
Auf alle Arten, wie Zaras Gründer vor Steuern davonläuft Zwischen Immobilieninvestitionen auf der ganzen Welt und Dividenden
Es scheint, dass der Umsatz nicht nur bei Zara, sondern auch bei seinem Gründer Amancio Ortega angekommen ist. Der spanische Milliardär, Gründer und Mehrheitsaktionär der Inditex-Gruppe, hat sich auf einen Einkaufsbummel begeben, um die Belastung der von Spanien erhobenen Vermögenssteuern zu verringern — dem einzigen europäischen Land, das große Vermögen direkt besteuert und nicht nur Einkommen. Laut Bloomberg hat seine private Investmentfirma Pontegadea in den letzten drei Monaten Immobilienakquisitionen im Wert von mehr als 500 Millionen US-Dollar getätigt. Zu den jüngsten Angeboten gehören ein Fünf-Sterne-Hotel in Paris, eine Wohnanlage in Florida und eine Immobilie an Barcelonas prestigeträchtiger Avinguda Diagonal. Aber das ist noch nicht alles — einigen Quellen zufolge befindet sich Pontegadea auch in Gesprächen über den Erwerb eines Bürogebäudes in Miami im Wert von rund 275 Millionen US-Dollar. Ein Deal, der das Immobilienimperium eines Mannes, der bereits das größte private Immobilienportfolio in Europa besitzt, weiter ausbauen würde.
Diese Akquisitionen scheinen nicht zufällig zu sein, sondern Teil einer kalkulierten Strategie zur Steuervermeidung: Ortega, dem 59% der Anteile an Inditex gehören, erhielt in diesem Jahr seine höchste Dividende aller Zeiten von dem Fast-Fashion-Giganten — rund 3,1 Milliarden. Nach spanischem Recht könnte dieses Geld, wenn es ungenutzt bleibt oder einfach eingezahlt wird, zum 31. Dezember einer Abgabe von bis zu 2,5% auf das Nettovermögen unterliegen, wobei je nach Region noch höhere Steuersätze möglich sind. Die schnellste Problemumgehung? Sofortige Reinvestition — Vermeidung des Risikos, jedes Jahr zig Millionen Euro an Steuern zu verlieren. Aber es geht nicht nur darum, Trophäen zu sammeln. Marc Debois, Gründer des Beratungsunternehmens FO-Next, erklärte: „Für Pontegadea ist die Wahl einfach: jeden Euro der Zara-Dividende reinvestieren oder zusehen, wie jedes Jahr Millionen verpuffen.“ Dies ist mehr als die Jagd nach Luxusgütern, es handelt sich hier um ein klares Beispiel für das fiskalische Risikomanagement. Im Laufe der Jahre hat diese Strategie Pontegadea zu einem der aktivsten und einflussreichsten Family Offices der Welt gemacht. Ende 2024 belief sich das Vermögen auf insgesamt 34,3 Milliarden Euro — ein Anstieg von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben Immobilien in wichtigen Städten wie New York, London, Toronto und Seoul (vermietet an Technologiegiganten wie Amazon und Meta sowie Wettbewerber wie H&M) investiert Pontegadea auch in Energie und Infrastruktur. Hinter all dem steckt immer noch Ortega, der mit 89 Jahren nach wie vor der dreizehntreichste Mann der Welt ist und laut Forbes ein Vermögen von schätzungsweise 115,2 Milliarden US-Dollar hat.













































