
Wozu dient ein Creative Director? Die kreative Krise der Modehäuser inmitten von Angst, gefährdeten Märkten und Identitätsverlust
Was an der vergangenen Mailänder Modewoche am meisten auffiel, war Traurigkeit. Ein schwarzer Anzug, der bis zur Wadenmitte reicht, ist alles, was uns Maria Grazia Chiuris neuer Fendi hinterlassen hat. Kate Moss im Gucci-G-String, 1997 von Tom Ford entworfen, ist die einzige Neuheit, die Demna für seine erste Show in Mailand in die Maison gebracht hat.
Vor dem Hintergrund der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten verwandelten rein schwarze Outfits, düstere Atmosphären und ein Hauch von Nostalgie die Aufführungen von wunderbaren Spektakeln in dramatische Aufführungen. Während die ästhetische Düsternis des Luxus die niedrigen Erwartungen der heutigen Gesellschaft widerspiegelt, die in einem ergreifenden, sich wiederholenden Zyklus gefangen ist und Trost in der Pracht der Vergangenheit sucht, beraubt sie gleichzeitig die Modeindustrie ihres wichtigsten Werts: der Kreativität.
Natürlich ist es schwierig, in einer kaputten Welt zu träumen, doch die Versuche von Modehäusern und Kreativdirektoren, aktuelle Ereignisse auf den Laufsteg zu bringen, scheinen weniger von dem Wunsch getrieben zu sein, sie zu kommentieren, als von dem Ziel, sie auszunutzen, um weiter zu verkaufen. Schließlich hat Luxus in diesem Krieg ein einziges, trauriges Problem: das Schrumpfen der aktiven Märkte in Städten wie Dubai, Riad und Doha. Und wenn Mode nur das auf den Laufsteg bringen kann, was sie hautnah erlebt, dann kann Luxus heute nur noch die Angst vermitteln, vergessen zu werden.








































