
Was ist „De-Skilling“ und was hat das mit KI zu tun? Die Folgen der weit verbreiteten Nutzung von Chatbots auf die kognitiven Fähigkeiten der Menschen werden zunehmend diskutiert — aber es gibt einen Haken
Die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die kognitiven Fähigkeiten der Menschen werden seit einiger Zeit diskutiert, aber in letzter Zeit — dank der zunehmenden Verbreitung von Systemen, die diese Technologien nutzen — hat sich die Debatte beschleunigt. Online-Systeme für künstliche Intelligenz haben sich in den letzten Jahren, hauptsächlich aufgrund des Erfolgs von ChatGPT, verbreitet und die Entwicklung neuer Interaktionsformen gefördert, die auf einem Konversationsansatz basieren. Obwohl sie sich in einigen Fällen als überraschend erwiesen haben, sind diese Systeme im Vergleich zum Potenzial der Technologie immer noch eher rudimentär. Darüber hinaus verwenden die meisten Menschen sie, um relativ einfache Aufgaben zu erledigen, aber — wie das Wall Street Journal darauf hinwies — ist es, als würde man einen Lamborghini zum Ausliefern einer Pizza mitnehmen, um beispielsweise eine E-Mail zusammenzufassen. Studien zum Einsatz von Chatbots durch die breite Masse gibt es noch nicht und sie sind nicht eindeutig: Derzeit ist es schwierig vorherzusagen, wie künstliche Intelligenz konkrete Auswirkungen auf die kognitiven Sphären von Menschen haben könnte, genauso wie es für Technologien, die schon viel länger existieren — wie Fernsehen oder soziale Netzwerke — kompliziert bleibt, dies zu verstehen.
Wie The Atlantic kürzlich feststellte, sind diese Bedenken im Bildungsbereich jedoch real: Obwohl es noch praktisch keine konkreten Beweise gibt, sprechen die Menschen zunehmend von „De-Skilling“, also dem allmählichen Verlust von Fähigkeiten unter Schülern (und anderen) aufgrund des starken Einsatzes von Chatbots. Es ist jedoch ebenso wahr, dass künstliche Intelligenzsysteme seit ihrer Verbreitung die Art und Weise, wie Menschen mit Lernen und Hausaufgaben umgehen, — vielleicht für immer — verändert haben. Tatsächlich spielen in vielen Fächern Tools wie ChatGPT — dank ihrer Fähigkeit, Texte zu schreiben, Übungen zu lösen und anhand gegebener Eingaben Erklärungen abzugeben — eine immer wichtigere Rolle als Form der Unterstützung.
Wie sich die Schule mit KI verändert hat
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Eine der Folgen dieses Wandels ist, dass Hausaufgaben für die Bewertung des Lernniveaus der Schüler weniger geeignet sind. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Lehrer dafür, traditionelle Aufgaben zum Mitnehmen nicht mehr zu benoten oder zu überprüfen, ob sie abgeschlossen sind. Immer mehr Professoren sind auch der Meinung, dass ChatGPT oder ähnliche Tools irgendwie in den Unterricht integriert werden sollten, um den Studierenden beizubringen, sie bewusst und intelligent einzusetzen.
Der Einsatz von KI zum Lernen bedeutet jedoch nicht unbedingt, weniger Aufwand zu betreiben. Viele Gymnasiasten wenden sich beispielsweise für ihre griechischen und lateinischen Übersetzungen an ChatGPT: Neben der Durchführung der Übersetzungen — die auch online leicht zu finden sind — hilft der Chatbot oft dabei, bestimmte Passagen in den Texten zu verstehen. Andere nutzen den Sprachinteraktionsmodus von ChatGPT, um fließender Englisch oder eine andere Sprache zu sprechen und sich so auf mündliche Prüfungen vorzubereiten. Derselbe Ansatz gilt jedoch nicht für wissenschaftliche Fächer, in denen ChatGPT oft falsche Antworten liefert: Obwohl es kontraintuitiv erscheinen mag, sind viele künstliche Intelligenzsysteme nicht in der Lage, Berechnungen korrekt durchzuführen, da sie nicht auf der Grundlage logisch-mathematischer Prinzipien argumentieren, sondern Antworten auf der Grundlage probabilistischer Kriterien generieren.
The Age of De-Skilling
— David Labaree (@DLabaree) October 26, 2025
Will AI stretch our minds—or stunt them?
By Kwame Anthony Appiah
"The most pressing question, then, is how to keep our agency intact: how to remain the authors of the systems that are now poised to take on so much of our thinking. Each generation has had to…
Dennoch hat der weit verbreitete Einsatz von Chatbots in bestimmten Bereichen — vor allem in professionellen Bereichen — zu einigen Verzerrungen geführt. Laut Business Insider hat beispielsweise in den Vereinigten Staaten die Einführung von ChatGPT als Produktivitätstool in bestimmten Unternehmen zu gewissen Unterschieden geführt: Diejenigen, die ChatGPT vollständig in ihre Arbeit integrieren und es wie einen echten Assistenten behandeln, erzielen tatsächlich Vorteile in Bezug auf Leistung und Einkommen (wenn auch mit allen damit verbundenen Herausforderungen), während diejenigen, die es nur für sehr einfache Aufgaben verwenden, anscheinend keine so großen langfristigen Vorteile erzielen.
Es sollte auch beachtet werden, dass Tools wie ChatGPT zunehmend aus Gründen verwendet werden, die mit der persönlichen und privaten Sphäre zusammenhängen und nicht aus beruflichen oder schulischen Gründen, wie OpenAI selbst einräumt. In letzter Zeit wurde viel darüber gesprochen, wie viele Menschen, insbesondere junge Menschen, KI als Psychologen oder Therapeuten einsetzen — so sehr, dass sogar Sam Altman Zweifel an dieser Art der Interaktion geäußert hat.










































