Vielleicht funktioniert es wirklich, Smartphones von Teenagern zu verbieten Zumindest bis zum Alter von 14 Jahren: mehrere englische Schulen haben dies versucht, und die Ergebnisse sind ermutigend

Vor etwa einem Jahr starteten mehr als dreißig Grundschulen im Bezirk der englischen Stadt Saint Albans, einer Stadt mit rund 75.000 Einwohnern nordwestlich von London, ein Projekt, das darauf abzielt, die Nutzung von Smartphones durch Kinder unter 14 Jahren zu verhindern. In Zusammenarbeit mit den Familien schlugen die Schulen außerdem vor, die Registrierung in verschiedenen sozialen Netzwerken, darunter Instagram und TikTok, bis mindestens 16 Jahre zu verzögern, um das psychische und soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Die Kampagne löste viele Diskussionen aus, auch weil es im Vereinigten Königreich im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie Italien keine nationale Regelung für die Verwendung von Smartphones in Schulen gibt. Entscheidungen in dieser Hinsicht wurden in der Tat von den einzelnen britischen Schulen unabhängig getroffen. Doch ein Jahr nach Beginn des Projekts haben die beteiligten Lehrer und Schulleiter positive Auswirkungen beobachtet: Die Schüler scheinen während des Unterrichts aufmerksamer zu sein, interagieren spontaner miteinander und zeigen eine aktivere und engagiertere Einstellung zum Schulleben. Darüber hinaus wurde selbst bei älteren Schülern ein spürbarer Rückgang der Nutzung mobiler Geräte beobachtet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Erfahrung von Saint Albans auch andere Gebiete beeinflusst hat. Nur wenige Wochen nach Beginn des Projekts starteten 18 der 20 weiterführenden Schulen im Bezirk Southwark im Süden Londons dieselbe Kampagne. Das Eton College, eine der renommiertesten Bildungseinrichtungen im Vereinigten Königreich, ergriff ebenfalls eine ähnliche Maßnahme: Erstsemester im Alter zwischen 13 und 14 Jahren mussten Telefone verwenden, die nur über grundlegende Nachrichtenfunktionen verfügten. Ein weiterer Vorstoß in diese Richtung ging von der Bewegung „Smartphone Free Childhood“ aus, die von zwei Eltern gegründet wurde, die sich von den Erfahrungen der Schulen in Saint Albans inspirieren ließen. Die Kampagne verbreitete sich schnell in ganz Großbritannien und wurde bis heute von über 13.000 Schulen im Land übernommen.

Sind Smartphones das Problem?

@itvnews A ban on mobile phones in schools and a total ban on phones for under-16s should be considered by the next government, according to a report from MPs. @Dan Ajose explains. #itvnews #phone original sound - itvnews

In den letzten Jahren sind zahlreiche Bedenken hinsichtlich der frühen Nutzung von Smartphones bei Kindern und Jugendlichen aufgekommen, insbesondere aufgrund der möglichen Folgen für die psychische Gesundheit. In mehreren Studien wurde ein Zusammenhang zwischen längerer Nutzung mobiler Geräte ab einem jungen Alter und einem erhöhten Maß an Angstzuständen, Depressionen und Aufmerksamkeitsdefiziten festgestellt. Das Phänomen scheint besonders ausgeprägt bei Mädchen zu sein, bei denen auch Selbstverletzungen und in extremen Fällen Selbstmord zu verzeichnen sind. Einigen in den USA durchgeführten Studien zufolge stiegen die Depressions- und Angstraten bei Minderjährigen zwischen 2010 und 2019 um mehr als 50 Prozentpunkte. Im gleichen Zeitraum nahmen die Selbstmorde in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen um 48% zu, wobei bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren ein noch größerer Anstieg von 131% zu verzeichnen war. Ähnliche Trends wurden auch in anderen westlichen Ländern beobachtet — einschließlich Italien.

In diesem Zusammenhang werden häufig die Nutzung sozialer Medien und die allmähliche Reduzierung der Zeit, die offline verbracht wird, als Hauptfaktoren genannt, die die Generation Z so anfällig für psychische Störungen machen — mehr als jede andere Generation, für die vergleichbare Daten vorliegen. Es ist seit langem bekannt, dass soziale Netzwerke Kinder und Jugendliche Episoden von Online-Mobbing, gewalttätigen oder diskriminierenden Inhalten und sozialen Dynamiken aussetzen können, die das Gefühl der Ausgrenzung oder Unsicherheit verstärken. Insbesondere Plattformen wie WhatsApp können manchmal die Verbreitung unangemessener oder aggressiver Inhalte ermöglichen, die schwer zu kontrollieren sind. Im Vereinigten Königreich zeigen verfügbare Daten, dass der frühe Zugang zu Technologie bereits weit verbreitet ist: Über ein Viertel der Kinder im Alter von 5 bis 7 Jahren besitzt ein Smartphone, und 38% sind bereits in sozialen Medien aktiv. Darüber hinaus verbringen 69% der 8- bis 15-Jährigen täglich bis zu drei Stunden online, während fast ein Viertel mehr als vier Stunden täglich beträgt. Angesichts dieser Situation tritt im Vereinigten Königreich eine neue Verordnung in Kraft: der Online Safety Act, der im kommenden Juli in Kraft treten wird. Das Gesetz umfasst eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Online-Sicherheit auf digitalen Plattformen, Spiele-Apps und anderen von Minderjährigen frequentierten Online-Bereichen. Nach Ansicht mehrerer Beobachter reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Insbesondere wird ein stärkeres Engagement der Regierung gefordert, sowohl in Bezug auf Gesetze zur Begrenzung der Smartphone-Nutzung an weiterführenden Schulen als auch durch Bildungsprogramme für junge Menschen, Familien und Lehrer.

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