
Der adrette Maximalismus der SS27-Kollektion von Tommy Hilfiger Der amerikanische Designer kehrt mit einer Show ins Plaza Hotel zurück, die seine ikonischsten Jahrzehnte erneut aufgreift
Tommy Hilfiger ist einer der typischsten New Yorker New Yorker, die es gibt. Sogar das, was jahrelang sein Zuhause war — ein Penthouse auf dem Plaza Hotel, direkt im Herzen der Stadt — hat sich im Laufe der Zeit zu einer berühmten Adresse entwickelt, die die Geschichte des Designers mit der von New York selbst verwoben hat. Hilfiger und seine Familie leben nicht mehr in dem Mega-Penthouse, aber das bedeutet nicht, dass die Verbundenheit des Designers mit dem legendären Hotel verblasst ist. Tatsächlich brachte Hilfiger dort erneut seine persönliche Familie und die breitere Familie der Marke — zu deren Mitgliedern Kate Moss, JISOO, Patrick Schwarzenegger, Arón Piper und Carmelo Anthony gehören — zusammen, um die Tommy Hilfiger SS27-Kollektion zu präsentieren, eine Kollektion, die ausschließlich auf farbblockierenden Kombinationen und aufeinanderprallenden Streifen und Karos basiert — eine klare Hommage an die lebendigere Seite des Preppy-Stils.
Die Show, die von Gigi Hadid eröffnet und von Romeo Beckham geschlossen wurde, wurde von der Live-Musik von Matt Jones & the Matt Jones Orchestra begleitet, endete aber mit einer Überraschung: Slayyyter spielte ihren Hit Dance. Musik, die leicht als Symbol für die Sammlung selbst hätte dienen können — durchdrungen von einer unverkennbaren 80er-Jahre-Sensibilität, aber aus der Nähe völlig modern. Die Kollektion übernahm die Codes der amerikanischen Zubereitung, wie sie vielleicht in einem John Hughes-Film zu sehen waren, und überarbeitete sie mit neuen Proportionen, feineren Stoffen und einer Palette intensiv leuchtender Farben: Neben dem klassischen Rot-Weiß-Blau-Trio der Marke gab es lebendige Gelb- und Tiefgrüntöne, und alles fühlt sich heller an, mehr von dem Moment an.
Ein Klassiker von Tommy Hilfiger — das Rugby-Shirt — wurde durch Colorblocking neu erfunden. Kontrastierende, mehrlagige Kragen waren überall zu sehen, und tatsächlich wurde der Großteil der Looks auf dem Laufsteg von der Energie des Kontrasts bestimmt. Dies waren Zusammenstöße von Mustern und Farben, von Längen und Proportionen. Die klassischen Polos reichten von kurz bis übergroß; das Wappenwappen von Tommy Hilfiger wurde als Mikrostickerei neu interpretiert; an Polos und Hemden waren überall knallende Kragen zu finden, die oft in einer klaren Anspielung auf die kollegiale Ästhetik des späten 20. Jahrhunderts überlagert waren. Ein weiterer Hinweis auf diese Zeit waren rote und grüne Hosen, die in großzügigen modernen Proportionen neu interpretiert wurden. Zu den interessantesten Stücken gehörte eine Reihe von Designs, die aus einem Patchwork verschiedener Muster gefertigt wurden.
Es gab auch deutlich modernere Elemente. Zuerst eine Reihe von Hemden, die diagonal über dem Rumpf getragen werden, wobei die Knopfleiste zu einem asymmetrischen Ausschnitt wird und der kontrastierende Kragen auf Brust oder Rücken offen gelassen wird. An anderer Stelle sorgte eine halbtransparente Windjacke dafür, dass die Farben des darunter liegenden Oberteils durch den durchscheinenden Stoff weicher wirkten. Unter den Damenlooks gehörten ein Paar Tartan-Kleider — fast wie Staubwedel vorne mit Reißverschluss, aber in der Taille eng anliegend und mit Taschen ausgestattet — wirklich zu den herausragenden Stücken der Show. Ein verspielterer Styling-Touch kam in Form von Stoff- und Perlenketten hinzu, die Kombinationen aus Polos, Strick und Kragen eine luftige, sommerliche Note verliehen. Einige wurden sogar über Makramee-Krawatten getragen.
Auch die klassischen Chinos wurden zu Microshorts mit hoher Taille in kräftigen Farben gekürzt oder länger gehalten, mit Nähten, die an Denim erinnern. Die Tommy-Flagge erschien als verblasster, verwaschener Makroprint auf übergroßen Oberteilen mit Satineffekt und großen Tragetaschen, auf den Stoffen aus Seide und Kaschmir, die den Ausstellungsraum säumen, und auf voluminösen Maxi-Taschen mit Patchwork-Effekt. An den Füßen: zweifarbige Skateschuhe, Bootsschuhe, Slipper und Poolrutschen aus Leder. Es gab auch ein raffinierteres Archivstück: ein langes weißes Tankkleid mit einem Nachdruck einer Times Square-Werbetafel aus den 80ern — das, in dem Hilfiger sich neben Ralph Lauren, Perry Ellis und Calvin Klein als einer der „großen amerikanischen Herrenmode-Designer“ platzierte. Eine Geste, die so selbstbewusst und ironisch ist, wie Tommy Hilfiger es immer war.
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