
Es stimmt nicht, dass Gen Z nicht mehr liest Sie haben nur die Art und Weise geändert, wie es gemacht wird.
Es wird angenommen, dass das Internet unsere Aufmerksamkeitsspanne, die zeitlose Kraft eines gedruckten Buches, die Stille und die Fähigkeit, in eine Geschichte einzutauchen und sich von allem um uns herum zu lösen, reduziert hat. Heute ist es unmöglich, die Verbindung vollständig abzuschalten, aber das bedeutet nicht, dass die Generation Z oder sogar die Generation Alpha (geboren zwischen 2011 und 2024) nicht in der Lage sind oder können, Spaß am Lesen zu haben. Das Medium ändert sich einfach. In vielen Fällen können elektronische Geräte eher eine neue und produktive Form der Aufmerksamkeit darstellen als ein Hindernis — sie bestehen aus vielen kleinen Kompartimenten in unserem Gehirn, die sich ständig öffnen und schließen. Jeder historische Wandel und Übergang von einem Medium zum anderen hat bei den Nostalgikern immer Angst und Bestürzung ausgelöst. Zuerst im 15. Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Printmedien, und dann mit dem Fernsehen, das sofort als Waffe der Massenablenkung ohne pädagogischen oder kulturellen Wachstumszweck abgestempelt wurde. Das Gleiche geschah zu Beginn dieses Jahrtausends mit der Ankunft des Internets. Neue Medien wurden von jenen, die Meister und Kenner des verschwindenden Mediums waren, schon immer misstrauisch betrachtet, aber heute sollten wir uns bewusst sein, dass es normal ist, die ersten drei Zeilen eines Artikels zu lesen, auf eine E-Mail zu antworten, WhatsApp zu überprüfen und zur Artikelseite zurückzukehren und ihn zu speichern, um ihn später zu Hause vollständig zu lesen. Es ist eine neue Art von Verhalten, das den Fokus oder die Liebe zum Lesen nicht beeinträchtigt — im Gegenteil: es erfindet sie neu.
It's interesting how people on Substack are significantly less rude and hostile than all of the other social media platforms, it's almost as if people who still read are also preserving a sense of empathy and humanity within them, too
— Laura Matsue (@lauramatsue) May 13, 2025
Wir haben Beweise dafür, dass jüngere Generationen immer noch direkt vor unseren Augen lesen — sowohl in Bezug auf die Menge der konsumierten Inhalte (siehe den Boom von Plattformen wie Substack) als auch in Bezug auf das Interesse an Literatur, das wir in den sozialen Medien beobachten. Es ist nicht nötig, einen dichten Text von einer Bildunterschrift zu trennen — wenn wir unsere Sichtweise ändern, betrachten wir uns möglicherweise als eine der Generationen, die am meisten schreiben und lesen. Schauen Sie sich um: Das Tippen auf den Bildschirm ist die am häufigsten ausgeführte Aktivität, und die Aufmerksamkeit, die wir diesem Bildschirm widmen, verdient nicht weniger als die Aufmerksamkeit, die einem Buch geschenkt wird. Und wenn Sie jemanden sehen, der mehr Kopfhörer als Musik trägt, hört er vielleicht ein Hörbuch oder einen Podcast. Ob es sich um einen Trend oder eine Ästhetisierung der Kultur handelt, die Zahlen und Forschungen zu diesem Thema sagen uns das Gegenteil einer Verlangsamung. Laut einer Umfrage der Portland State University für die American Library Association haben 61% der Generation Z und Millennials im vergangenen Jahr mindestens ein Buch gelesen — ob physisch, digital oder als Audio — und sogar 57% betrachten sich selbst als echte „Leser“! Das Merkwürdige daran ist, dass unter den 43%, die sich nicht mit diesem Etikett identifizieren, einige monatlich mehr gedruckte Bücher lesen als der allgemeine Durchschnitt. Das passiert, weil wir Schwierigkeiten haben, uns als echte Leser zu definieren — es gibt eine fragmentierte Aktivierung: auf Instagram scrollen, eine Arbeitsgruppe organisieren, ein Meme an einen Freund schicken. Dann lesen wir weiter. Aber die Zahlen und Demonstrationen, ob online oder offline, nehmen zu — von Buchclubs bis hin zu Phänomenen wie BookTok nach der Pandemie.
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Diese Verhaltensweisen ermöglichen es uns zwar einerseits zu erkennen, dass Lesen und Schreiben keine abnehmenden Praktiken sind, sondern echte Transformationstrends, wirken sich aber auch auf die physischen Räume aus, in denen diese Erfahrungen gesammelt werden und in denen wir gezwungen sind, zusammen zu sein — auch wenn wir nebeneinander sitzen und Memes austauschen. Romantik beiseite, es ist immer noch ein Austausch. Bibliotheken und andere Leseräume erleben einen wahren Boom und werden immer stärker frequentiert. Und vor allem werden sie in jeder Hinsicht zu sozialen Räumen — sichere Umgebungen, in die man einfach gehen kann, um dort zu sein und vielleicht jemanden zu treffen oder an einer Veranstaltung oder Aktivität teilzunehmen. Miu Miu, eine der beliebtesten Luxusmarken der jüngeren Generationen, basiert ihren Erfolg auf der Ästhetik des Bibliothekslooks und des studentischen Stils, gefolgt von Initiativen wie dem Miu Miu Literary Club, der im vergangenen April während des Fuorisalone im vergangenen April zum zweiten Mal veranstaltet wurde, oder der Reiseinitiative Summer Reads, die temporäre Zeitungskioske auf der ganzen Welt einrichtet und Klassiker wie Das verbotene Notizbuch von Alba de Céspedes, A Woman von Sibilla Aleramo und Persuasion von Jane Austen.
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Wie viele Initiativen zwischen Konsum und Reflexion sollten Modemarkenprojekte für Literatur nicht als Ausbeutung betrachtet werden, sondern als Zeichen eines echten Wunsches nach Bereicherung. Und wenn Ästhetik mehr Menschen helfen kann, Leidenschaft zu entwickeln, dann sei es eben so. Das beste Beispiel dafür, wie viel junge Leute lesen, ist letztlich das einfachste: Denken Sie nur daran, wenn während einer Diskussion jemand von dem, was er sagt, so überzeugt ist, dass er zum Telefon greift, um zu überprüfen, ob das, was er gesagt hat, keine Fake News ist. Selbst dieses schnelle Lesen ist immer noch Lesen — es ist auch ein Moment der Konzentration. Egal, ob es sich um ein Telefon, ein E-Book, ein physisches Buch oder eine Audioversion handelt, das Wichtigste ist, nicht beim Titel oder der Instagram-Vorschau anzuhalten — lesen Sie weiter.










































