
Was ist „Shrinkflation“? Snacks werden kleiner
Shrinkflation, auch bekannt als Downsizing, scheint im Lebensmittelsektor zunehmend üblich geworden zu sein. Das Phänomen tritt auf, wenn ein Produkt in einer Verpackung verkauft wird, die der vorherigen Version ähnelt, aber eine geringere Warenmenge enthält, während der Preis unverändert bleibt oder nur geringfügig steigt. Infolgedessen zahlt der Verbraucher am Ende mehr pro Produkteinheit, ohne es sofort zu merken.
Um dieses Problem anzugehen, hat das italienische Ministerium für Unternehmen und Made in Italy der Europäischen Kommission einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Verbraucherinformation transparenter machen soll.
Mit dem Vorschlag werden spezifische Verpflichtungen sowohl für Hersteller als auch für Einzelhändler eingeführt. Wenn ein Produkt mit einem geringeren Gewicht oder Volumen als in der Vorgängerversion auf den Markt gebracht wird, muss die Änderung auf der Verpackung angegeben werden. Außerdem müssen die Auswirkungen auf den Preis im Verhältnis zur tatsächlich gekauften Menge angegeben werden. Die Informationen müssen dann sowohl in physischen Geschäften als auch auf Online-Verkaufsplattformen verfügbar gemacht werden.
Warum Verbraucher gegen die Reduzierung der Eiscremegrößen protestieren
Das Thema Shrinkflation rückt im Sommer regelmäßig ins Rampenlicht, da Diskussionen über die schrumpfenden Größen verpackter Eiscremes, Eis am Stiel, Snacks und anderer saisonaler Produkte geführt werden. In sozialen Medien und Verbraucherforen wird häufig über Verpackungen berichtet, die Jahr für Jahr kleinere Portionen zu enthalten scheinen und gleichzeitig ähnliche Preise beibehalten.
Das Gefühl, dass die Größe schrumpft, macht sich bei Sommerprodukten oft stärker bemerkbar, da es sich um Artikel handelt, die routinemäßig von einer großen Anzahl von Menschen gekauft werden, oft seit ihrer Kindheit. Wenn beispielsweise eine historische Eiscreme-Linie ein paar Gramm verliert oder sichtbar kleiner erscheint, ist die Veränderung im Vergleich zu anderen Konsumgütern leichter zu erkennen. Insbesondere verpackte Eiscremes sind in den letzten Jahren für multinationale Unternehmen weniger attraktiv geworden, da die Preise für einige der wichtigsten Zutaten, die bei ihrer Herstellung verwendet werden, wie Zucker, Milch und Schokolade, gestiegen sind.
Der Anstieg der von den Unternehmen zu tragenden Kosten hat zu einem allgemeinen Anstieg der Preise für verpacktes Speiseeis geführt. Einige Marken ziehen es jedoch vor, den Verkaufspreis ihrer Produkte nicht zu erhöhen und stattdessen die Portionsgrößen zu reduzieren. Selbst wenn die Reduzierung der Inhalte begrenzt ist, führt der Mangel an sofortigen Informationen häufig zu Misstrauen bei den Verbrauchern und erweckt den Eindruck einer versteckten Preiserhöhung. Der neue Legislativvorschlag zielt daher darauf ab, diese Änderungen klarer zu machen, sodass Käufer besser beurteilen können, was sie kaufen.
Woraus die neuen Anti-Shrinkflationsregeln bestehen
Der in dem von der italienischen Regierung vorgelegten Dekret dargelegte Mechanismus basiert auf einer standardisierten Kommunikation, die die Hersteller den Einzelhändlern zur Verfügung stellen müssen. Letzterer ist dann dafür verantwortlich, den Hinweis für Kunden durch Schilder, Regaletiketten oder Hinweise auf Online-Einkaufsseiten sichtbar zu machen.
Die Informationspflicht wird jedoch nicht dauerhaft sein. Die Mitteilung muss ab dem Zeitpunkt, an dem das Produkt mit der reduzierten Menge auf den Markt gebracht wird, drei Monate lang angezeigt werden. Nach Ablauf dieser Frist ist die Mitteilung nicht mehr verpflichtend. Ausnahmen sind auch in Fällen, in denen eine Neuformulierung die Leistung des Produkts verbessert, während sein Nutzen für die Verbraucher im Wesentlichen unverändert bleibt.
Der Fall Toblerone
tbh, Tolberone shrinkflation is wild https://t.co/8XTNltQMEC pic.twitter.com/DvGwfvpUXM
— Trung Phan (@TrungTPhan) February 6, 2024
Shrinkflation ist kein völlig neues Phänomen. Einer der bekanntesten Fälle stammt aus dem Jahr 2016 und betrifft Toblerone, den berühmten Schokoriegel, der sich durch seine Pyramidenform auszeichnet. Um die steigenden Rohstoffkosten auszugleichen, beschloss der Hersteller, die für den britischen Markt bestimmte Version zu modifizieren und ihr Gewicht zu reduzieren. Der 400-Gramm-Barren wurde auf 360 Gramm reduziert, während die 170-Gramm-Version auf 150 Gramm fiel.
Die Entscheidung löste vor allem deshalb Kontroversen aus, weil sich die Reduzierung nicht nur auf die Produktmenge, sondern auch auf deren Erscheinungsbild auswirkte. Die ikonischen dreieckigen Gipfel waren weiter voneinander entfernt, sodass die Veränderung sofort sichtbar wurde. Die Kritik wurde so weit verbreitet, dass das Unternehmen, das Toblerone herstellte, 2018 gezwungen war, zum Originalprodukt zurückzukehren.







































