
Italienische Mode ist kein Land für junge Leute Alles, was Sie über das neue Wettbewerbsgesetz wissen müssen, das die wachsende Kluft zwischen Italien und Frankreich bestätigt
In Italien verzaubern die Geschichten, die uns die Boomer als Gutenachtgeschichten überliefert haben und die von Hollywood-Strategien der Nachkriegszeit geprägt sind, niemanden mehr. Die Kreativbranche ist der lebende Beweis: Man kann nicht weiter von vergangenem Ruhm leben. Wir müssen nach vorne schauen oder zumindest den Mut haben, in der Gegenwart zu bleiben. Die Politik wird uns mit dem neuesten Wettbewerbsgesetz (DDL Concorrenza) und einigen demografischen Daten aus dem jüngsten Milano Global Fashion Summit 2025 helfen, mehrere kritische Punkte zu verstehen.
Das Wettbewerbsgesetz wird der italienischen Mode nichts nützen
Im Textil- und Bekleidungssektor warteten viele auf die Reform des neuen Wettbewerbsgesetzes, das am 5. November vom Senat verabschiedet wurde, aber anstatt Unterstützung anzubieten, ließ die Politik des Landes die Mode erneut ins Abseits. Keine Bestimmungen gegen Fast-Fashion, keine konkreten Maßnahmen zum Schutz der Lieferkette: Der Sektor wurde von einer Maßnahme ausgeschlossen, die zumindest theoretisch die italienische Wettbewerbsfähigkeit hätte stärken sollen.
Aus der Website des Ministeriums geht hervor, dass der Schwerpunkt auf der Beseitigung von Wettbewerbshindernissen in Sektoren wie Verkehr und Gesundheitswesen sowie auf der Verschärfung der Sanktionen für Kosmetika in Bezug auf Kennzeichnung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften liegt. Wenn also die Gesetzeslücken und das absurde Desinteresse an Italiens Handwerkskunst anhalten, sieht es nicht besser aus, wenn es um das Narrativ von Italien im Ausland und die Wahrnehmung von Made in Italy geht, zwischen schlechten Nachrichten über Unteraufträge in Werkstätten und unterbezahlten Gehältern für Kreative - in Italien sind die Reallöhne laut der Internationalen Arbeitsorganisation immer noch niedriger als 2008.
Frankreich bleibt Italien einen Schritt voraus
Während Frankreich Fast-Fashion-Giganten wie Shein und Temu besteuert (und gleichzeitig einen höchst fragwürdigen Megastore im Zentrum von Paris eröffnet), gerät die Debatte in Italien ins Stocken. Der Gesetzentwurf umfasst kaum neun Artikel und sieht keine Reform für einen Sektor vor, der weiterhin an kulturellem Wert und institutioneller Anerkennung verliert. Und doch sprechen die Zahlen eindeutig: 2024 zählte Italien über 53.000 Modeunternehmen, verglichen mit 20.000 in Frankreich im Jahr 2025. Eine hochrangige Fertigungsindustrie, die nach wie vor das produktive Herz Europas ist, aber im alltäglichen Diskurs keinen Platz findet, außer wenn es um den Missbrauch von Arbeitern und die im ganzen Land verstreuten geheimen Werkstätten geht.
Um darauf zurückzukommen, dass dieses Narrativ stattdessen für die politischen Strategien Frankreichs von zentraler Bedeutung ist, denken Sie nur an Macron: Als Emily in Paris riskierte, Emily in Rom zu werden, intervenierte er öffentlich, um das Image der französischen Mode zu verteidigen und die zentrale Bedeutung von Paris für die Branche anzuerkennen. Heute darüber zu sprechen ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles Thema. Made in Italy verschwindet — nicht aufgrund mangelnder Talente, sondern aufgrund des Fehlens einer Vision für die Gegenwart und die Zukunft der Branche. Fotos und Kampagnen mit älteren Handwerkern mit leimbefleckten Händen reichen nicht mehr aus. Was wir brauchen, ist ein Generationswechsel — und ein sichtbarer Perspektivenwechsel.
Wo sind die jungen Leute?
Während der letzten Ausgabe des Milano Fashion Global Summit, der am 21. und 22. Oktober in der Riccardo Catella Foundation stattfand, war unter den vielen Rednern (von Marco Bizzarri über Renzo Rosso bis Carlo Capasa) kein einziger unter vierzig Jahre alt. Von den achtunddreißig Rednern, die wir analysiert haben, waren nur zehn Frauen, und das Durchschnittsalter lag deutlich über fünfzig Jahren. Dies bestätigt erneut, dass der Raum der italienischen Mode nach wie vor eher einem Herrenclub ähnelt als einem tatsächlichen Spiegelbild der Branche.
Auf den Vorträgen und Kongressen wurden oft Unter-30-Jährige und neue Talente erwähnt, ihnen wurde jedoch keine Stimme gegeben. Auf jeden Fall gab es eine symbolische Aufnahme, am letzten Tag wurden Influencer oder der Gewinner eines Wettbewerbs hinzugefügt, um das Gesicht zu wahren — aber in der Praxis werden die neuen Generationen immer noch nicht berücksichtigt. Um eine neue Sprache und eine neue Vision einzuführen, braucht die italienische Mode einen Generationswechsel. Auch wenn die Zeiten so sind, wie sie sind, es vielleicht ein Luxus ist, über die Zukunft zu sprechen, den sich nur die alte Garde leisten kann. Früher oder später wird Italien verstehen, dass Kultur und Image Sie auf jeden Fall ernähren - hoffentlich bevor alle nach Paris fliehen.













































