Was ist bei Aeffe los? Ein mysteriöser Investor könnte Aeffe vor seinen Schulden retten

Für Aeffe, die Muttergesellschaft der Marken Alberta Ferretti, Moschino und Pollini, waren die letzten Monate nicht einfach. Inmitten von Veränderungen an der kreativen Spitze, einschließlich des Ausscheidens der Gründerin Alberta Ferretti im September 2024, wurde Lorenzo Serafini die kreative Leitung der gleichnamigen Marke anvertraut. In jüngerer Zeit verließ Adrian Appiolaza Moschino und übergab die Marke an die Sunnei-Gründer Loris Messina und Simone Rizzo, die ihre erste Kollektion auf der Mailänder Modewoche im September vorstellen werden.

Die finanzielle Situation der Gruppe steht ebenfalls unter Druck. Zum 31. Mai hatte die Verschuldung Berichten zufolge 101,8 Millionen € erreicht, gegenüber 67,7 Millionen € Ende 2024. Der Umsatz liegt derzeit bei 155 Millionen €, was einem Rückgang von 25,4% gegenüber den 207,8 Millionen € im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Doch ein mysteriöser Investor könnte Aeffes Vermögen verändern.

Über Oxy Capital

Aeffe durchläuft derzeit das italienische Verhandlungsverfahren zur Beilegung von Unternehmenskrisen. Dieses Verfahren ermöglicht es Unternehmen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden, mit Gläubigern zu verhandeln, um deren Sanierung zu unterstützen und ein aufwändigeres Insolvenzverfahren zu vermeiden. In diesem Rahmen hat Oxy Capital, eine Investmentfirma mit Niederlassungen in Lissabon und Mailand, die sich auf die Sanierung von Unternehmen spezialisiert hat, Interesse an der Gruppe bekundet, indem sie Unternehmen in Schwierigkeiten bei der finanziellen und organisatorischen Umstrukturierung unterstützt.

Berichten zufolge fungiert das Unternehmen als Hauptinvestor eines Konsortiums von Industrie- und Finanzpartnern, das sich noch im Aufbau befindet. Der Vorschlag ist noch vorläufig und nicht bindend, da die finanzielle, rechtliche und wirtschaftliche Sorgfaltspflicht noch im Gange ist, bevor eine endgültige Einigung erzielt werden kann.

Ein potenzieller asiatischer Käufer taucht auf

Mit Unterstützung der Investmentbank Lazard hat Aeffe Berichten zufolge auch einen zweiten Vorschlag erhalten, der für den Verwaltungsrat besonders attraktiv erscheint. Es stammt von einem Industriekonzern, der hauptsächlich auf dem asiatischen Markt tätig ist und über umfangreiche Erfahrung in der Verwaltung internationaler Modemarken verfügt, obwohl seine Identität nicht bekannt gegeben wurde. Den verfügbaren Informationen zufolge ist der Investor daran interessiert, das gesamte Geschäft von Aeffe zu erwerben und gleichzeitig alle Verbindlichkeiten der Gruppe zu übernehmen, sobald der Umstrukturierungsprozess gemäß dem italienischen Wirtschaftskrise- und Insolvenzgesetzbuch abgeschlossen ist.

Der Vorschlag beinhaltet auch eine Überbrückungsfinanzierungsfazilität in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro, um die operative Kontinuität der Gruppe bis zum 31. Dezember sicherzustellen. Die Mittel würden in zwei Raten bereitgestellt: zunächst in Höhe von bis zu 16 Millionen Euro zwischen Juli und September, gefolgt von einer zweiten Tranche in Höhe von 9 Millionen Euro vor Jahresende. Sowohl die Finanzierung als auch jede mögliche Akquisition würden vollständig aus eigenen Mitteln des Investors finanziert.

Sollte der Deal zustande kommen, wäre Aeffe von seiner aktuellen Schuldenlast entlastet, obwohl das Unternehmen auch sein Betriebsvermögen effektiv auf den neuen Eigentümer übertragen würde. Die Due-Diligence-Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, und Oxy Capital könnte in den kommenden Wochen ein verbindliches Angebot unterbreiten. In der Zwischenzeit wurde die Anhörung vor dem Gericht von Bologna zu den im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses beantragten Schutzmaßnahmen auf den 15. Juli verschoben. In diesem Zusammenhang könnte Aeffe eine echte Chance zur Erholung haben und ein vielversprechendes Umfeld für die neuen kreativen Teams schaffen, die ausgewählt wurden, um die Zukunft der Gruppe neu zu gestalten.

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