Die Soundtracks der Show auf der Mailänder Modewoche treffen immer wieder ins Schwarze Die Rückkehr von Mark Ronson, zusammen mit Miglio und Mk.Gee

Modenschauen der Fashion Week können heutzutage nicht mehr als bloße Präsentationen betrachtet werden; sie sind zu vollwertigen Spektakeln geworden. Luxusmarken konzentrieren sich zunehmend auf die Theatralik ihrer Shows und sind sich bewusst, dass der richtige Soundtrack einem Raum die nötige emotionale Ladung verleiht, um eine Botschaft zu vermitteln. Auf der Mailänder Modewoche herrschten Nostalgie und Techno, mit Tönen, die uns in eine andere Ära versetzen, und andere, die uns mit atemberaubenden Beats im Rhythmus halten. Nach dem Erfolg ihrer letzten Kollektionen hat Gucci erneut mit Produzent Mark Ronson für einen Mix zusammengearbeitet, der den Bass von Coronacid von Did Virgo mit dem Drama von I'm not in love von Kelsey Lu (ursprünglich von 10cc, stammt aus dem Jahr 1975) und der Süße von Two Men in Love von The Irrepressibles kombinierte.

Von Prada, gerade als die FW24-Kollektion vergangene Themen ins Rampenlicht rückte, vermischte der für die Show vorgeschlagene Soundtrack ferne Harmonien mit durchdringenden Höhen. Einige der bekanntesten Stücke von Bernard Parmegiani, einem Pionier der elektroakustischen Musik, der vor fast genau einem Jahrhundert geboren wurde, wurden auf Chet Bakers Track My Funny Valentine vom warmen Gesang von Nico überlagert. Nights in White Satin von The Moody Blues vervollständigte diesen Soundtrack und schloss den letzten Runway mit besonderem Nachdruck ab. In der Zwischenzeit entschied sich Marco Rambaldi, ein aufstrebender italienischer Designer, dafür, die Show mit einem zeitlosen Klassiker zu beenden, nämlich L'Appuntamento von Ornella Vanoni. Modernere Soundtracks standen bei Etro und Tom Ford im Mittelpunkt. Ersterer arbeitete mit dem Künstler Miglio zusammen, um Techno Pastoral auf den Laufsteg zu bringen und fügte neue Strophen des Singer-Songwriters hinzu, während letzteres dem berauschenden Charme von Beyoncés neuestem Album erlag, insbesondere der Tanzhall-Atmosphäre der Summer Renaissance (produziert auf einer Kostprobe von Donna Summers I Feel Love).

Neben den Mixen einiger der derzeit beliebtesten Künstler und Produzenten entschieden sich einige Marken, die an der Mailänder Modewoche FW24 teilnahmen, für Live-Musik. Gregorianische Gesänge begleiteten wieder den Marni-Laufsteg, der erneut mit Blood Orange zusammenarbeitete, während der Künstler Mk.Gee von Jil Sander gebeten wurde, während der Show aufzutreten. Beide lieferten einen Soundtrack aus dem alternativen Lo-Fi-Genre und schufen eine entspannte Atmosphäre auf den ruhigen Tönen der beiden Künstler, was in krassem Gegensatz zur Tanzenergie von Roisin Murphy (bekannt für den Moloko-Hit Sing it Back) für Dolce&Gabbana steht. Kurz gesagt, die Playlist der Mailänder Modewoche im Februar hat uns nicht enttäuscht. Sie bot eine perfekte Mischung aus süßen Entdeckungen und eindrucksvollen Tauchgängen in die Vergangenheit, die den Shows genau die richtigen Farben verliehen haben.

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