Viard, 62 Jahre alt, erbte ihre Rolle nach dem Tod von Karl Lagerfeld im Jahr 2019 und hat seitdem eine Zeit eingeleitet, die von Kritikern und der Öffentlichkeit vielleicht nicht geliebt wird, aber finanziell sicherlich erfolgreich ist. Laut dem Modeorakel Miss Tweed wollte sich Viard nach mehr als dreißig Jahren in der Marke eigentlich von der Szene zurückziehen: Die Designerin begann ihre Reise 1987 als Praktikantin und stieg schnell durch die Reihen auf, um Lagerfelds rechte Hand zu werden. Trotz ihrer Abreise wird Chanels Winter-Haute Couture-Kollektion wie geplant weitergeführt. Ihre Präsentation ist für den 25. Juni an der Opéra Garnier in Paris geplant. Dies zeigt, wie viel vom Erfolg der Marke eher mit ihrer Markenbekanntheit als mit der Anerkennung durch Designer zusammenhängt.

Erst vor wenigen Wochen hatte Chanel nach einem Jahr mit Rekordumsätzen im Jahr 2023 sein Vertrauen in Viard bekräftigt. Unter ihrer Führung erzielte die Marke einen Umsatz von 19,7 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 16% innerhalb eines Jahres entspricht. In allen Kategorien und Märkten war ein starkes Wachstum zu verzeichnen, einschließlich Konfektionswaren, das sich in einem einzigen Jahr mehr als verdoppelte. CEO Leena Nair und CFO Philippe Blondiaux hatten betont, dass die Strategie und die kreative Ausrichtung der Marke unverändert bleiben würden — was viele zu der aufrichtigen Annahme veranlasste, dass der Klatsch über einen kreativen Führungswechsel weit entfernt sei. Es versteht sich von selbst, dass die Suche nach dem nächsten Creative Director jetzt eröffnet ist. Drei Namen sind im Umlauf: Hedi Slimane, Pierpaolo Piccioli und Sarah Burton. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Laut Miss Tweed ist Hedi Slimane der Hauptanwärter, ein Schritt, der für die Marke Sinn machen würde, die endlich eine profitable Herrenlinie auf den Markt bringen könnte, obwohl es schwierig sein könnte, die für Slimane normalerweise erforderliche totale kreative Kontrolle mit der Realität einer Marke in Einklang zu bringen, die wie Celine schwer zu „zähmen“ ist. Darüber hinaus könnte ein Wettbewerbsverbot in Betracht gezogen werden, das Slimane daran hindern könnte, das Team für mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr zu wechseln.

Bei Pierpaolo Piccioli sieht es anders aus: Ein Designer, der sich bereits mit Haute Couture auskennt, kommerziell extrem stark und theoretisch perfekt, um Chanels Ruf zu „reparieren“, der trotz steigender Umsätze sein Problem möglicherweise mit Kommentaren in den sozialen Medien lösen möchte, die seit Jahren die Kollektionen des Designers und die Looks seiner Botschafter auf dem roten Teppich scharf kritisieren. Weniger belegt sind die Gerüchte, denen zufolge Sarah Burton die Marke leitet, aber ihre potenzielle kreative Ausrichtung könnte ein interessantes neues Kapitel in der Karriere einer brillanten Designerin sein, die ihr ganzes Leben lang im Schatten von Alexander McQueen geblieben ist — die Vorteile ihrer Ernennung ähneln denen von Piccioli, und da sich die Marke ausschließlich auf Damenmode konzentriert, könnte es sicherlich sinnvoll sein, eine Designerin zu bewerben.

 

 

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