
Ein neues EU-Gesetz wird die Entsorgung unverkaufter Luxusgüter regeln Es ist an der Zeit, dass die Mode Verantwortung übernimmt
Europa hat beschlossen, einer der umstrittensten Praktiken der Modeindustrie ein Ende zu setzen: der Zerstörung unverkaufter Waren. Mit dem Inkrafttreten der Ökodesign-Verordnung (ESPR, EU 2024/1781) werden große Unternehmen der Textilbranche nicht mehr in der Lage sein, neue Kleidung, Accessoires und Schuhe, die in Lagerhäusern liegen, nur weil sie nicht verkauft wurden, zu entsorgen. Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt für das Modesystem und befasst sich mit einem der drängendsten Probleme unserer Zeit: der Nachhaltigkeit.
Die Verordnung gilt zunächst für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder einem Umsatz von über 50 Millionen Euro, ab 2030 gilt sie aber auch für mittelständische Unternehmen. Die Logik hinter der Regel ist einfach: Bevor mit der Entsorgung begonnen wird, muss jedes Produkt auf alle möglichen Alternativen geprüft werden, vom Wiederverkauf über die Spende bis hin zur Wiederaufbereitung oder zum Recycling. Nur wenn keine dieser Optionen realisierbar ist, kann die Aktie eliminiert werden, wobei jede Phase des Prozesses dokumentiert wird.
Eine „neue“ Verantwortung für Mode
@twinbrett After years of wasteful cycles of fashion, causing enormous mountains of clothing in landfill and millions of tons of clothing being incinerated, the EU have banned the destruction of unsold clothing. Famously Burberry were caught out burning clothes, perfumes and accessories to the tune of £28.6m in 2018, and H&M also has a gigantic inventory issue. Returns are also another problem in the system with them very rarely being remerchandised and resold, and are more likely to be wasted instead. Let's hope this change creates more thoughtful production and better end of life systems to recirculate waste. #sustainablefashion #buybetter #slowfashion #fashionwaste #burberry original sound - Brett Staniland
Das neue europäische Gesetz reagiert auf eine der wichtigsten Achillesfersen des Modesystems: Nachhaltigkeit, ein Thema, das oft gefeiert wird, aber allzu oft in Slogans, Kommunikationskampagnen und Greenwashing untergeht. In den letzten Jahren hat die Branche gezeigt, wie dünn der Grat zwischen Nachhaltigkeit und Marketing sein kann — man denke nur an die Greenwashing-Vorwürfe gegen H&M wegen einiger seiner Umweltinitiativen, die die Debatte über die Kluft zwischen Markenerzählungen und ihrer tatsächlichen Wirkung anheizten.
Das Problem unverkaufter Waren ist eines der eklatantesten Beispiele für diesen Widerspruch. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur werden zwischen 4 und 9% der auf den europäischen Markt gebrachten Textilprodukte vernichtet, bevor sie überhaupt verwendet werden, was sich auf geschätzte 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr auswirkt. Für eine Branche, die in den letzten Jahren Nachhaltigkeit zu einem ihrer wichtigsten Kommunikations- und Marketinginstrumente gemacht hat, ist es an der Zeit, konkrete Verantwortung dafür zu übernehmen.
Dies stellt jedoch auch eine erhebliche finanzielle Verpflichtung dar. Unternehmen müssen sich mit digitalen Systemen ausstatten, um unverkaufte Bestände nachzuverfolgen und sich auf die Einführung des demnächst erscheinenden digitalen Produktpasses vorzubereiten, einem Tool, mit dem Informationen über Herkunft, Materialien und Lebenszyklus jedes Artikels gesammelt werden können. Zu diesen Investitionen kommen die Kosten der sogenannten Rücknahmelogistik hinzu: Die Rückgewinnung eines Kleidungsstücks, die Überprüfung seines Zustands, die Desinfektion, die Wiederaufbereitung und die Rückgabe auf den Markt können zwischen 10 und 40 Euro pro Artikel kosten, was potenziell bis zu 75% seines Handelswerts ausmachen kann. Hinzu kommen die Verpflichtungen im Zusammenhang mit der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR), nach der Unternehmen auch zur Entsorgung von Textilprodukten am Ende ihrer Nutzungsdauer beitragen müssen.
Mode aus Italien
@carotilla Attenzione Greenwashing! Bello e giusto imparare a riparare i capi per farli durare di più, ma non è corretto quando è un colosso del Fast Fashion a deresponsabilizzare se stesso e dare la responsabilità al consumatore finale. I capi fast fashion sono programmati per durare poco, perché devono costare poco, perché devono andare fuori moda velocemente, perché devono essere continuamente ricomprati. . #greenwashing #primark #fastfashion #modasostenibile #sostenibilità #primarkdoesntcare #modaetica #riparare #ripararevestiti original sound - Camilla Mendini
Für Made in Italy wird der eigentliche Test 2030 kommen, wenn das Verbot auch auf mittelständische Unternehmen ausgedehnt wird. Zu diesem Zeitpunkt wird die Verwaltung überschüssiger Bestände kein Randproblem mehr sein, sondern eine strukturelle Belastung sein, die sich schätzungsweise auf 2 bis 5% des Jahresumsatzes auswirken wird. Gleichzeitig könnte die Regulierung unverkaufter Waren das Wachstum eines bereits bestehenden Marktes ankurbeln: des Marktes von Marken, die ihre Kollektionen aus Stoffen und Materialien zusammenstellen, die nicht mehr verfügbar sind.
Bereits etablierte Unternehmen wie Bettter und RE/DONE sowie zahlreiche aufstrebende Labels haben bewiesen, dass ungenutzte Aktien sowohl in eine kreative als auch in eine ökologische Ressource umgewandelt werden können. Eine bessere Verfügbarkeit und Rückverfolgbarkeit von Reststoffen könnte daher ein alternatives Produktionsmodell fördern, das in der Lage ist, das Beste aus bereits vorhandenen Materialien herauszuholen, anstatt ständig neue zu generieren.
@gzzmtn Fashion resale — greenwashing o soluzione? #greenscreen #fashionresale #luxuryresale #sostenibilità #modasostenible #secondhandfashion #fastfashion #greenwashing original sound - Martina | fashion + culture
Das ESPR ist mehr als ein einfaches Verbot, es ist ein Umdenken in der Modeindustrie. Die finanziellen Investitionen, so erheblich sie auch sein mögen, sind eine Verpflichtung, die sich die gesamte Branche zu eigen machen muss, um eine nachhaltigere Zukunft aufzubauen — nicht nur für die Branche selbst, sondern auch, um Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen zu sensibilisieren.
Möge dies der erste Schritt zu einem echten Wandel sein — einem, der nicht nur in der Lage ist, den Umgang mit unverkauften Waren zu überdenken, sondern auch das Fast-Fashion-Produktionsmodell in Frage zu stellen. Damit Nachhaltigkeit nicht mehr auf bloßes Geschichtenerzählen reduziert wird, sondern während des gesamten Lebenszyklus eines Kleidungsstücks zum Leitgedanken werden kann.











































