
Als wir alle Robert De Niros Garderobe in „Casino Die Millionen-Dollar-Garderobe
Es gab einen Moment, ungefähr 1995, in dem Casino, der Film unter der Regie von Martin Scorsese mit Robert De Niro in der Hauptrolle, uns alle dasselbe wünschen ließ: in seinen Kleiderschrank zu spazieren. In Scorseses Blockbuster, der im goldenen Zeitalter von Las Vegas spielt, verkörpert De Niro Sam „Ace" Rothstein, eine Figur, die von Frank „Lefty" Rosenthal inspiriert wurde – dem echten Casinobetreiber mit Verbindungen zur Chicago Mob, der in den Siebzigern das berühmte Stardust leitete. Ace ist ein Mann, der von Kontrolle besessen ist: Er versucht, sein Imperium zusammenzuhalten, seinen unberechenbaren Freund Nicky Santoro zu managen und seine leidvolle Beziehung zu Ginger zu überstehen, gespielt von einer Sharon Stone, die nie glamouröser wirkte. Und dann waren da noch die Anzüge.
Für einen Moment beneideten wir alle De Niro um seine spektakuläre Garderobenkollection – eine wahre Hommage an die Exzesse von Las Vegas. Im Film umfasst Rothsteins Garderobe rund 52 verschiedene Anzüge, Teil einer Kollektion von etwa 70 Stücken, die eigens für den Film angefertigt wurden. Eine chromatische Parade aus verbranntem Orange, Mintgrün und Pastellrosa, gewagten Mustern und Kombinationen, die man sich außerhalb einer Stadt wie Las Vegas kaum vorstellen kann. Eine übertriebene, fast dreiste Ästhetik, die dreißig Jahre später noch immer fasziniert. Wir blicken heute darauf zurück, anlässlich von De Niros 83. Geburtstag.
Die Legende von De Niros Garderobe
@filmthusiastofficial Sharon Stone once told her acting coach, “I want to be good enough to work with Robert De Niro.” #robertdeniro #sharonstone #casino #martinscorsese original sound - filmthusiast
Hinter den Looks in Casino stehen die Kostümbildnerinnen Rita Ryack und John Dunn, die damit beauftragt wurden, ein Bild zu erschaffen, das die Geschichte der Figur erzählt, noch bevor ihre Handlungen es könnten. Sam „Ace" Rothstein sollte nicht einfach nur elegant wirken – er musste Macht, Selbstvertrauen und eine gewisse Gefährlichkeit ausstrahlen, verborgen unter makellosen Stoffen und unwahrscheinlichen Farben. Die Figur basierte auf dem echten Frank Rosenthal, dessen tatsächliche Garderobe noch extremer war als das, was im Film gezeigt wurde. Das Team traf Rosenthal auch persönlich und konnte seine Kleidung direkt in Augenschein nehmen, von der einige Stücke sogar an die Produktion verliehen wurden, was dem Film zusätzliche Authentizität verlieh.
Der Legende nach überstieg das Kostümbudget eine Million Dollar, obwohl die Produktion die Kosten im Blick behalten musste und Ryack gemeinsam mit der Assistenzkostümbildnerin Maggie Morgan hart daran arbeitete, die Ausgaben in Balance zu halten. Der wahre Wert jener Kostüme – der sich beim Erscheinen des Films offenbarte – lag freilich weniger in ihrem Preis als in ihrer Fähigkeit, eine visuelle Sprache zu schaffen, die in die Filmgeschichte eingegangen ist. Ryack erzählte auch, dass diese Outfits an De Niro eine andere Bedeutung annahmen: „An Rob wirkten diese Kleider sehr bedrohlich."
Und vielleicht lag genau darin das Geheimnis ihres Erfolgs: Dieselben Anzüge hätten an jedem anderen die Gefahr geborgen, wie eine Karikatur auszusehen. An De Niro hingegen wurden sie zur Waffe. Wie die Kostümbildnerin der Los Angeles Times sagte: „Niemand sonst hätte so extravagante Kleidung tragen können, ohne wie eine Comicfigur auszusehen. De Niro wirkte dabei immer noch sexy und gefährlich."
Armani oder nicht Armani, das ist hier die Frage
Robert De Niro in 'Casino' (1995) pic.twitter.com/VWOhKKkPKZ
— best of decino (@robcinodaily) March 30, 2025
Jahrelang kursierte die Überzeugung, dass jene Anzüge von Giorgio Armani entworfen worden seien – wahrscheinlich, weil der Film zu einer Zeit erschien, als der Name des italienischen Designers das ultimative Symbol internationaler Herreneleganz darstellte, und weil Armani eine beratende Rolle bei dem Projekt innehatte. Die Wirklichkeit ist jedoch differenzierter. Armani arbeitete mit der Produktion zusammen, gab Orientierung und trug zur stilistischen Gesamtatmosphäre des Films bei, doch der Großteil von De Niros Anzügen stammte nicht vom Designer.
Die Kleidung wurde hauptsächlich von Carlos Velasco, Tommy Velasco und Vincent Zullo geschneidert, Spezialisten für Maßschneiderei. Die Hemden, Krawatten und Einstecktücher wurden hingegen von Anto Beverly Hills gefertigt, demselben traditionsreichen Atelier, das auch Hemden für den echten Frank Rosenthal angefertigt hatte. Kurz gesagt: Statt einer Armani-Garderobe war Ace Rothsteins Kleiderschrank das Ergebnis einer enormen Gemeinschaftsleistung aus Schneiderei, Recherche und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Denn am Ende hinterließ Casino uns eine große Lektion: In Las Vegas kann man Millionen, Freunde und den Verstand verlieren – aber wenn man 52 Anzüge im Schrank hat, kann man sich immer so kleiden, als hätte man gerade die Welt erobert.












































