Hier sind die Städte der Welt am wenigsten auf extreme Hitze vorbereitet Einige europäische Hauptstädte tauchen ebenfalls in der Rangliste auf

Laut einer Untersuchung des Guardian stieg in diesem Sommer die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Hitzewellen in ganz Europa an: Laut der Analyse der britischen Zeitung gab es etwa 35.000 mehr Todesfälle als normalerweise erwartet — 25.000 davon konzentrierten sich auf Frankreich, Spanien und Deutschland. Das Phänomen könnte in den kommenden Jahrzehnten noch bedeutender und ausgeprägter werden, was teilweise auf die alternde Bevölkerung und die sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels zurückzuführen ist.

Doch genau wie Territorien sind nicht alle Stadtzentren dem gleichen Risiko durch Hitzewellen und extreme Hitze ausgesetzt: Die Auswirkungen hoher Temperaturen auf die Bevölkerung werden nicht nur von den tatsächlich erreichten Temperaturen bestimmt, wie extrem sie auch sein mögen, sondern auch vom Grad der sozialen Verwundbarkeit, den demografischen Merkmalen und der Fähigkeit der Infrastruktur, die Einwohner in einzelnen Gebieten zu schützen. Eine neue Studie der Universität Oxford hat diese Faktoren für über 200 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern analysiert und eine globale Rangliste der Risiken im Zusammenhang mit extremer Hitze erstellt.

Die Rangliste der Städte, die den Risiken von Hitzewellen am stärksten ausgesetzt sind

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Die Studie der Universität Oxford wies jeder untersuchten Stadt eine Punktzahl zu, die auf mehreren Indikatoren beruhte. Zusätzlich zu den Temperaturen und der Häufigkeit der Hitzeexposition wurden spezifische demografische und sozioökonomische Merkmale berücksichtigt, die die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten und Todesfällen im Zusammenhang mit hohen Temperaturen erhöhen können. Dazu gehören das Alter der Bevölkerung und die verfügbaren wirtschaftlichen Ressourcen sowie der Zugang zu Kühlsystemen und das Vorhandensein städtischer Vegetation.

Aus dieser Perspektive sind Indien, Pakistan, Nigeria und Ghana die Länder mit der höchsten Anzahl von Städten, die als am stärksten von den Folgen von Hitzewellen betroffen gelten. Über 95% der gefährdeten städtischen Zentren befinden sich in Süd- und Südostasien oder in Afrika südlich der Sahara. Zu den Top 50 gehören jedoch auch wichtige Touristenziele wie Kairo und Bangkok. Die Stadt der westlichen Hemisphäre mit der höchsten Risikobewertung unter den analysierten Städten ist Phoenix, Arizona, die auf Platz 75 liegt. Weiter unten in der Rangliste erscheinen jedoch — der Reihe nach — Bukarest, Rom, Barcelona, Mailand, Paris und Warschau, gefolgt von Madrid, München und Berlin.

Ein Vergleich zwischen verschiedenen Großstädten zeigt, dass eine stärkere Exposition gegenüber hohen Temperaturen nicht unbedingt ein höheres Gesamtrisiko mit sich bringt: So weist beispielsweise Kuala Lumpur — in Malaysia, ein weiteres Touristenziel, ein besorgniserregendes Ausmaß an extremer Hitze auf, doch gleichzeitig deutet die Studie der Universität Oxford darauf hin, dass es von einer größeren Anpassungsfähigkeit (zumindest auf statistischer Basis) zu profitieren scheint, was zum Teil mit dem Vorhandensein von Vegetation auf seinem gesamten Gebiet zusammenhängt — begrenzt den Wärmeinseleffekt — und zwar bis zu einem gewissen Grad an Energieautarkie.

Können wir uns an extreme Hitze anpassen?

Anderen aktuellen Schätzungen zufolge hat extreme Hitze in den letzten Jahren weltweit durchschnittlich über 540.000 Todesfälle pro Jahr verursacht, davon 175.000 in Europa. Und mit der zunehmenden Häufigkeit und dem Ausmaß gewalttätiger Klimaereignisse ist die Fähigkeit einzelner Kulturen und Gesellschaften, sich an höhere Temperaturen anzupassen, zu einem Thema wachsenden wissenschaftlichen Interesses geworden. Im Laufe der Geschichte haben verschiedene Bevölkerungsgruppen Verhaltensweisen, Technologien und spezifische Organisationsformen entwickelt, um mit den extremen Umweltbedingungen, unter denen sie lebten, fertig zu werden.

Ein Beispiel ist die passive Kühlung von Gebäuden, die auf Konstruktionsmerkmalen basiert, die eine natürliche Belüftung und Isolierung gegenüber der Außenumgebung fördern und so den Einsatz von Klimaanlagen reduzieren. Techniken dieser Art wurden von zahlreichen Völkern übernommen und zeigen, wie Architektur zur Anpassung an klimatische Bedingungen beitragen kann, ohne dass dies unbedingt zu einem Anstieg des Energieverbrauchs führt.

Anpassung betrifft jedoch nicht nur Gebäude, sondern auch Gewohnheiten und die Organisation des täglichen Lebens. Im Jahr 2023, in einem besonders heißen Sommer, schlug beispielsweise der damalige deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor, sich von Spanien inspirieren zu lassen und eine längere Mittagspause nach dem Vorbild der Siesta einzuführen — laut Lauterbach hätte eine Anpassung der Arbeitszeiten für Berufe, die am stärksten hohen Temperaturen ausgesetzt sind, einen echten Unterschied machen können.

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