
Kommen Kontroversen und Individualismus der Mode wirklich zugute? Das Paradoxon von Luxus und Inklusivität mit Philippe Pourhashemi
Mode liebt Drama. Es ist das, wofür es geboren wurde und was es ihm ermöglicht hat, die Jahrhunderte zu überdauern, vom Klatsch am Hof von Versailles bis zur Fehde zwischen Coco Chanel und Elsa Schiaparelli. Das Problem ist, dass Kontroversen heute, mit der Digitalisierung der exklusivsten Sendungen und dem Anstieg der Barrierefreiheit als Trend, zu einer gefährlicheren Waffe geworden sind als je zuvor. In einer Zeit, in der sich die Branche für zunehmend demokratisch und inklusiv erklärt, wird die Grenze zwischen persönlicher Sichtbarkeit und kollektiver Sache immer dünner.
Einerseits sorgen Kontroversen für Öffentlichkeitsarbeit — wie die unzähligen Beispiele aus Demnas Ära in Balenciaga gezeigt haben —, andererseits riskieren sie, wenn sie schlecht geplant sind, den Ruf ihres Schöpfers zu gefährden. Aus diesem Grund ist es in der modernen Modeindustrie immer besser zu vermeiden, kollektive Initiativen in eine Übung des persönlichen Brandings umzuwandeln.








































