Der Umsatz der Galleria Vittorio Emanuele II erreichte 80 Millionen Euro Seit 2007 ist es um 7,2 Millionen gestiegen.

Mailands Position unter den wichtigsten Luxuszentren der Welt zu leugnen, scheint fast unmöglich. Erst letzten Monat erregte die Nachricht, dass die Via Montenapoleone die New Yorker Fifth Avenue als „teuerste Einkaufsstraße der Welt“ entthront hat, große Aufmerksamkeit. Dieser Erfolg bestätigt erneut die führende Rolle Mailands in der globalen Luxuslandschaft und festigt seinen Ruf als unverzichtbares Reiseziel für große internationale Marken. Neue Berichte, die diese Woche veröffentlicht wurden, haben diesen Trend verstärkt und ergeben, dass die Einnahmen aus der Vermietung von Boutiquen in der historischen Galleria Vittorio Emanuele II einen Rekordwert von 80 Millionen Euro erreicht haben. Diese Daten sind nicht nur in ihrer absoluten Größenordnung beeindruckend, sondern auch in Bezug auf das schnelle Wachstum, das sie bedeuten: Noch vor 17 Jahren lagen sie bei rund 8 Millionen Euro. Dies ist ein erstaunlicher Anstieg, der nicht nur die Eskalation der Immobilienwerte in der Region widerspiegelt, sondern auch die Fähigkeit der Stadt, hochkarätige Investitionen anzuziehen. Wie der Corriere della Sera mitteilte, werden diese Einnahmen einen erheblichen Beitrag zum Palazzo Marino leisten und es der Stadt ermöglichen, den Haushaltsplan 2025, der voraussichtlich am 31. Dezember verabschiedet wird, einfacher zu bearbeiten.

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Zu den Hauptakteuren dieser Transformation gehört Dior. Die französische Maison zahlt für ihr 324 Quadratmeter großes Geschäft an einem der prestigeträchtigsten Orte der Galleria über 5,05 Millionen Euro pro Jahr. Dior erwarb die Boutique 2020, nachdem Versace den Raum geräumt hatte, und sicherte ihn sich für ein Startgebot von 950.000€. Die nächsten Auktionen, die 2030 erwartet werden, werden die Verlängerung des Mietvertrags von Louis Vuitton betreffen. In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die Situation relativ stabil bleibt, ohne dass sich das „Wohnzimmer“ von Mailand wesentlich verändert. Ebenfalls auf dem Podium steht Gucci, das 798 Quadratmeter einnimmt und 4,5 Millionen Euro pro Jahr zahlt. Der dritte Platz geht an Tiffany & Co. , mit einer der neuesten Boutiquen der Galleria: Im vergangenen Mai erwarb die amerikanische Schmuckmarke die zuvor von Swarovski genutzte Fläche. Mit einer Jahresmiete von 3,5 Millionen Euro und Kosten von 20.600 Euro pro Quadratmeter hält Tiffany & Co. den Rekord für den höchsten Quadratmeterpreis in der Galleria. Knapp dahinter folgen Balenciaga und Moncler, gleichauf auf dem vierten Platz. Sie zahlen jeweils 2,5 Millionen Euro für Räume sehr unterschiedlicher Größe: 290 Quadratmeter für die französische Marke und 748 Quadratmeter für die italienische Marke.

Zu Beginn der 2000er Jahre hatte die Galleria Vittorio Emanuele II jedoch eine radikal andere Landschaft. Die Szene ähnelte eher der seines neapolitanischen Zwillings, wo die meisten Geschäfte immer noch familiengeführt sind. In Mailand hat sich das Handelsgefüge jedoch durch die Ankunft internationaler Giganten wie LVMH und Kering grundlegend verändert, die die Stadt zu einem wahrhaft globalen Luxuszentrum gemacht haben. Dieser Wandel ist zwar wirtschaftlich vorteilhaft, hat aber zum Weggang vieler historischer lokaler Unternehmen geführt, die nicht in der Lage sind, mit den exorbitanten Mieten Schritt zu halten, die erforderlich sind, um an einem so prestigeträchtigen Standort zu bleiben — ähnlich dem, was in den letzten Jahren an der Via Montenapoleone passiert ist. Der Druck auf den Immobilienmarkt lässt nicht nach: Angesichts der enormen Nachfrage beschloss der Palazzo Marino kürzlich, die oberen Stockwerke der Galleria zu versteigern, wobei viele dieser Räume voraussichtlich dem Gastgewerbe gewidmet sein werden. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung eines Mailands, das zunehmend das Bild eines „Spielplatzes für die Reichen“ und die Ultrareichen verkörpert und die Debatten über die Ungleichheiten innerhalb der lombardischen Hauptstadt anheizt.

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