
5 Highlights der Paris Fashion Week Men's SS27 Hitze, Kollaborationen und Sonnenhüte
Die Paris Fashion Week scheint unter einem merkwürdigen Fluch zu stehen: Immer wenn ein bedeutendes weltweites Ereignis bevorsteht – von der Covid-19-Pandemie bis hin zur drohenden Gefahr eines Dritten Weltkriegs – fällt es ausgerechnet mit den Tagen der Modewoche zusammen. In dieser Saison mussten die französische Hauptstadt und die Modebranche die heftigste Hitzewelle ihrer Geschichte bewältigen. Mehrere Marken, darunter Dior Homme und Rick Owens, verlegten ihre Shows deshalb auf die frühen Morgenstunden, um Ohnmachtsanfälle in der Front Row zu vermeiden.
Die Paris Fashion Week Men's SS27 ging gestern zu Ende, doch die Hitze bleibt. Nachdem wir heute Morgen dank der Klimaanlage endlich etwas Abkühlung im Büro gefunden haben, werfen wir einen Blick auf fünf Highlights der vergangenen Tage.
Ami Paris
Bei Ami Paris traf klassische Schneiderkunst auf Dekonstruktion. Das Label spielte mit den Konventionen der Herrengarderobe und stellte sie auf den Kopf: Nadelstreifenhemden wurden zu Röcken, Mikro-Shorts aus Seide mit Workwear-Jacken kombiniert und Jogginghosen unter Ledertrenchcoats getragen. So entstanden ungewöhnliche, aber dennoch elegante Silhouetten, geprägt von Vintage-Farbwelten und makelloser Schneiderei. Die Farbe Rot dominierte die Kollektion ebenso wie Stoffe, die eine leichte, sportliche Eleganz vermittelten – von ultraleichter Wolle über Popeline bis hin zu technischem Nylon.
Lemaire
Für die Pariser Modeszene, die neutrale Farbpaletten und hochwertige Materialien liebt, bleibt Lemaire eine feste Größe. Die Arbeit von Christophe Lemaire und Sarah-Linh Tran einfach als „cool“ zu bezeichnen, wäre beinahe zu schlicht – vermutlich würden sie selbst Begriffe wie avantgardistisch oder chic bevorzugen. Dennoch war genau diese mühelose Lässigkeit das Markenzeichen der SS27-Kollektion. In einem entspannten Lauf über den Catwalk verkörperte jeder Look die Essenz des modernen Pariser Stils. Lederkopfbedeckungen bewegten sich sanft über übergroßen Anzügen und pastellfarbenen Trenchcoats, während Schichten aus pflaumenfarbenem Baumwollstoff, dunklem Leinen und dezenten Steingrautönen raffinierte Layering-Looks entstehen ließen.
ERL
Wie sieht der Americana-Stil im Jahr 2026 aus? Und wie lassen sich Klassiker wie Jeans und Poloshirt neu interpretieren? ERL liefert darauf eine überzeugende Antwort und schlägt zugleich ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte auf: Die Marke gab ihren Abschied vom Inkubator von Dover Street Market bekannt und startet künftig vollständig unabhängig unter der Leitung ihres Gründers Eli Russell Linnetz. Die SS27-Kollektion, die im Rahmen einer Präsentation vorgestellt wurde, erzählt von einem endlosen Sommer in Venice Beach und ist von einer unverkennbaren Ästhetik der 1980er-Jahre geprägt. Blumenmuster, Streifen und kräftiges Colour Blocking erinnern an amerikanische Garderoben vergangener Jahrzehnte und lassen zugleich den unverwechselbaren Sex-Appeal dieser Zeit wieder aufleben. Moderne Schnitte, transparente Stoffe und mehrere Womenswear-Looks verleihen der Kollektion jedoch eine zeitgenössische Perspektive.
Kiko Kostadinov
Während dieser Fashion Week feierte Kiko Kostadinov sein zehnjähriges Bestehen – ein bedeutender Meilenstein für eines der innovativsten Menswear-Labels der vergangenen Dekade. Zahlreiche Designer ließen sich in den letzten Jahren von seiner Arbeit inspirieren und blickten gespannt auf dieses neue kreative Kapitel, das experimenteller wirkt als je zuvor. Inspiriert vom Künstler Agostino Bonalumi präsentierte Kostadinov Blazer und technische Jacken mit integrierten Strukturen, die markante plastische Drapierungen und Volumen entstehen ließen. Schmale Silhouetten und eine reduzierte Palette erdiger Farben unterstrichen die charakteristische Handschrift der Marke. Den krönenden Abschluss bildete die Zusammenarbeit mit Oakley, deren verspiegelte, kaleidoskopische Gläser zu den meistdiskutierten Accessoires der Pariser Modewoche gehörten.
Soshiotsuki
Die SS27-Kollektion von Soshiotsuki wirkte, als stamme sie aus einer anderen Zeit – genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Inspiriert von Nostalgie und Erinnerung entwickelte der Designer eine bewusst unperfekte Interpretation der Schneiderei, geprägt von Asymmetrien, unvollständigen Details und offen getragenen Kleidungsstücken, die die darunterliegenden Schichten sichtbar machten. Ballonförmige Anzughosen wechselten sich mit Caprihosen ab und verliehen der Show eine ausgesprochen filmische Atmosphäre, die das Publikum für einen Moment in das Japan der 1970er-Jahre versetzte.































































