Warum singen Popstars gerne in Unterwäsche? Sie sind nicht gerade neu in der Branche, aber sie werden immer häufiger.

Seit Jahren rocken Popstars auf der Bühne Bodys, Miniröcke und Shorts, doch seit Kurzem gewinnt ein weiteres Kleidungsstück in diesem Bereich an Popularität, das der Atlantik — mit ein bisschen Sarkasmus — „modische Windeln“ nennt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um hoch taillierte Slips mit einem nicht zu hohen Schnitt, die optisch an voluminösere Hotpants erinnern. In letzter Zeit haben Künstler wie Taylor Swift, Olivia Rodrigo, Chappell Roan, Charli XCX und Dua Lipa sie unter anderem bei ihren Live-Shows getragen. „Ihre Anziehungskraft hängt mehr vom Bewusstsein ab, dass etwas fehlt, um sie zu bedecken, wie eine Hose oder ein Rock, und dass sie tatsächlich sehr kurz sind, als von ihrer Form“, erklärt die Post in einem Artikel zum Thema.

Diese Art von Kleidung wird von Künstlern sehr geschätzt, da sie eine große Bewegungsfreiheit bietet: Sie ermöglicht es ihnen, auf der Bühne zu tanzen und sich ohne Hindernisse zu bewegen, insbesondere beim Singen; sie betont auch die Figur des Trägers, wodurch ein längerer Effekt entsteht, und ist gleichzeitig praktisch für schnelle Kostümwechsel während der Aufführungen. Solche Stücke dienen auch als Teil des visuellen Geschichtenerzählens des Konzerts — es überrascht nicht, dass sie manchmal mit Pailletten überzogen sind.

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Tatsache ist, dass dieses Kleidungsstück nicht ganz neu ist: Künstler wie Madonna, Britney Spears, Christina Aguilera und Lady Gaga haben es bereits auf der Bühne getragen. Der Unterschied zur Vergangenheit besteht darin, dass es heute zu einem viel verbreiteteren und erkennbareren Element geworden ist. Generell ist die Entscheidung, auf der Bühne oder in der Öffentlichkeit nur Unterwäsche statt Hosen zu tragen, ein Trend, der in den letzten Jahren bei vielen Prominenten an Bedeutung gewonnen hat und viel Neugier geweckt hat. Zu den Figuren, die am häufigsten mit diesem Stil in Verbindung gebracht werden, gehört die Schauspielerin Emma Corrin, eine Miu Miu-Botschafterin — und das ist kein Zufall: Miuccia Prada selbst hat zuvor mit der Idee des Fehlens von Hosen experimentiert und damit gespielt und Looks präsentiert, die fast völlig ohne dieses Stück sind.

Der Slip-Trend unter männlichen Popstars

In den letzten Jahren haben auch einige männliche Popstars begonnen, mit freizügigeren und theatralischeren Bühnenoutfits zu experimentieren und sich damit einer Ästhetik zu nähern, die bis vor Kurzem als fast ausschließlich weiblich wahrgenommen wurde. Insbesondere die Verwendung von Slips und extrem minimalistischen Kostümen — oft individuell dekoriert — ist in bestimmten zeitgenössischen Pop-Kontexten weit verbreitet, insbesondere dort, wo der Look ein wesentlicher Bestandteil der Aufführung ist. Sänger wie Lil Nas X oder Damiano David (vor allem mit Måneskin) haben dazu beigetragen, die Vorstellung zu normalisieren, dass das Tragen eines minimalistischen Kleidungsstücks, das als echtes Bühnenelement präsentiert wird, heute eher mit der Sprache der Aufführung als mit einem Geschlechterkonzept zu tun hat.

Bei Aufführungen wird das Tragen eines so unverzichtbaren Kleidungsstücks am männlichen Körper zu einer Möglichkeit, eine flüssigere und offenere geschlechtslose Ästhetik einzuführen. Insbesondere bei Ausstellungen, in denen der Körper ein zentraler Bestandteil der Inszenierung ist, verstärkt diese Wahl die performative Dimension, was darauf hindeutet, dass die Garderobe eines Künstlers nicht unbedingt einem bestimmten Geschlecht entsprechen muss, sondern sich stattdessen frei zwischen verschiedenen Codes bewegen kann.

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Auch für Männer ist dieses Kleidungsstück nicht ganz neu: Bereits in den 1980er und 1990er Jahren hatten Künstler wie Prince, Bowie oder einige Glam-Rock-Frontmänner die Idee untersucht, auf der Bühne sehr minimalistische Kostüme zu tragen. Der Unterschied besteht heute darin, dass diese Wahl nicht mehr als isolierte Provokation angesehen wird, sondern eine größere — stilistische und performative — Freiheit innerhalb des zeitgenössischen Männerpops widerspiegelt.

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