Gucci soll bereit für sein Haute Couture-Debüt sein Die Nachricht stammt von The Platform, das auch die Geschichte von Dario Vitales Wechsel von Emporio Armani veröffentlicht hatte

In den letzten Monaten war Gucci Gegenstand vieler Diskussionen. Nicht so sehr um die neuen Kollektionen von Demna, der Kreativdirektorin der Maison seit März 2025, sondern um die Strategie, die der neue CEO von Kering, Luca de Meo, zur Relaunch der Marke GG umgesetzt hat. Schließlich hat de Meo seit seinem Eintritt in das Unternehmen erklärt, dass sich die Kering-Gruppe weniger auf die Berühmtheit ihrer Designer als vielmehr auf praktische Vorteile wie Produktionseffizienz und einen verbraucherorientierten Ansatz verlassen würde. Zu den neuesten Gerüchten, die derzeit um Gucci kreisen, gehört die Möglichkeit eines Debüts in der Haute Couture.

Niedrigere Preise, höhere Wahrnehmung

Laut einem Bericht von Andrea Bigozzi auf ThePlatform erwägt Kering, Guccis erste Haute Couture-Show im Juli 2027 in Paris abzuhalten. Im Falle einer Bestätigung würden die Neuigkeiten den Wirbelwind der Veränderungen, die das Maison derzeit umgeben, noch verstärken. Zu den jüngsten Entwicklungen bei Gucci gehört, dass de Meo beschlossen hat, die Preise für die Artikel der Marke mit der besten Performance zu senken, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Eine ziemlich disruptive Wahl in der heutigen Luxusbranche angesichts der stratosphärischen Preise, die Produkte der führenden High-End-Marken erreicht haben.

Laut dem CEO von Kering hat Luxusgüter in den letzten Jahren ihre Preise zu stark erhöht: Durch die Senkung der Kosten für Transportprodukte und die Beibehaltung eines Durchschnittspreises zwischen 2.000 und 3.000€ macht sich Gucci wettbewerbsfähiger. Die Strategie würde auch eine effizientere Bestandsverwaltung und eine stärker an der Nachfrage ausgerichtete Produktion beinhalten — Managementqualitäten, die das Gucci-Modell dem von Zara näher bringen würden. Das hilft uns, die wahrscheinliche Entscheidung von Kering, Demna die erste Haute Couture-Kollektion von Gucci anzuvertrauen, besser zu verstehen.

Die Pop-Power von Couture

Warum sollte Gucci sich in die Haute Couture wagen, wenn auf den letzten Laufstegen immer wieder Rapper mit Gürteltaschen zu sehen sind und die Marke ihre Produkte zugänglicher macht? Die Antwort liegt in der Frage selbst. Denn obwohl Haute Couture keinen nennenswerten Umsatz generiert (sie hat weltweit nur ein paar tausend Kunden und die Kosten für die Produktion einer Show sind extrem hoch), verbessert sie die Wahrnehmung einer Maison erheblich. Und im Fall von Gucci ist die kulturelle Positionierung die stärkste Waffe, auf die man setzen kann.

Ein Einstieg in die Haute Couture würde also nicht den Preissenkungen von Gucci widersprechen, sondern vielmehr als Instrument dienen, um sie noch rentabler zu machen. Durch eine High-Low-Strategie (wenn Sie den Begriff zulassen), würde die Produktion seltener und unzugänglicher Artikel (Couture) zusammen mit Carrover-Stücken zu einem günstigeren Preis dazu beitragen, die Begehrlichkeit der Maison zu erhöhen und damit den Umsatz anzukurbeln. Dies scheint genau de Meos Wette zu sein: Es bleibt nur noch die Bestätigung der Marke abzuwarten, bevor wir uns vorstellen können, wie die erste Gucci Couture-Show von Demna aussehen könnte.

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