Italienische Käseproduzenten gegen Trump „Parmesan“ ist kein Parmigiano

Es mag seltsam erscheinen, aber zu denjenigen in Italien, die sich am meisten Sorgen um die US-Wahlen machen, gehören Käseproduzenten, die die Rückkehr von Donald Trump befürchten. Als der derzeitige republikanische Kandidat 2019 Präsident war, führte er Zölle auf viele in der Europäischen Union hergestellte Waren ein, darunter auch Käse. Heute ist der US-Markt einer der am schnellsten wachsenden in diesem Sektor: Die italienischen Käseproduzenten haben es geschafft, wieder an Boden zu gewinnen, aber sie befürchten nun, dass Trumps mögliche Wiederwahl neue Zölle mit allen damit verbundenen Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Mit den 2019 eingeführten Zöllen wurde auf viele in die USA exportierte Agrar- und Lebensmittelprodukte, darunter Parmigiano Reggiano und Pecorino, ein Zuschlag von 25% erhoben. Der Preis für italienischen Käse in den USA stieg bis zu dem Punkt, an dem der Markt zusammenbrach. Die Dinge änderten sich erst Anfang 2021, nach der Amtseinführung der neuen Regierung Joe Biden, die die Handelsbeziehungen mit Europa normalisierte. Dank dieses Ansatzes stiegen die italienischen Käseexporte: Die Exporte von Grana Padano beispielsweise stiegen um mehr als 6% und übertrafen 2 Millionen Einheiten. Fast die Hälfte der Gesamtproduktion dieses Käses ist heute für ausländische Märkte bestimmt, und die Vereinigten Staaten sind eines der Hauptziele. Es überrascht nicht, dass die mögliche Einführung von Zöllen durch China weit weniger besorgniserregend ist — so wurden beispielsweise im vergangenen Jahr nur 35 Tonnen Parmigiano dorthin exportiert, verglichen mit einer Gesamtproduktion von über 28.000 Tonnen.

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Die Käseindustrie ist besonders komplex und muss die kommerzielle Entwicklung mit strengen Vorschriften in Einklang bringen. Die Verwaltung der gesamten Lieferkette ist nicht einfach, vor allem, weil die Produktion einem zyklischen Trend folgt und viel Zeit in Anspruch nimmt: Bei Käse produzieren die Landwirte im Durchschnitt zwei Jahre vor dem Verkauf Milch, da das Produkt in der Regel eine Reifezeit benötigt, bevor es auf den Markt kommt. Kosten und Preise können durch viele Variablen beeinflusst werden, beispielsweise durch die Einführung neuer Tarife. Die Produktion wird in der Regel von den jeweiligen Konsortien reguliert, die unter anderem den Export von Käse erleichtern wollen. Zum Beispiel reguliert das Consorzio del Parmigiano Reggiano das Angebot des Produkts auf der Grundlage der Inlands- und Auslandsnachfrage: Im Wesentlichen werden Prognosen erstellt, um sicherzustellen, dass Angebot und Nachfrage im Laufe der Zeit ausgeglichen sind.

Warum Europa und die Vereinigten Staaten über Käse streiten

Noch heute sind Parmigiano Reggiano und andere Käsesorten in den USA der Konkurrenz durch lokale Unternehmen ausgesetzt, die manchmal potenziell irreführende Bezeichnungen — wie „Parmesankäse“ — verwenden, um Produkte von geringerer Qualität zu verkaufen, die für weniger sachkundige Verbraucher aufgrund des Namens italienisch erscheinen mögen. Die Käseproduktion in den USA nimmt stetig zu und ist zu einem wichtigen Bestandteil der Agrar- und Lebensmittelindustrie des Landes geworden: 2021 überstieg der Jahresumsatz des Sektors 30 Milliarden US-Dollar. Amerikanische Käsehersteller argumentieren jedoch seit langem, dass Beschränkungen der Käsenamen eine große Einschränkung darstellen und zu Gewinneinbußen führen. Die Europäische Union schützt andererseits weiterhin die Nomenklatur von Lebensmitteln, die einen spezifischen Zusammenhang zwischen ihren Merkmalen und ihrer geografischen Herkunft aufweisen. Um beispielsweise „Parmigiano Reggiano“ genannt zu werden, muss ein Käse — zusätzlich zu seinen spezifischen Eigenschaften — ausschließlich in den Provinzen Parma, Reggio Emilia, Modena und Bologna hergestellt werden, nur in Gebieten links vom Fluss Reno und in der Provinz Mantua rechts vom Po. US-Hersteller argumentieren jedoch, dass solche Begriffe — wie unter anderem „Feta“ oder „Fontina“ — seit langem weit verbreitet sind und sich auf eine bestimmte Produktionsmethode beziehen sollten, nicht unbedingt auf den Ursprung. Auf diese Weise könnte das US-Käsegeschäft noch weiter expandieren.

@the_pastaqueen Is PARMESAN rind edible: NO Is PARMIGIANO REGGIANO rind edible: YES Are Parmigiano Reggiano and Parmesan cheese the same? Short answer: NO Did you know that you can eat every part of Parmigiano Reggiano cheese including its rind and what’s more.. it has almost NO LACTOSE! 0.01gr of lactose /100g of parmigiano reggiano cheese. This IS GOLD - just like you are #parmigianoreggiano #italiancooking #cheese #learnontiktok original sound - The Pasta Queen

Es besteht die Sorge, dass die mögliche Wahl von Donald Trump, der für seine starke Unterstützung des Wirtschaftsprotektionismus und die Verteidigung der industriellen Interessen der USA bekannt ist, zu noch angespannteren Verhandlungen mit der Europäischen Union über den Schutz der „kontrollierten Ursprungsbezeichnung“ (DOP) führen könnte. Während seiner vorherigen Amtszeit hatte Trump bereits aggressive Handelsmaßnahmen gegen europäische Partner ergriffen, und es ist möglich, dass eine Rückkehr ins Weiße Haus den Druck erhöhen würde, Beschränkungen für Namen wie „Parmesan“ zu reduzieren oder aufzuheben. Diese Möglichkeit beunruhigt die europäischen Produzenten, die den Schutz geografisch miteinander verbundener Begriffe nicht nur als Qualitätsgarantie, sondern auch als Möglichkeit zur Bewahrung der lokalen Traditionen betrachten. Darüber hinaus könnte die Liberalisierung dieser Bezeichnungen zu einer übermäßigen Standardisierung der Produkte führen und den Mehrwert verringern, der derzeit Käsesorten wie Parmigiano Reggiano von ihren amerikanischen Pendants unterscheidet. Ein Handelskonflikt zwischen den USA und Europa zu diesem Thema mag zwar als Nische erscheinen, könnte jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Exporte von Agrar- und Lebensmittelprodukten haben.

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