
Demna hat eine neue Ausstellung im Palazzo Gucci in Florenz kuratiert Die „Demnation“ geht weiter mit Gucci Storia

In Florenz, im Palazzo della Mercanzia, entfaltet sich etwas, das für diejenigen, die der Michelianischen Ära von Gucci am meisten verbunden sind, als Angriff auf die Bastille erscheinen könnte. Doch was Gestalt annimmt, ist etwas ganz anderes: Mit Gucci Storia greift Demna in das Erbe der Marke ein und verwandelt es in einen Erzählraum, in dem Erinnerung niemals stabil ist, sondern kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart neu verhandelt wird. Es geht nicht nur darum, das Erbe auszustellen, sondern es zu durchqueren und es Raum für Raum neu zu schreiben.
Ein vielversprechendes Eröffnungsstatement
Im Palazzo della Mercanzia, dem historischen Sitz mit Blick auf die Piazza della Signoria, präsentiert Gucci das Projekt Gucci Storia, einen Ausstellungspfad, der sich über den ersten und zweiten Stock erstreckt und den Palast in einen Erzählraum verwandelt, der der Erinnerung, Identität und der Entwicklung der Marke gewidmet ist. Im Laufe der Jahre hat der Veranstaltungsort mehrere Metamorphosen erlebt und mehrere Ausstellungen veranstaltet: 2011 unter der kreativen Leitung von Frida Giannini eingeweiht, wurde es später 2018 von ihrem Nachfolger Alessandro Michele in Form von Gucci Garden neu konzipiert. Der Palazzo Gucci, so Demna, „steht für Guccis Rolle als kulturelle Ikone, und die neuen Räume, die wir geschaffen haben, bringen all dies zum Ausdruck, wenn man sich von Raum zu Raum bewegt“.
Genau auf diesem Weg entfaltet sich der neue Ausstellungsweg Gucci Storia: eine Abfolge von Räumen, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden und gleichzeitig Demnas neue kreative Vision umsetzen. Die Reise beginnt mit The Thread of Time, einem Einführungsraum mit den prächtigen Wandteppichen von Gucci Memoria, die bereits während der Mailänder Designwoche 2026 im Chiostri di San Simpliciano in Mailand präsentiert wurden. In dieser Erzählung werden Guccis 105 Jahre in eine symbolische Geschichte verwandelt, die Guccio Gucci, Tom Ford, Frida Giannini, Alessandro Michele, Sabato De Sarno und Demna selbst umfasst.
Das Zusammenspiel vergangener und zukünftiger Möglichkeiten
Der Ausstellungspfad entwickelt sich dann durch eine ironische und spielerische Erzählung, die Guccis Vergangenheit neu liest und sie durch eine zeitgenössische Linse neu interpretiert. Räume wie The Gallery, konzipiert als Portraitsaal, der der Familie gewidmet ist und von Catherine Opie fotografiert wurde, und ein vom Archiv des Palazzo Settimanni inspirierter Raum, in dem exzentrische Objekte und Accessoires die Weite des Gucci-Universums wiederbeleben. Hinzu kommen der Cinema Room, ein Theaterraum, der bewegten Bildern und Videos gewidmet ist, und Generation Gucci, eine immersive Umgebung, die aktuellen Kampagnen gewidmet ist.
Einer der zentralen Orte der Reise ist The Manufacture, in dem florentinische Handwerkskunst mit Technologie in Dialog gebracht wird, und zwar anhand von Ikonen wie dem Gucci Bamboo 1947, dem Gucci Jackie 1961 und dem Gucci Horsebit 1953 Loafer, die neben Roboterarmen und Materialtests platziert werden. Im zweiten Stock zeichnet The Matter anhand hängender Schaufensterpuppen die Geschichte von Ready-to-Wear nach; The Room of Truth untersucht Mythen und Familienklatsch in einem interaktiven Geheimbüro; während The Oracle, der letzte Raum im White-Cube-Stil, eine digitale Kolumne mit zufälligen Fakten über das Haus anvertraut und damit die Reise zwischen Erinnerung und Zukunft beendet.
Die neue Ära von „Gucci by Demna“
Der neue Palazzo Gucci von Demna löscht die Geschichte des Hauses nicht aus und überschreibt sie nicht, sondern reorganisiert sie durch eine Operation der Rekontextualisierung und Neubedeutung, die der neuen kreativen Ausrichtung entspricht. In diesem Sinne fängt der Geist der neuen Installationen, abgesehen von ihrem offensichtlichen Potenzial für Kommunikations- und Marketingerfolg, dieselbe Frage ab, die jeden neuen Termin begleitet: Zweifel, gefolgt von Überraschung.
Wie Demna selbst über Das Orakel sagte: „Das Orakel wird als Überraschungsmoment konzipiert. Man könnte mit einer humorvollen Nachricht oder mit zufälligen neuen Informationen abreisen. Es ist sehr interessant, nicht zu wissen, was man erhalten wird.“ Der Palazzo Gucci wird so zu einer greifbaren Metapher, in der die Zukunft der Marke noch neu geschrieben werden muss, genau wie es der neue Kreativdirektor vorgeschlagen hat: „Sie müssen nur abwarten und sehen, was wir uns einfallen lassen“.







































