
Was ist „Meta Face“? Die Auswirkungen von KI auf Schönheitsstandards
Es war 2021, als Jessica Defino (Beauty-Redakteurin und Reporterin) den Begriff „Metaface“ auf ihrem Substack prägte. Zu der Zeit hatte Mark Zuckerberg gerade angekündigt, dass Facebook Inc. in Meta umbenannt werden würde und dass die neue Mission des Technologiemagnaten darin bestand, das Metaversum für alle zugänglich zu machen. Web 3.0 hat wenig bis gar nichts zurückgelassen, NFTs sind explodiert und das Metaversum wurde ins Abseits gedrängt, aber das bedeutet nicht, dass der Fortschritt zum Stillstand gekommen ist. Vielleicht waren es genau diese frühen Flops des neuen Zeitalters des technologischen Fortschritts, die die Demokratisierung der künstlichen Intelligenz in weniger als drei Jahren ermöglichten. Vielleicht ging das alles jedoch zu schnell, wenn man bedenkt, dass ChatGPT in etwas mehr als zwei Jahren in den meisten Leben zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden ist und dass einige Programme zur Bilderzeugung in der Lage sind, scheinbar ein Foto zu erstellen, das mit einer analogen Kamera aufgenommen wurde. Eine Beschleunigung, die keinen Raum für eine wirkliche Assimilation der Veränderungen ließ, aber unsere Beziehung zu Bildern fast unmerklich neu definiert hat, was zur Geburt neuer ästhetischer Ideale geführt hat, die zunehmend von der Technologie beeinflusst werden. Wie Defino in ihrem Newsletter feststellt, ist „Metaface“ nichts anderes als „die reale Umsetzung dieser unerreichbaren Gesichtszüge, die durch animierte Metaverse-Avatare populär gemacht werden“.
Manchmal könnte man fast dem Hellsehen die Schuld geben, aber die Anzeichen für sich entwickelnde Schönheitsstandards waren klar — man denke nur an all die KI-Modelle/Influencer, die es in den letzten zehn Jahren geschafft haben, ein fast beispielloses Maß an Viralität zu erreichen. Lil Miquela und Noonoouri waren Pioniere einer neuen Art von Sprachrohr in der Mode- und Luxuswelt und landeten sogar Kampagnen mit Prada und Dior. Das Problem ist jetzt, dass es noch nie so einfach war, mit KI neue Gesichter zu generieren, und obwohl Noonoouri und Lil Miquela bewusst so geschaffen wurden, dass sie ihr puppenähnliches Aussehen beibehalten — um der Falle zu entgehen, menschlich auszusehen —, ist die Situation jetzt völlig anders. Laut Vogue Business argumentieren viele Kritiker, dass KI nicht einfach Schönheit verändert, sondern die breite Öffentlichkeit von einem Gefühl der Menschlichkeit distanziert, unerreichbare Ideale verstärkt und exklusive ästhetische Standards unter dem Deckmantel des technologischen Fortschritts aufrechterhält. Während einige KI als Instrument zur Demokratisierung von Schönheit feiern, warnen andere davor, dass sie die historischen Vorurteile der Branche weiter festigen könnte, indem sie die Illusion von Inklusivität vermittelt und gleichzeitig auf subtile Weise dieselben einschränkenden Ideale bekräftigt.
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Und genau hier kommt die ethische Frage ins Spiel, die in der heutigen Debatte zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Einerseits erzeugt die Leichtigkeit, mit der Avatare, Influencer und Kampagnen erstellt werden können, einen Reiz, der sowohl Unternehmen als auch die Öffentlichkeit anzuziehen scheint. Andererseits betonen viele Beobachter das Risiko, den Kontakt zur menschlichen Realität zu verlieren. Wie von mehreren plastischen Chirurgen und Branchenexperten festgestellt, hat dieser Trend in den letzten Jahren exponentiell zugenommen und die Nachfrage nach „nicht wahrnehmbarer Schönheit“ angeheizt: fast unsichtbare kosmetische Eingriffe, die einen hyperperfekten Effekt erzielen können, der dem von Filtern und computergenerierten Bildern zunehmend ähnelt. Lindsey Lohan und Christina Aguilera sind eindrucksvolle Beispiele für diesen neuen Trend. Sie schienen plötzlich wieder in den Zwanzigern zu sein, indem sie alle im Laufe der Jahre angesammelten Füllstoffe entleerten. In der Zwischenzeit experimentieren immer mehr Marken mit neuen Methoden zur Erstellung von Inhalten. Diesel hat beispielsweise mit seinen Kampagnen, in denen ältere Models, modelliert und perfekt, vollständig von künstlicher Intelligenz generiert wurden, Aufmerksamkeit erregt, was Zweifel aufkommen lässt, inwieweit diese Entscheidungen tatsächlich zu einer inklusiven Vision von Schönheit beitragen könnten. Es war allgemein bekannt, dass graue Modelle sehr gefragt waren, aber war es wirklich notwendig, sie mit KI zu erstellen?
Entirely AI generated models are gonna bring about whole new levels of “unrealistic beauty standards”.
— Yorugami at sky (@ArtofYorugami) March 7, 2023
Because there’s actually no real humans in the equation anymore. pic.twitter.com/t6VXxyDt96
Die Frage ist nicht nur rhetorisch. Der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Herstellung von hyperperfektionierten Modellen älterer Menschen verdeutlicht nur ein Problem, das in der Schönheitsindustrie bereits bekannt ist: Selbst wenn versucht wird, die Repräsentation zu erweitern, bleiben die auferlegten ästhetischen Standards dieselben. Es ist nicht mehr eine Frage des Alters, sondern einer glatten, symmetrischen und makellosen Ästhetik, die nur im digitalen Bereich existiert. Das Paradoxe ist, dass die Branche zwar versucht, auf die wachsende Nachfrage nach Vielfalt zu reagieren, dies jedoch mit Simulakren tut, die nicht altern, nicht krank werden und sich im Laufe der Zeit nicht verändern. Schönheit wird zu einem zunehmend abstrakten Konstrukt, und Technologie beschleunigt den Prozess nur. Wenn auch beim Instagram Face die Verzerrung der ästhetischen Wahrnehmung spürbare Folgen hatte, steht das Meta Face für seine unvermeidliche Entwicklung. Wie Jessica Defino in ihrem Newsletter betonte, hat Instagram Face einen Markt geschaffen, in dem der Durchschnittsnutzer nicht nur Inhalte mit unrealistischen Gesichtern konsumiert, sondern aktiv versucht, sie durch Filter oder ästhetische Verfahren auf sich selbst zu reproduzieren. Die gleiche Dynamik tritt bei KI auf: Waren Patienten zuvor mit Selfies, die von Facetune retuschiert wurden, zu Chirurgen gegangen, fragen sie jetzt danach, KI-gestützte Versionen von sich selbst zu ähneln. Digitale Hyperperfektion wird zu einem Maßstab, bei dem kein Filter mehr zwischen Wahrnehmung und Realität übrig bleibt.











































