Nimmt der „Gaststar-Wahn“ der italienischen Mode etwas ab? Ein Thema des Outsourcing-Hypes

Die aktuelle Ausgabe von Pitti Uomo 110, die in diesen Tagen stattfindet, wird von ausländischen Designern dominiert. In der Fachpresse erscheint wenig oder gar nichts über die 720 anwesenden Marken, während ständig von den ausländischen Gästen die Rede ist, die seit einigen Jahren die wahre Medienattraktion von Pitti sind: von Simone Rocha über Sunflower bis hin zu Kei Ninomiya, Jiyong Kim und William Palmer. Auf Medienebene klingt es aufregender, dass die italienische Plattform von Pitti mehr oder weniger berühmte ausländische Talente anzieht, gerade weil sie ihre globale Anziehungskraft und Relevanz bestätigen. Es ist jedoch eine Schande, dass die einzigen italienischen Gastdesigner der letzten Ausgaben nur Niccolò Pasqualetti und Magliano waren, zwei aufstrebende Stars der italienischen Mode, die übrigens normalerweise in Paris präsent sind. Wir könnten es, um das Sanremo Festival zu zitieren, „Super Guest Fever“ nennen: Gibt es nicht lokale Designer, die ihre eigene Show in Pitti verdienen würden?

Ähnliches passiert mit dem Mailänder Männerkalender. Neben der Handvoll historischer Marken, die fast zwangsläufig in der Stadt präsent sein müssen, sind die wahren Attraktionen der nächsten Saison amerikanische Namen: Thom Browne und Ralph Lauren. Es ist kein Problem, dass diese Designer in Mailand ausstellen, aber es ist ein Problem, dass ihre Präsenz strukturell notwendig geworden ist, um einen Modenschaukalender zu unterstützen, der zunehmend von Namen (von denen viele auch aus dem Ausland stammen) gefüllt ist, die man googeln muss, um sie zu erkennen. Im Gegenteil, viele aufstrebende italienische Designer müssen sich mit dem Präsentationsformat zufrieden geben.

Die implizite Botschaft dieser italienischen Fremdheit ist zweifach: Einerseits geht es darum, Offenheit und Weltoffenheit zu vermitteln, andererseits impliziert sie, dass das, was intern produziert wird, nicht aufregend genug ist, um für sich allein zu stehen. Das Problem ist auch die Prävalenz von Präsentationen. Während sich einige Luxusmarken bei ihnen wohl fühlen, darunter Loro Piana und Brunello Cucinelli, erfordert eine neue Marke, die ihr eigenes Narrativ etablieren muss, die Prägnanz einer echten Show. Und sowohl aus Reputationsgründen als auch aus Gründen der Sichtbarkeit wäre es viel besser, wenn diese Designer eine ordentliche Show im Kalender hätten und nicht eine Mini-Präsentation für einen Tag am Stadtrand. Etwas, das anderswo, insbesondere in London und New York, verstanden wurde.

Is the "Guest Star craze" taking away from Italian fashion? by nss magazine

An issue of outsourced hype

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