
Glenn Martens hat Diesel verlassen Jetzt wird seine ganze Energie Maison Margiela gewidmet sein
Die Nachricht kursiert erst seit ein paar Stunden und, um ehrlich zu sein, überrascht sie fast niemanden. Glenn Martens hat Diesel verlassen. Nach sechs brillanten Jahren an der kreativen Spitze der Marke Renzo Rosso hat der belgische Designer beschlossen, seine Energie auf Maison Margiela zu konzentrieren, wo er seit Januar 2025 als Creative Director tätig ist. Die Nachricht war in der Luft: Die Leitung zweier so anspruchsvoller Marken — eine ein Denim-Lifestyle-Label, die andere ein konzeptionelles Couture- und Prêt-à-Porter-Haus — würde niemals ewig dauern.
Martens kam im Oktober 2020 zu Diesel, nachdem er seit 2018 mit Diesel Red Tag zusammengearbeitet hatte. Die Marke befand sich seit 2017 in einer Warteschleife, ohne einen echten Kreativdirektor. Es gelang ihm jedoch, es in eine Goldmine für die OTB Group umzuwandeln. Innerhalb weniger Jahre hauchte Martens dem Geist von „For Successful Living“ neues Leben ein, indem er einen Ansatz verfolgte, der auf experimentellem Denim, skulpturalen Silhouetten, Used-Texturen und einer von der Rave-Szene inspirierten Ästhetik aufbaute. Der Erfolg war enorm und machte ihn zu einer der erfolgreichsten Umgestaltungen der jüngeren Modegeschichte.
Seine kreative Amtszeit war geprägt von einem Mangel an ikonischen Momenten. Das SS22-Debüt belebte die Marke neu, deren Logo wieder überall auftauchte und von einer Generation neuer und unersättlicher Fans getragen wurde. Martens leistete Pionierarbeit beim Konzept demokratischer, öffentlich zugänglicher Shows, entwarf Looks von Rihanna, Michelle Obama, Kylie Minogue und Damiano David, startete provokative Kampagnen und arbeitete an Straßenaktionen wie der Eiersuche in Mailand für die SS26-Saison. Die FW26-Show mit 50.000 Diesel-Erinnerungsstücken, die wie ein zeitgenössischer Bosch-Garten angeordnet sind, feierte fast fünfzig Jahre Geschichte der Marke mit Witz und Upcycling — aber es wird nicht seine letzte sein: Martens Abschied von der Marke findet nächste Woche mit der SS27-Show von Diesel statt, die bereits mit Spannung erwartet wird.
In diesen Jahren verwandelte Martens Diesel in ein generationenübergreifendes Phänomen und rückte ihn wieder in den Mittelpunkt der Modediskussion und der Popkultur. Jetzt, befreit von dieser doppelten Verpflichtung, wird er in der Lage sein, die Margiela-Sprache noch weiter voranzutreiben: Anonymität, Dekonstruktion, Handwerkskunst und jene modische Poesie, die bereits in seinen ersten Artisanal- und Prêt-à-porter-Ausstellungen Kritiker und Publikum gleichermaßen überzeugte.













































