Hat Alcott Denim Tears wirklich plagiiert? Kurz gesagt, ja - aber das Gericht wird uns die endgültige Antwort geben

Wie The Fashion Law vor einigen Tagen exklusiv berichtete, hat die New Yorker Marke Denim Tears, die von Tremaine Emory gegründet wurde und vor Kurzem neben Stüssy und Supreme (wo Emory als Creative Director tätig war, bis er seinen Arbeitgebern Rassismus vorwarf), rechtliche Schritte gegen das italienische Unternehmen Capri S.r.l., Inhaber der Marke Alcott, eingeleitet und ihr eine Markenverletzung — also ein Plagiat — vorgeworfen. Arismus. Das Verfahren wurde am 14. April 2025 beim U.S. District Court for the Southern District of New York eingereicht, und im Mittelpunkt des Streits steht eines der bekanntesten visuellen Elemente von Denim Tears: der Baumwollkranz, der in den USA als Marke registriert ist. In der formellen Beschwerde wirft Denim Tears Capri S.r.l. und folglich Alcott Markenverletzung, falsche Ursprungsbezeichnung und unlauteren Wettbewerb vor. Den vor Gericht eingereichten Unterlagen zufolge hat Alcott eine Modelinie auf den Markt gebracht, deren Grafikdesign dem Baumwollkranz, der die Produkte von Denim Tears kennzeichnet, sehr ähnlich ist. Diese Ähnlichkeit, so die amerikanische Marke, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Strategie, die darauf abzielt, die Bekanntheit und Wertschätzung der Marke zu nutzen, die Denim Tears sowohl auf dem US-amerikanischen als auch auf dem europäischen Markt genießt.

Laut The Fashion Law hat sich das Unternehmen im Laufe der Zeit einen „guten Ruf und guten Willen“ in der Öffentlichkeit erarbeitet, was auf einer ausgeprägten Markengeschichte und hochkarätigen Kooperationen wie denen mit Ugg, Dior, ASICS, Converse, Champion und Stüssy beruht. Was die Situation laut Denim Tears noch ernster macht, ist, dass der Baumwollkranz nicht nur ein unverwechselbares Symbol ist, das die Verbraucher heute mit der Designsprache von Emory verbinden, sondern auch ein Schlüsselelement des Markenethos. Dieses Ethos zielt darauf ab, die afroamerikanische Kultur zurückzugewinnen und zu feiern, und hatte dieses Symbol in ein starkes historisches Statement verwandelt — und einen Hinweis auf die dunklen Zeiten der Sklaverei in den USA in ein Zeichen der Widerstandsfähigkeit verwandelt. Diese tiefe kulturelle und semantische Bedeutung wurde laut Emory durch das angebliche Plagiat herabgesetzt, was seinen Zorn entfachte. In der Beschwerde gibt Denim Tears an, dass das Verhalten von Alcott nicht nur seinem Ruf schadet, sondern auch die Verbraucher dazu verleitet, fälschlicherweise zu glauben, dass die gefälschten Produkte echt sind oder, noch schlimmer, das Ergebnis einer offiziellen Zusammenarbeit zwischen den beiden Marken sind. Dieses Risiko wird laut dem Rechtsteam von Denim Tears durch die Tatsache verstärkt, dass Alcott für seine kontinuierliche Zusammenarbeit mit anderen Mainstream-Marken wie Puma und Casio bekannt ist, was die Idee einer legitimen Partnerschaft für den Durchschnittskäufer plausibel erscheinen lässt. Nutzer (einschließlich Italiener) haben sich sogar über die Situation auf TikTok lustig gemacht — natürlich auf der Seite von Denim Tears.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in der Klage hervorgehoben und von The Fashion Law hervorgehoben wurde, ist der Preisunterschied zwischen Original-Kleidungsstücken von Denim Tears und Produkten von Alcott. Die der Vertragsverletzung vorgeworfenen Kleidungsstücke werden zu drastisch niedrigeren Preisen verkauft, was zu einem Dumpingeffekt führt, der laut Denim Tears die Wertwahrnehmung der Verbraucher verzerrt und das Image der Marke langfristig schädigen könnte. Wie die Publikation erklärt, besteht die vermeintliche Absicht nicht nur darin, die Öffentlichkeit zu verwirren, sondern auch darin, einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, indem die Kosten auf Kosten der Identität einer anderen Marke gesenkt werden. Aus diesem Grund hat Denim Tears das Gericht um eine sofortige einstweilige Verfügung gebeten, um Alcott daran zu hindern, die umstrittenen Produkte weiter zu verkaufen, den Rückruf und die Vernichtung aller derzeit vertriebenen Artikel mit dem streitigen Motiv, eine finanzielle Entschädigung einschließlich der Gewinne, die Alcott durch den angeblichen Verstoß erzielt hat, und natürlich die Rückerstattung von Anwaltskosten, zusätzlich zu Strafschadensersatz, falls das Gericht feststellt, dass der Verstoß vorsätzlich war.

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Derzeit hat Capri S.r.l. keine öffentlichen Stellungnahmen abgegeben und auch nicht formell vor Gericht geantwortet. Nichtsdestotrotz haben die Nachrichten in den sozialen Medien und in der breiten Öffentlichkeit bereits für großes Aufsehen gesorgt. Viele Mode-Insider, sowohl italienische als auch amerikanische, verurteilen nicht nur das eklatante Kopieren, sondern beschreiben diesen Fall auch als ein weiteres Beispiel für die wachsenden Spannungen zwischen kleinen unabhängigen Marken und globalen Fast-Fashion-Giganten. Diese größeren Unternehmen sind zunehmend dafür bekannt, kommerziell erfolgreiche Designs zu kopieren und so schnell zu agieren, dass plagiierte Waren oft auf den Markt kommen, bevor die ursprünglichen Urheber darauf reagieren können. Es wird erwartet, dass der Fall Aufschluss über entscheidende Fragen geben wird: Wie ähnlich kann ein Produkt einem anderen sein, ohne eine Marke zu verletzen? Wie wichtig ist der kulturelle Kontext eines Symbols bei der Bestimmung von Plagiaten? Die Antworten des US-Gerichts auf diese Fragen könnten die Zukunft des unabhängigen Designs und die Praktiken globaler Modeunternehmen erheblich beeinflussen.

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