Es gibt eine App, die pornoabhängigen Menschen hilft Es heißt Quittr und wurde von zwei jungen Amerikanern mit dem Ziel gegründet, Gleichaltrigen zu helfen.

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es keine genaue wöchentliche Stundenschwelle, ab der der Konsum pornografischer Inhalte automatisch pathologisch wird. In den letzten Jahren haben das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für diese Art von Störung jedoch zugenommen, auch dank Tools, die denjenigen helfen sollen, die das Gefühl haben, ein Problem damit zu haben. Dazu gehört Quittr, eine App, die von zwei jungen Amerikanern entwickelt wurde, um Gleichaltrigen und anderen zu helfen, den Konsum von Online-Pornografie zu reduzieren.

Das Ziel von Quittr ist es, den Nutzern zu helfen, zu verstehen, wann der Gebrauch von Pornografie nicht mehr gelegentlich erfolgt und zu einer Gewohnheit wird, die sich so automatisch und wiederholt, dass sie negative Auswirkungen auf verschiedene andere Aspekte des täglichen Lebens hat. Heute hat die App mehr als eine Million Downloads und mehr als einhunderttausend Benutzer mit einem aktiven kostenpflichtigen Abonnement.

So funktioniert Quittr

Quittr basiert auf dem Prinzip, dass Verhaltensänderungen effektiver sind, wenn sie nicht in einem Kontext der Einsamkeit auftreten, insbesondere wenn es um tabuisierte Themen wie Pornografie geht. Im Mittelpunkt der Benutzererfahrung steht tatsächlich ein kollektives Support-Forum, in dem Benutzer ihre Schwierigkeiten teilen, Momente des Rückfalls besprechen und den täglichen Fortschritt feiern können. Die Community hinter Quittr funktioniert im Wesentlichen als Raum der gegenseitigen Unterstützung.

Zusätzlich zum Forum integriert Quittr mehrere Funktionen, die das bewusste Nachdenken über die eigenen digitalen Gewohnheiten fördern sollen. Die App bietet personalisierte Statistiken über die Zeit, die mit dem Konsum expliziter Inhalte verbracht wurde, und Tools zur Selbstüberwachung, die dem Benutzer helfen, bestimmte Auslöser wie bestimmte emotionale Zustände zu identifizieren.

Quittr hat von einem erheblichen Teil seiner Nutzer positive Rückmeldungen erhalten, genug, um die Aufmerksamkeit einiger psychiatrischer Fachkräfte auf sich zu ziehen, die am Potenzial digitaler Plattformen zur Verhaltensunterstützung interessiert sind. Gleichzeitig ist das Projekt nicht ohne Kritik: Einige Experten betonen, dass Selbsthilfetools wie Apps und Foren an sich keine therapeutischen Wege ersetzen und dass die Wirksamkeit dieser Tools noch durch strenge Untersuchungen validiert werden muss.

Wann können wir über Pornografiesucht sprechen

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Aus wissenschaftlicher Sicht wird die sogenannte „Pornografiesucht“ nicht offiziell als Diagnose anerkannt. Der Missbrauch pornografischer Inhalte, sowohl online als auch offline, ist jedoch in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der Weltgesundheitsorganisation enthalten, die sich allgemeiner auf eine Störung der Kontrolle sexueller Impulse bezieht.

Im Jahr 2024 wurde die umfangreichste und detaillierteste Umfrage zu diesem Thema veröffentlicht, an der mehr als 80.000 Menschen in über 40 Ländern teilnahmen. Für die Zwecke der Studie identifizierten Wissenschaftler den Gebrauch von Pornografie als problematisch, wenn er nicht als angenehmer Zeitvertreib erlebt wird, sondern als Verhalten, das Gefühle von Einsamkeit, Scham, Depression und Isolation verstärkt. Im Durchschnitt gaben etwas mehr als 5% der Befragten an, eine solche Beziehung zu Pornografie zu haben.

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